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Stahlross aktualisiert.
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21. März 2006 um 22:11 Uhr #567072
Angeblich ist Sylvain Chavanel zur Zeit der bestbezahlte französische Radprofi.
Also nichts gegen ihn, aber man stelle sich mal vor, Nuyens wäre der bestbezahlte belgische oder Wegmann der bestbezahlte deutsche Profi!
Das sagt doch genug.
Seit den 90gern ist es eigentlich mit dem französischen Radsport langsam aber stetig bergab gegangen und seit Jalabert hat es keinen wirklichen Spitzenfahrer mehr gegeben.
Noch schlimmer find ich aber, daß es auch unter den jungen Fahrern niemanden gibt, dem man wirklich Großes zutrauen könnte.
In den anderen grossen Radsportländern und sogar in Deutschland (oder Kasachstan) findet zur Zeit ein Generationswechsel statt: Die alte Garde wird durch (mindestens) gleichwertige junge Fahrer ersetzt.
Aber in Frankreich tut sich da einfach nichts.
Je länger ich darüber nachdenke, destso weniger kann ich das verstehen.
Radsport ist doch in Frankreich nach wie vor sehr populär,es finden dort viele wichtige Rennen statt und es gibt auch (zu) viele professionelle Teams.
Die Rahmenbedingungen sollten also stimmen.
Warum wächst dann da nichts nach?
So was wie Hinault oder auch Fignon gibt es natürlich nicht alle Tage, aber für einen neuen Thevenet sollte die Basis doch allemal breit genug sein.
Könnt Ihr mir das erklären?21. März 2006 um 22:18 Uhr #624350Großmäuler wie FDJ-Teamchef Marc Madiot verkaufen die Situation ja gerne so,
daß die Franzosen halt mit ’normalen‘ Mitteln kämpfen und
alle die überlegen sind, zwangsläufig unehrlich sind.
So schön einfach kann die Radwelt sein.
Aber wie gesagt : Er war und bleibt ein Schwätzer !21. März 2006 um 22:31 Uhr #624351Erklärungsansätze gibt es sicher viele, welche nun zutreffen weiss ich dagegen nicht. Mal ein paar Gedanken:
1.) Ich habe ja Verwandtschaft dort und bin auch häufiger mal drüben. Es ist nun so, dass das französische System der Ganztagsschule + anschließende Hausaufgaben Leuten die noch zur Schule gehen können, nur sehr wenig Freizeit lässt und es somit auch schwer fällt, sich in Sportvereinen zu engagieren. Bei vielen Sportarten funktioniet das vielleicht, ein oder zweimal die Woche zu trainieren, zumindest in jungen Jahren. Aber wer Radsport ernsthaft betreiben will, muss schon früh nach Möglichkeit täglich trainieren. Und dazu fehlt es einfach an Zeit.
2.) Radsport ist internationaler geworden. Früher gab es im Wesentlichen die Franzosen, Spanier, Belgier, Niederländer, Italiener und mit Abstrichen die Schweizer und vielleicht Amerikaner. Heute mischen alle möglichen Nationen mit, die in relativ kurzer Zeit viele gutklassige Fahrer nach oben gebracht haben: die Amis sowieso, aber auch Kasachen, Deutsche, Australier, Russen, Dänen. Da wird die Luft für die etablierten Nationen einfach dünner.
3.) Der Radsport der zwei Geschwindigkeiten, nur die Franzosen dopen nicht. Dafür spricht einiges, dagegen mindestens genauso viel. Eine Glaubensfrage schätze ich.
4.) Ethno-Spezifische Ursachen. Eventuell bringen Franzosen einfach geringere sportlichere Leistungen. Hat mich als Kind immer gewundert. Frankreich großes Land, wohlhabend, viele Einwohner. Aber irgendwie in sportlichen Dingen immer hintendran, sei es Leichtathletik, Fußball, Tennis oder sonstwas. Nun hat sich das teilweise gedreht. Doch wenn man genauer hinschaut, weist ein immens großer Teil der international erfolgreichen Franzosen Migrationshintergrund auf. Man schaue sich nur die Fußball-NM an. Da sich Migrantenkinder kaum für Radsport zu interessieren scheinen, hat der französische Radpsort davon nicht profitieren können.
Übrigens glaube ich natürlich nicht wirklich an eine genetische Unterlegenheit, eher sehe ich das als Folge der übrigen Punkte.
