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Kanarienvogel aktualisiert.
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20. April 2025 um 19:00 Uhr #775450
Die Mur de Huy sehe ich auch eher bei Pogacar, selbst wenn er nicht mehr ganz so gut in Form sein sollte. Für ihn dann umso wichtig, dass ihn seine Mannschaftskammeraden ausgeruht an den Einstieg bringen.
Hinter LBL würde ich jetzt aber auch ein Fragezeichen setzen. Remco wird von jetzt aber sicher nicht schwächer, sondern eher noch stärker.
27. April 2025 um 16:48 Uhr #775635Die letzten 12 Monate von Pogacar. Das ist absurd.
Giro 1.
Tour 1.
Quebec 7. (buuuh)
Montreal 1.
WM 1.
Lombardei 1.
Giro Dell Emilia 1.
UAE Tour 1. + Etappen
Strade Bianchi 1.
M-SR 3.
Flandern 1.
Paris Roubaix 2.
Amstel 2.
Fleche 1.
L-B-L 1.27. April 2025 um 17:04 Uhr #775638Du hast noch die 6 Etappen bei Giro und Tour vergessen
. Und er hat vier Rennen nicht gewonnen, aber war bis auf Roubaix immer in der Spitzengruppe am
Ende, also Quebec hat er nur aus dem Sprint heraus „verloren…“, also er ist nie in irgendeinem Rennen eingebrochen oder hatte einen richtig schlechten Tag wie z.B. Remco heute13. Oktober 2025 um 19:32 Uhr #778632Da war also doch etwas, am Ende dieser TdF als er plötzlich so komische Interviews gab:
“But then came the final week. I wanted a big win in the Alps, especially revenge on the Col de la Loze. To be honest, things didn’t go entirely to plan. The day after Ventoux I had knee problems, and I started doubting whether I’d even be able to continue. The weather was awful, freezing cold. My body was in shock, I didn’t feel great.”
13. Oktober 2025 um 21:38 Uhr #778633Selbst unter diesen Voraussetzungen ist er halt in der Lage, die Konkurrenz in Schach zu halten. Wann war der Sturz eigentlich? Carcassonne? Das würde dazu passen, aber so richtig aufs Knie nicht gefallen, wenn ich mich recht erinnere.
14. Oktober 2025 um 19:19 Uhr #778636so wirklich konkret ist der artikel leider nicht. kann mich nur an einen sturz erinnern und das war nach toulouse, wo abramsen gewann. aber danach walzte pogi nach hautacam und beim BZF noch alles kapüt
Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad
15. Oktober 2025 um 20:18 Uhr #778637Stimmt, Toulouse war das schon, dann wohl eher nicht die Ursache.
6. Juni 2026 um 13:51 Uhr #780161so wirklich konkret ist der artikel leider nicht. kann mich nur an einen sturz erinnern und das war nach toulouse, wo abramsen gewann. aber danach walzte pogi nach hautacam und beim BZF noch alles kapüt
war wohl nach der Zieleinfahrt am Ventoux. da kam er irgendwie mit Knie gegen seinen oder andere Lenker.
Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad
6. Juni 2026 um 13:53 Uhr #780162Dass Almeida nun auf die Tour verzichtet und alles auf die Vuelta setzt, senkt laut mir die Chancen, dass Pogacar heuer die Vuelta angeht. Wäre wahrscheinlich nicht so teamplayerisch, wenn er einem treuen Kollegen dessen großes Saisonziel „wegnimmt“.
Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad
6. Juni 2026 um 16:26 Uhr #780163Weiss nicht, glaube eher nicht, dass er darauf Rücksicht nehmen würde, insbesondere da Almeida ja wohl ursprünglich für den Giro geplant war. Wenn Pogacar die Vuelta heuer will, fährt er sie auch. Wenn wäre es wohl eher umgekehrt, dass Almeida für die Vuelta plant, weil Pogacar nicht damit plant. Aber kann ja auch einfach sein, dass es vom Formaufbau her die beste Option ist.
6. Juni 2026 um 16:50 Uhr #780168Almeida war von vornherein Giro-Vuelta geplant.
2024 sagte Pogacar auf die Frage Triple bezogen, dass er auch Teamkollegen hat und er denen nicht die Vuelta wegnehmen möchte. Der Gedanke ist also schon in ihm.
Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad
7. Juni 2026 um 15:48 Uhr #780180Ja, das ist in der Tat eine interessante Frage. Bei Almeida ist auch noch die Frage, ob er die Form nach seiner merkwürdigen Virus-Infektion wieder aufbauen kann. Mal sehen, wie er sich jetzt bei Auvergne Rhône-Alpes präsentiert….
7. Juni 2026 um 15:58 Uhr #780181… er wurde fast letzter… ;)
Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad
7. Juni 2026 um 16:13 Uhr #780182Viel los schon, da haben mehr Zeit verloren als erwartet.
Nordhagen und Carlos Rodriguez 20″, dann Tobias Halland Johannessen, Healy schon ganz aus dem GK. Zumindest den Norweger hätte der KV da schon bei den Favoriten erwartet. Nichts gesehen, also keine Ahnung wie und warum, aber mehr Action als erwartet.
