Die Zukunft der GT´s/des Radsports?

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    Beiträge
  • #567265
    Jaja
    Moderator
    • Beiträge: 9964
    • Radsport-Legende
    • ★★★★★★★★★

    Ein neuer Faden, der bitte nicht so zugemüllt werden soll, wie der andere. Ist halt eine Art Slow-Talk-Thread. Es soll hier vielmehr um Vorschläge, Ideen und Prognosen gehen. Bitte keine einzeiligen Kommentare wie „Ich sehe schwarz für den Radsport.“ Es spielt hier auch keine Rolle, ob man glaubt alle sind geladen oder keiner oder 37,98% der Fahrer sind es.

    Zunächst einmal bin ich mir ziemlich sicher, nach dem Motto „The show must go on“, dass der Radsport eine Zukunft hat. Sehr viel Tradition, aber auch sehr viele Fans werden diesen Sport auch in der vielleicht größten Krise nicht im Stich lassen.

    Das größte Problem liegt sicherlich in den GT´s, da sie eben über drei Wochen eine enorme Belastung für den Körper sind. Sieht man ja auch daran, dass es doch meistens die Rundfahrer sind, die überführt wurden.
    Sprich die Klassiker scheinen nicht das akute Problem zu sein, daher wird sich hierbei wohl wenig ändern. Eine 250-300km lange, schwere Fahrt scheint also möglich (wohl aber nicht jeden Tag).

    Womit wir bei den GT´s einmal sind. Was soll man machen? Die Bergetappen stark reduzieren, bzw. garkeine echten Bergetappen mehr sondern nurnoch Bergankünfte? Halte ich für falsch, denn dann würde den GT´s einfach ihr Herz genommen. Bergfahrer sollen gleiche Chancen auf den Sieg haben wie Zeitfahrer! Ist mein Verständnis von GT´s.
    Viel mehr wäre aus meiner Sicht gut, die Bergetapppen auseinander zu ziehen. Sprich nicht alles auf einmal wie beim diesjährigen Giro und auch bei der Tour, sondern verteilt auf die drei Wochen. Hört sich ja gut an, ist aber logistisch kaum oder garnicht möglich. In Frankreich hat man nur die zwei, mit dem Zentralmassiv zweieinhalb Hochgebirge (Vogesen lass ich jetzt mal weg). Wenn man die Bergetappen auf die drei Wochen verteilt, kann man praktisch den Rest des Landes kaum noch durchfahren. Die Tour würde sich fast nurnoch rund um die Pyrenäen und Alpen bewegen. Mal fährt man raus aufs Flachland, mal hat man eine Bergetappe. Geht nicht!
    In Italien ist es nicht ganz so schlimm, aber auch hier hat man mit Alpen und Dolomiten ganz klar die dominierenden Gebirge.
    Spanien ist für GT´s natürlich ein gottgegebenes Land! In vielen Teilen des Landes gibt es Gebirgszüge, die es wohl gut möglich machen, die Berge zu verteilen. Wird auch in diesem Jahr schon relativ gut praktiziert bei der Vuelta.

    Aber Fakt bleibt, es ist schwer/kaum möglich diesen Punkt zu realisieren (zumindest bei der Tour). Was könnte man sonst machen? Kürzere Etappen!

    Ich brauch keine Marathon-Bergetappen über 6-8 Stunden. Schwere Etappen ja, aber die brauchen dann ja auch nur 100-150km lang sein. Wie z.B. die Giro-Etappe vor zwei Jahren, als Garzelli und Simoni am Mortirolo gegangen sind. War nur gut 110km lang die Etappe. Aber trotzdem Spitzenradsport über drei schwere Pässe!
    Und auch die Flachetappen müssen nicht permanent die 180km oder die 200km-Marke überschreiten. Hier ist weniger ganz einfach mehr!

    Der dritte Punkt sind die Ruhetage. Oft sind es reine Transfer-Tage. Beim Giro sollten sie sogar mit dem Zug von Belgien nach Italien fahren! Dann ist es kein Ruhetag. Die Organisatoren, sollten bemüht sein, diese besser zu legen! Vielleicht auch zwischen den Bergetappen, sprich einen in den Pyrenäen, den anderen in den Alpen. Evtl. könnte man einen dritten Ruhetag noch einbauen. Hätte ich erstmal keine Probleme mit.

    Insgesamt glaube ich, wenn man diese Punkte sich etwas zu Herzen nimmt, dass der Radsport noch ins richtige Fahrwasser zurückkehren kann. Und zwar ohne das Freigeben von Doping.
    Wichtig, die Organisatoren müssen damit aufhören, das Spektakel an erste Stelle zu stellen. Da muss ein Umdenken stattfinden, was nicht heißen soll, dass Berge wie der Finestre wieder von der Bildfläche verschwinden sollen. Rujano und Savoldelli haben die Proben ja schließlich auch überstanden. Es kommt meiner Meinung nach vielmehr auf die Dosierung der Bergetappen an.


    Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.