5.) Letztendlich verlaufen diese Dinge immer in Wellen. Vor wenigen Jahren war die Schweiz noch eine Macht, heute läuft sie unter ferner liefen. Dagegen waren richtig gute deutsche Fahrer absolut rar, nun gibt es eine ganze Menge davon. Wird sich auch wieder umkehren, bin ich überzeugt von. Und dann wieder umkehren. Und so könnten auch die Franzosen in ein paar Jahren wieder ne ganze Armada talentierter Jungfahrer haben, mal abwarten…
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
21. März 2006 um 23:23 Uhr #624352also für mich auch ein problem der gesamtgesellschaftlichen einstellung. leistung zählt immer weniger und auch blinder patriotismus ist vor allem in frankreich zu spüren. so erhält man aber nicht die wettbewerbsfähigkeit. und beim sport zählt nunmal nur das, da gibt es kein soziales auffangnetz. obwohl ich mich ehrlich gesagt genau deswegen frage, warum die deutschen so nachkommen. vl auch gerade ein integrationsproblem der jungen leute in frankreich, wenn wir schon auf die ausländer zu sprechen kommen, siehe krawalle. ich nehme an, jetzt werden sich hier gleich wieder einige aufregen, doch ich habe nur versucht der guten aufzählung von raumcollagen noch einen punkt hinzuzufügen.
22. März 2006 um 5:32 Uhr #624353– Noch ein Punkt: Tour de France, siehe Voeckler, nur ein Rennen pro Jahr zählt wirklich und dort sind jetzt halt auch die Barbaren und Amerikaner und der ganze Rest der Welt da. Italien hat eine gesunde einheimische Szene, Herbstklassiker z.B., Spanien hat unzählige Rundfahrten, Frankreich hat die Tour. Punkt. Dann Paris-Roubaix, dann noch Dauphiné und Paris-Nice, aber das sind alles schon grosse internationale Rennen. Und ein Dauphiné Sieg oder Paris-Nice Sieg wird schon nicht mehr so wahrgenommen, das franz. Fernsehen übertragt die Tour sonst nicht viel bis überhaupt nichts. Die Folge ist dass die Franzosen sich auf die Tour vorbereiten müssen, kaum haben sie die Chance dort zu starten muss die Saison auf die Tour ausgerichtet werden. Vor ein paar Jahren hat man mal die coupe de france eingeführt, um die Jungs etwas zu motivieren, weiss nicht wie erfolgreich.
Leitplanke
22. März 2006 um 7:04 Uhr #624354Radsport hat bei der Jugend Frankreichs wohlmöglich auch nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch vor 20-30 Jahren als die letzten ‚wettbewerbsfähigen‘ Franzosen damit angefangen haben. Ich denke andere Sportarten wie Fußball und Trendsport haben dem Radsport ein bisschen das Wasser abgegraben.
Hier stehen aber schon eine ganze Reihe gute andere Gründe, vor allem das mit dem Schulsystem hat was für sich.
Früher war der Radsport ja auch immer so eine Art Sprungbrett für die unterpriviligierten Bevölkerungsschichten und viele große Fahrer kamen aus sehr ärmlichen und/oder anderweitig schwierigen Verältnissen (jüngste Beispiele Armstrong: Kind einer alleinerziehenden Mutter mit wenig finanziellem Spielraum oder Ullrich: Stress mit Vater an der Flasche). Vielleicht geht es den Franzosen im Moment einfach zu gut?Mir fällt noch was ein: Vinokourov zum Beispiel. Viele gute Fahrer aus dem Osten oder Radsport-Entwicklungsländern starten ihre Karrieren bei franz. Vereinen. Die sind, wenn sie es schon nach Frankreich schaffen, a) talentiert und b) extrem ehrgeizig – und stechen den franz. Nachwuchs aus…
22. März 2006 um 8:47 Uhr #624355Quote:Original von Kanarienvogel
(…) das franz. Fernsehen übertragt die Tour sonst nicht viel bis überhaupt nichts (…)Holla! Das stimmt nun nicht. Eurosport-Frankreich überträgt selbstverständlich die gleichen Rennen im gleichem Umfang wie Eurosport-Deutschland. Gleichzeitig überträgt France3 ne ganze Menge französischer Rennen (Criterium International komplett, GP Plouay, Franz. Meisterschaften, Cross, Bahn, usw. und so fort). Gleiches gilt für die Zahl der Radsport-Periodikas – in der L´équipe ist täglich mindestens eine Seite dem cyclisme gewidmet.