Leitplanke
7. Juni 2026 um 22:55 Uhr #780186… er wurde fast letzter… ;)
Er wurde ja schon am Col de l’Arzelier abgehängt, bei 6% Steigung. Mit Almeida stimmt etwas nicht, man schickt nicht einen Fahrer, der noch so weit weg ist von seiner Bestform, in so ein Rennen und schaut dann dabei zu wie er sich quält. Das macht gar keinen Sinn. Er hat jetzt 24 Minuten gefangen und mit der Form kann er da auch nichts mehr holen. Die Vuelta beginnt in 11 Wochen und an der Stelle lehne ich mich mal etwas aus dem Fenster: Das schafft Almeida nicht mehr. Der muss sich jetzt erstmal vollständig erholen. Kurzum, Stand heute liegt es wohl nur noch alleine an Pogacar, ob er dieses Jahr die Vuelta noch dazu nimmt.
21. Juni 2026 um 19:21 Uhr #780310Pogacar durch den TdS-Gesamtsieg in der PCS-Ewigbesten-Rangliste vorbei an Bernard Hinault auf Platz 4. Gut möglich, dass er am Ende der Saison schon auf Platz 2 steht.
26. Juli 2026 um 22:06 Uhr #780867Pogi ist durch diese TdF vorbei an Francesco Moser auf Platz 3 der PCS-Ewigbestenliste gerückt.
– Mit 26 TdF-Etappensiegen jetzt auf Rang 4
– Mit 66 Tagen im Gelben Trikot auf Rang 3
– Und mit 5 Gesamtsiege hat er den exklusiven Club der Fünffachsieger jetzt ebenfalls auf 5 erweitert.Wenn er diese Saison wie geplant weiter fährt, kann er seine beste Saison und die beste Saison eines Fahrers überhaupt noch übertrumpfen. Dazu benötigt er aber den Vueltasieg und mindestens noch die WM und die Lombardei. Aber machbar ist es und alleine das ist schon aberwitzig, wenn man sich die bisher beste Saison von Eddy Merckx (1972) vergegenwärtigt. Könnte also durchaus sein, dass wir dieses Jahr noch als Zeitzeugen die beste Saisonleistung eines Fahrers aller Zeiten erleben.
Und er kann in dieser Saison auch noch zum ersten Mal etwas erreichen, was noch niemand vor ihm geschafft hat: 4 Monumente in einer Saison zu gewinnen. Die Chance doch noch an Eddy Merckx im Titelrennen um den GOAT vorbeizuziehen, ist nur nach den Erfolgen gemessen, zwar weiterhin eher klein, könnte aber bei einem sehr erfolgreichen Saisonabschluß 2026 wieder ein klein wenig wachsen.
26. Juli 2026 um 23:32 Uhr #780872Gibt halt verschiedene Metriken und bei manchen wird Merckx wohl vorne bleiben, aber die wichtigsten aus meiner Sicht doch die großen Rennen:
Tour de France
GTs allgemein
Monumente
WMUnd da sehe ich Pogacars Chancen als ziemlich hoch an. Tdf ist er schon gleich und wird wohl noch eine holen. Wenn er noch die Vuelta holt ist er bei Gts auch schon bei 7. Nächstes Jahr nochmal Tour, 28 dann Olympia mit Giro und Vuelta? Und selbst wenn Seixas oder sonstwer dann konkurrenzfähig sein sollte, kann er immer noch Giros und Vueltas gewinnen. Monumente momentan 13, Wenn er die Vuelta fährt, vielleicht keine Lombardei dieses Jahr? 3 pro Jahr laut aktuellem Stand im Schnitt drin. Aber vielleicht wird da Seixas schneller konkurrenzfähig als bei GTs? Lüttich war ja schon mal vielversprechend. Aber die Merckxchen 19 sollten eigentlich nur eine Frage der Zeit sein.
Roubaix-Sieg könnte ein Problem sein. Nicht alle 5 gewonnen zu haben, wäre dann schon ein Makel gegenüber Merckx. Halte es zwar für relativ wahrscheinlich, dass es noch mal klappt. Wenn man 2x zweiter war, kann man auch gewinnen, aber sicher ists halt nicht.Dahinter dann die einwöchigen Rundfahrten, die tickt er ja auch grade aus, dass er alle mindestens einmal gewonnen hat.
Das alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass er sich nicht schwer verletzt. Kann natürlich alles von einem Tag auf den anderen vorbei sein. Aber wenn das nicht passiert, denke ich schon, dass es wahrscheinlicher ist als nicht, dass er in den genannten Kategorien an Merckx vorbei zieht, mit Roubaix als Fragezeichen.