    #641931
    Stefu
    • Beiträge: 2394
    • Tour-Sieger
    • ★★★★★★★★★

    1. Weniger Spektakel. Was hat ein Giro d’Italia in Belgien und eine Tour de France in London zu suchen? Das schafft nur zusätzlichen Transferstress der auf Kosten der Erholung geht. Oder so Dinger wie der Kronplatz, mit dem Rad hinauf und runter dann mit der Bergwacht… Absoluter Unfug.
    2. Einen ausgeglicheneren Kurs. Natürlich spielt die Musik in den Alpen, aber muß man denn bei jeder Tour wirklich eine Schleife durch ganz Frankreich fahren?
    Warum nicht mal einen linearen Kursverlauf, ’ne ganze Woche in den Alpen (oder Pyrenäen, muß ja auch nicht immer beides sein) bleiben und zwischendurch auch mal unkritische Flachetappen durch die Täler fahren? In Bordeaux z.B. war die Tour doch nun wirklich schon oft genug…

    Ich stelle also fest, die Radsportverbände und die UCI sollten dringenst mal überlegen ob sie weiterhin ein Spektakel haben wollen an dem sich Veranstalter wie die ASO auf Kosten des sauberen Sports dumm und dämlich verdienen oder ob es nicht vielleicht doch besser wäre die Veranstaltungen auf das wesentliche zu beschränken – nämlich Radfahren.

    #641932
    Basso
    • Beiträge: 173
    • Jungprofi
    • ★★★★

    ist ja alles schön und gut eure vorschläge, aber das problem ist doch auch das man selbst die einfachste rundfahrt leichter gedopt als ungedopt gewinnt.

    #641933
    Golfer
    • Beiträge: 81
    • Amateur
    • ★★★

    @ Basso
    Das ist wohl jedem klar, aber glaubst du es gibt den goldenen Lösungsvorschlag im Kampf gegen Doping. Sicher muss es ein umfangreiches Paket sein, bei dem richtigerweise auch die Schwierigkeit und das Spektakel in Frage gestellt werden müssen. Folglich hat dieser Thread seine Daseinsberechtigung und erhebt ja nicht den Anspruch das ganze Problem gleich zu lösen. Die genannten Vorschläge sin sicherlich gut, alternativ könnte man die Gts einfach zeit- und streckenmäßig kürzen.


    „Ich wollte mich mit Dir geistig duellieren, aber ich sehe du bist unbewaffnet!“

    #641934
    ADLOAL
    • Beiträge: 1423
    • Kapitän
    • ★★★★★★★★

    Ich glaube es ist zu einfach , das Doping Problem an den GT`s festzumachen .
    Es ist doch so , dass es Doping/Drogen im Profi -Radsport schon immer gegeben hat und die Liste der erwischten Fahrer zeigt auch , dass es nicht ausschließlich ein GT Problem ist .
    Ob es six days , Quer oder Eintagesrennen sind , es wird überall gedopt .
    Das Doping ist in der ganzen Radszene so tief verwurzelt , dass ein paar säuberungs- Aktionen , wie wir gesehen haben nicht reichen .
    Die Fahrer dopen nicht weil die Rennen zu hart sind , sondern weil sie einen Vorteil gegenüber dem Gegner erhalten wollen .
    Ich bin der Überzeugung das die restriktive Art das Problem zu lösen nicht funktioniert , seit sich die Justiz des Problems angenommen hat herrscht Chaos .
    Es gibt Länder in denen werden Fahrer , welche im Verdacht stehen gedopt zu haben , wie Schwerverbrecher mit Handschellen abgeführt , dagegen werden in anderen Ländern nicht einmal die Dealer behelligt .
    Als erstes braucht es ein Länder übergreifendes Organ .( Verband )

    Ich könnte mir gut vorstellen , dass man die Saison abrechen würde , damit auch der letzte Begriffen hat das es so nicht weiter geht .
    In den letzten drei GT`s plus TdS und Deutschland tour standen Leute auf dem Podest , welche nun im Verdacht stehen gedopt zu haben . Es sind nicht mehr die Simeonis , sondern die absoluten Top Fahrer .

    Wenn die Saison abgebrochen ist , hat man bis Anfang Januar Zeit zusammen auszuarbeiten was geht und was nicht , denn wie viele schon geschrieben haben , gibt es ja bereits jetzt erlaubtes Doping .
    Parallel dazu muss jeder Profi genau aufzeigen , was er genommen hat ,legal oder illegal , spielt absolut keine Rolle , da es nur mit einer General Amnestie geht .

    Danach wird festgelegt , was passiert , im Fall dass einer danach noch positiv ist .
    Dabei muss genau abgesteckt werden , was positiv heißt , so dass es nicht mehr möglich ist , wie jetzt üblich jedes Mal juristisch wieder etwas zu erzwingen .

    Verletzt ein Fahrer diese Regelungen , wird er gesperrt für immer .

    Dies wäre vielleicht eine Möglichkeit .


    Und Gilbert ist doch kein ewiges Talent!

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