Also an der Medienpräsenz hapert es weissgott nicht in Frankreich. Das erklärt bspw. auch die hohe Anzahl an Profi- und Semiprofi-Teams in F.
Die genannten Punkte fand ich alle sehr interessant. Nicht alle Punkte finde ich zutreffend. „Ganztagesschulen“ bspw. ist Unsinn. In puncto Sportinternate könnten wir Deutschen uns ein gehöhriges Scheibchen abschneiden. Ausserdem haben die Schüler mittwochs grundsätzlich frei und gegen Nachmittag um 16:00 ist Feierabend – Hausaufgaben gibt es keine. Z.T. ist Radsport sogar Schulsport in F!!!
Die Franzosen schaffen es im Moment nicht, die Breite im Radsport in eine vernünftige Spitze zu führen. Ähnliches kennen wir in Deutschland ja vom Fussball bzw. von der Leichtatlethik. Das hat dann was mit verkrusteten Strukturen in Verbänden, bei Trainern, in Vereinen zu tun. Die Franzosen träumen immernoch in Zeiten eines Hinaults und haben versäumt, sich dem modernen Radsport zu stellen. Die Rennen sind heute immer kürzer, dafür wird das Finale umso intensiver gefahren. Das braucht einen anderen Typ Rennfahrer. Diese Frühausreisser à la Jacky Durand sind nicht mehr gefragt. Es braucht Typen, die hintenraus mal was reissen können. Moncoutié, Chavanel und Voeckler ist nicht Frankreichs Zukunft – es braucht mehr Geslins und Pineaus.
Was mir gefällt ist, dass es hier offensichtlich noch ein paar mehr (ausser mir) gibt, die sich Gedanken über den französischen Radsport machen.
22. März 2006 um 9:11 Uhr #624356Es gibt immer eine Wellenbewegung , als die letzten französischen Top GT – Fahrer wie Hinault und Fignon
an der Spitze waren , wurde wie immer in solchen Situationen der Nachwuchs vernachlässigt .
Daran leiden die Franzosen bis heute .Ich bin auch der Meinung das die Tdf für viele franz. Fahrer ein Problem ist , da sie beim kleinsten Erfolg bereits auf die Tour setzten müssen und das ganze einfach zu Tour-lastig ist .
In Belgien und Italien können die Jungen mehr und härtere Rennen fahren .
Wenn man jedoch die PT – Teams von 2006 anschaut fällt auf das es fünf französische Teams gibt , vielleicht
ändert sich dadurch etwas ?
Und Gilbert ist doch kein ewiges Talent!
22. März 2006 um 9:21 Uhr #624357Quote:„Ganztagesschulen“ bspw. ist Unsinn. In puncto Sportinternate könnten wir Deutschen uns ein gehöhriges Scheibchen abschneiden. Ausserdem haben die Schüler mittwochs grundsätzlich frei und gegen Nachmittag um 16:00 ist Feierabend – Hausaufgaben gibt es keine. Z.T. ist Radsport sogar Schulsport in F!!!Ich weiss dass Mittwochs frei ist, hab ich sogar angedeutet. Aber Mittwochs und eventuell Sonntags in die Trainingsgruppe zu gehen, ist halt zu wenig. Und es gibt Hausaufgaben, Klausurenvorbereitung ebenso. 16:00 ist Feierabend, + Heimweg + 10 min ausruhen + Nahrungsaufnahme + plus sonstige Erledigungen, da ist ganz schnell 19:00 bis man sich auf sein Rad setzen kann. Wer dann noch die Motivation aufbring zwei, drei, vier Stunden zu kurbeln, Hut ab.
Und es geht doch nicht um Sportinternate. Es geht darum, dass ganz normale, unentdeckte Leuts in ihrer Freizeit radeln und ein paar Dorfrennen in ihrer Umgebung bestreiten können. Wenn sie da Erfolg haben, entdeckt werden, evt. gefördert werden, können sie auf ein Sportinternat, wenn sie Lust haben. Aber der Weg, dort erstmal hinzukommen, ein gewisses Talent überhaupt zu entdecken, ist doch ziemlich eng.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
22. März 2006 um 9:29 Uhr #624358Naja Raumcollagen, wie ist es denn hier in Deutschland?
Die Vereinslandschaft liegt mehr oder weniger brach, und ein Jugend-Breitensport (die meisten Fahrer hier auf den Straßen sind 30+) ist Rennrad fahren bei uns auch nicht als das man einfach nur talentierte Jugendliche von der Strasse aufsammeln müsste.
Ich denke das aktuell in D zum einen gezielte Förderung aus der Familie heraus (es kommt nichtz von ungefähr das es so viele Radsport-Geschwister bzw. Vater/Sohn-Verhältnisse im dt. radsport gibt) und eben das ‚Ullrich-Fieber‘ etwas mehr Breite in die hiesige Radsportlandschaft gebracht haben.22. März 2006 um 10:42 Uhr #624359Gibts denn überhaupt einen jungen französischen Profi dem man den Durchbruch in die internationale Spitzenklasse zutrauen könnte?
Ich kann mich erinnern, daß Watterott immer Sylvain Chavanel als den nächsten Superstar nannte und letztes Jahr dann doch einsehen mußte, daß dies wohl nichts werden wird.22. März 2006 um 11:18 Uhr #624360Quote:Original von Stefu
Naja Raumcollagen, wie ist es denn hier in Deutschland?
Die Vereinslandschaft liegt mehr oder weniger brach, und ein Jugend-Breitensport (die meisten Fahrer hier auf den Straßen sind 30+) ist Rennrad fahren bei uns auch nicht als das man einfach nur talentierte Jugendliche von der Strasse aufsammeln müsste.
Ich denke das aktuell in D zum einen gezielte Förderung aus der Familie heraus (es kommt nichtz von ungefähr das es so viele Radsport-Geschwister bzw. Vater/Sohn-Verhältnisse im dt. radsport gibt) und eben das ‚Ullrich-Fieber‘ etwas mehr Breite in die hiesige Radsportlandschaft gebracht haben.Man muss bedenken, dass ein Großteil der U23-Spitzenfahrer und guten Profis aus den neuen Bundesländern kommt. Neben der Infrastruktur (Leistungszentren etc.) könnte hier auch ein sein, dass das mögliche Dasein als Radprofi einen sozialen Aufstieg beinhaltet, in einer Gegen, in der die beruflichen und sonstigen Perspektiven nicht gerade rosig sind.
Quote:Gibts denn überhaupt einen jungen französischen Profi dem man den Durchbruch in die internationale Spitzenklasse zutrauen könnte?Viele fallen mir nicht ein. Poulhier (schreibt man den so?), Riblon, Perget, Sinner, Dumoulin,, mehr fallen mir auch nicht ein. Und so richtig internationale Oberspitzenklasse sehe ich bei keinem.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
22. März 2006 um 13:28 Uhr #624361@Coolman
bin weit davon entfernt, mich aufzuregen: dein ansatz alles auf die soziale hängematten-mentalität zu schieben ist hinlänglich bekannt, deine antipathie gegen frankreich auch.
also musste ja zwangsläufig jetzt die hängematten-mentalität der patriotischen franzosen herhalten, um deren probleme im radsport zu erklären…
allerdings tust du der wirklich guten aufzählung von Raumcollagen nicht unbedingt einen gefallen, wenn du deinen gedanken als ergänzung siehst.denke auch das es wellen- und mode-erscheinungen sind, die mal den fußball, mal den radsport, mal die leichtathletik etc. in den mittelpunkt des interesses stellen.
habe jetzt keine zeit, eine gesamtsportliche analyse für frankreich der letzten 30 jahre aufzustellen – denke aber da kämen ganz interessante dinge zu tage.als beispiel nur mal juni/juli 1998:
tour-skandal
anfang vom ende des helden virenque
fußball-wm im eigenen land
fußball-weltmeisterund das alles innerhalb weniger wochen – kann mir schon gut vorstellen, welche sportart die kids von damals bevorzugt haben…
22. März 2006 um 13:33 Uhr #624362hab eig keine große lust über frankreich in irgend einer weise zu diskutieren…nur schade, dass der gesamte radsport schaden daran nimmt.
ich halte nuyens und wegmann für VIIIIIIIIIEL besser als syl. chavanel, ja selber besser als ihn und sein bruder zusammen. sind doch maßlos überschätzt!
moncoutié, di gregorio, geslin, vom rest kriege ich aufstoßen und brechreiz, bullrichs hat nicht geholfen
DAS PERLT!
22. März 2006 um 13:47 Uhr #624363Quote:Original von opera
@Coolman
bin weit davon entfernt, mich aufzuregen: dein ansatz alles auf die soziale hängematten-mentalität zu schieben ist hinlänglich bekannt, deine antipathie gegen frankreich auch.
also musste ja zwangsläufig jetzt die hängematten-mentalität der patriotischen franzosen herhalten, um deren probleme im radsport zu erklären…
allerdings tust du der wirklich guten aufzählung von Raumcollagen nicht unbedingt einen gefallen, wenn du deinen gedanken als ergänzung siehst.hätte mich auch gewundert, wenn gerade du den handschuh nicht aufnehmen würdest. für mich ist das halt durchaus ein grund, wenns für dich nicht ist, dein problem. es bleibt deine rein subjektive meinung (und das beruht auf gegenseitigkeit).
22. März 2006 um 13:52 Uhr #624364Quote:moncoutié, di gregorio, geslin, vom rest kriege ich aufstoßen und brechreiz, bullrichs hat nicht geholfendu bekommst brechreiz von fahrern, die nicht deinen qualitätsanforderungen entsprechen? Sorry, aber was soll das?
BTW: es gibt übrigens gute franz. fahrer, die eben keine sieg- oder ergebnisfahrer sind, aber dennoch etwas drauf haben. Auger fällt mir da beispielsweise ein.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
22. März 2006 um 14:03 Uhr #624365mensch ich will doch nur meine abneigung gegenüber frankreich ausdrücken…das hat nichts mit der qualität der fahrer zu tun (nicht direkt). moreau mag ich auch nicht, fährt/fuhr trotzdem gut, pineau, brochard, casar sind auch nicht schlechter als geslin, mag ich nicht. und di gregorio ist ja eh nur ein „talent“…
DAS PERLT!
22. März 2006 um 14:42 Uhr #624366Radsport & sozialer Aufstieg: mag sicherlich ein Grund sein, aber: in Italien z.B. kommen die meisten Fahrer aus Regionen, die wirtschaftlich stärker sind als weite Teile Deutschlands; aus dem wirtschaftl. schwachen Süden eher wenige ….
@Raumcollagen: Le Mevel (!), Hubert Dupont (?)22. März 2006 um 17:27 Uhr #624367Richtig, LeMevel, Dupont und DESSEL!
Leitplanke
22. März 2006 um 21:42 Uhr #624368Das ist es ja gerade.
Fahrer, die gut genug fuer eine Profi-Mannschaft sind, gibt es genug, aber da sind irgendwie nie welche dabei, die mehr gewinnen koennen als Dünkirchen oder so.22. März 2006 um 22:40 Uhr #624369Quote:Original von Coolman
also für mich auch ein problem der gesamtgesellschaftlichen einstellung. leistung zählt immer weniger und auch blinder patriotismus ist vor allem in frankreich zu spüren. so erhält man aber nicht die wettbewerbsfähigkeit. und beim sport zählt nunmal nur das, da gibt es kein soziales auffangnetz. obwohl ich mich ehrlich gesagt genau deswegen frage, warum die deutschen so nachkommen. vl auch gerade ein integrationsproblem der jungen leute in frankreich, wenn wir schon auf die ausländer zu sprechen kommen, siehe krawalle. ich nehme an, jetzt werden sich hier gleich wieder einige aufregen, doch ich habe nur versucht der guten aufzählung von raumcollagen noch einen punkt hinzuzufügen.Deine Beiträge lese ich gerne. Meistens regts mich auf. Aber das ist schon in Ordnung so (das es mich aufregt). Ich bin mir ganz sicher, dass deine Theorien auf einem Fundament intelektueller Substanz gebaut sind.
Gesamtgesellschaftlich bin ich also ein Lutscher. So habe ichs noch nie betrachtet. Gut, das ich mich vor einem Jahr hier eingeklinkt habe. Allein das ich deine Theorien kennenlernen durfte wars schon irgendwie wert. Betonung liegt auf Theorien.
Ergänzend und OFF-TOPIC mal gefragt:
Schliesst sich eigentlich die soziale Hängematte eine Leistungsgesellschaft aus? Ich meine jetzt für diejenigen, die die Unterlage finanzieren.
Gibt es eine gesamtgesellschaftliche Einstellung? Welche „Einstellungen“ werden dort hineinaddiert und wird deine Meinung heraussubtrahiert? Wer hat Dir das alles erzählt? Waren das deine Profs an der Uni, die Biographie von Westerwelle, die Financial Times oder beliefert dein Vater Herrn Hundt mit Wurst.Vom Abhängen bin ich jetzt müde, die Franzosen interessieren mich nicht mehr.
Gute Nacht Coolman.
pompa pneumatica
22. März 2006 um 22:51 Uhr #624370das kompliment mit den beiträgen kann ich genau so zurückgeben. das mit der hängematte stammt ja nicht von mir. das hat opera gesagt. damit meine ich auch nicht soziale absicherung oder sowas, falls der eindruck hier entsteht. gesamtgesellschaftliche eindrücke setzen sich natürlich aus eindrücken zusammen. z.b. ist mein eindruck, dass sich unsere gesellschaft nach links bewegt (jetzt mal ohne wertung). aus persönlichen erfahrungen, wahlergebnissen und sonstigen. das schließt aber nicht aus, dass es viele geben, die anders sind.
und so ist der eindruck auch von frankreich entstanden. aus dem auftreten von manchen franzosen, der quote im radio z.b. usw. also ein eindruck, aber kein fakt, wenn du darauf hinauswillst. eines ist natürlich ein argument und das wäre, dass selbst wenn diese einstellung vorhanden ist, kann es einzelne geben, die herausragen und eben anders sind. vl haben die franzosen auch einfach nur das pech, dass die talente wo anders stecken und nicht im radsport. also talent verbunden mit siegeswillen. aber das haben ja andere schon vor mir gesagt.
mein vater beliefert nicht herrn hundt mit wurst, der ist nämlich in rente, aber bis vor kurzem hat er noch brötchen und sonstiges produziert und ausgeliefert.
gute nacht Veloce stanco (heute mal mit vollem namen und groß).
23. März 2006 um 6:55 Uhr #624371Naja, Immigrantenkrawalle in Zusammenhang mit der Qualität des franz. Radsportnachwuchses in Verbindung bringen zu wollen ist doch schon so weit hergeholt das man ein Fernglas bräuchte.
OK, viele Franzosen haben mittlerweile ein Problem mit Migranten in F, und ich kann mir durchaus vorstellen das Fußball aufgrund der Zusammensetzung der franz. Nationalmannschaft immer mehr zum ‚Migrantensport‘ wird und Einheimische dann eher davon Abstand nehmen. Hier in D (zumindest da wo ich wohne) ist der Türkenanteil in den Fußballclubs auch deutlich größer als das Gesamtverhältnis in der Bevölkerung)…
Aber hat das was mit Radsport zu tun? Bis jetzt ist mir in den U23-Ergebnislisten nur ein Migrantenname (Said Haddou) aus Frankreich aufgefallen, im Gegensatz zu all den Zidanes im Fußball…23. März 2006 um 19:34 Uhr #624372die weltrangliste gibt es seit 1984.
1990 – 1994 war kein französischer fahrer in den top 5
top 20 in folgenden jahren :
1995 : 1. laurent jalabert / 12 richard virenque
1996 : 1. laurent jalabert / 07 richard virenque
1997 : 1. laurent jalabert / 14 richard virenque
1998 : 2. laurent jalabert
1999 : 1. laurent jalabert
2000 : 8. laurent jalabert
2001 : –
2002 : 14. laurent jalabert
2003 : –
2004 : –
2005 : – ( pro tour )natürlich sagt die weltrangliste nicht alles aus was in diesen jahren abging. laurent brochard wurde weltmeister in dieser zeitphase. luc leblanc ebenfalls ( 1994 ).
aber dennoch sehe ich nur 4 fahrer welche wirklich grosse siege hatten. weltklasse war jalabert, virenque auch noch. leblanc fuhr auch mal einen guten giro, und sonst noch ein cooles palmares ein.
aber wo bleibt der rest ?
eine wirklich grosse breite an siegfahrern oder *talenten* hatten die franzosen auch in den 90er jahren nicht.
jacky durand ( abgesehen von flandern ). christophe moreau. pascal hervé. didier roux. christophe rinero. stéphane heulot. françois simon.
102
23. März 2006 um 19:41 Uhr #624373sehe eben paris- roubaix
1997 1. Frederic Guesdon (Fra)
1993 1. Gilbert Duclos-Lassalle (Fra)
1992 1. Gilbert Duclos-Lassalle (Fra)guesdon war aber eine eintagesfliege, und über den anderen weiss ich nicht bescheid.
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