27. Juli 2026 um 14:09 Uhr #78087611 GTs sind schon noch ein Stück weg, er kann nicht jedes Jahr 2 fahren. Will er ja auch nicht, er hat sich dazu schon geäußert. Falls er 11 GTs holt, wird es aber immer noch darauf ankommen, wie viele Etappensiege und wie viele Sondertrikots dann zusammenkommen. Denn auch da ist Eddy überall vorne. Und heute z.B. noch ein Grünes Trikot mit einzusacken, ist zumindest bei der Tour aktuell sehr schwer geworden. Merckx hat für Giro und Tour jeweils das komplette Set geholt: also Gelb, Grün und Berg. Kürzer gesagt: Wenn natürlich GTs ein entscheidender Maßstab sind, hat Merckx hier immer noch deutlich mehr geholt als Pogacar.
Monumente sehe ich ähnlich wie Du. Sollte er Paris-Roubaix nicht holen können, dann braucht er wenigstens in Summe deutlich mehr als 19.
Da Merckx aber auch ansonsten noch irre viele Rennen gewonnen hat (Herausragend und wirklich uneinholbar: seine 525 Siege auf der Straße), läuft das für Pogacar selbst im besten Fall, wahrscheinlich auf so ein 2-GOAT-Szenario hinaus. Für die einen wird Eddy weiterhin der GOAT sein und für die anderen Pogi – also wie gesagt: auch nur dann, wenn es noch lange so gut weiter läuft für Pogacar. Um diese wichtigste aller Fragen
eindeutig zu beantworten, müsste Pogacar wahrscheinlich 12-13 GTs gewinnen (und dann auch immer weitere Sonderwertungsrekorde sammeln) und deutlich über 20 Monumente gewinnen, natürlich inklusive mindestens einmal PR. Man sieht an der Stelle, dass das sehr bald auch schon zu einer Motivationsfrage werden kann. Er ist jetzt 27 und wird im September 28. Um der unbestrittene GOAT zu werden, müsste er auf dem aktuellen Niveau noch mindestens 4, vielleicht sogar 5 Jahre weiter fahren. Puh, ob er das überhaupt will, mal ganz abgesehen davon, ob das sein Körper überhaupt hergibt? Naja, einfach mal weiter beobachten die Chose. Ist ja ganz amüsant so nebenher.
27. Juli 2026 um 14:21 Uhr #780878Aber so sehr ich den Radsport als ganzes liebe, ist halt die Tour de France nüchtern betrachtet so viel größer als alles andere in diesem Sport und der Gesamtsieg halt das Nonplusultra. Und wenn Pogacar da am Ende nochmal zwei mehr haben sollte als Merckx sticht das jede mögliche noch bleibende Lücke aus. Armstrong wäre auch mit theoretisch sieben gültigen Geamstiegen nicht größer als Merckx, weil ihm außerhalb der Tour tatsächlich nicht so viel bliebe. WM groß, Fleche, Dauphinee, Tour de Suisse auch gute Argumente, aber nur eine GT und kein Monument sind halt fast unaufholbare Defizite gegen Merckx. Aber Pogacar würde für mich mit seinem siebten Tour-Sieg spätestens vorbeiziehen, selbst wenn nichts anderes mehr hinzukäme.
Crack Mövenarsch (ohne Klasse)
27. Juli 2026 um 14:51 Uhr #780880Aber Pogacar würde für mich mit seinem siebten Tour-Sieg spätestens vorbeiziehen, selbst wenn nichts anderes mehr hinzukäme.
Jou, das meinte ich, das ist dann wohl eine Geschmacksfrage. Für mich wäre Pogi selbst mit isolierten 9 TdF-Siegen noch nicht vor Eddy Merckx. Und ich erinnere mich noch, dass Armstrong nach seinem 7. TdF-Sieg gefragt wurde, ob er jetzt der GOAT sei und er ganz klar verneinte und auf Eddy Merckx Gesamt-Palmares verwies, gegen das seines wie ein Notizzettel aussehen würde.
27. Juli 2026 um 16:36 Uhr #780881Armstrong stimme ich da ja auch zu. Aber auch deshalb, weil Armstrongs Palmares gegen Pogacars ja auch wie ein Notizzettel aussieht
Crack Mövenarsch (ohne Klasse)
27. Juli 2026 um 16:39 Uhr #780882Ich finde Vergleiche mit Zeiten vor den 80ern generell recht schwierig, die Zeiten waren schon extrem anders. Bei Merckx finde ich es aber immer wieder erstaunlich, dass man ihn anders als Armstrong so hoch in Ehren hält, immerhin ist Merckx gleich 3x des Dopings überführt worden mit bereits damals verbotenen Substanzen. Dass es damals zu keinen Sperren kam und nur einzelne Rennen beendet oder gestrichen wurden, zeigt auch wie wenig Quervergleiche über diese Zeit hin funktionieren.
27. Juli 2026 um 16:44 Uhr #780883läuft das für Pogacar selbst im besten Fall, wahrscheinlich auf so ein 2-GOAT-Szenario hinaus. Für die einen wird Eddy weiterhin der GOAT sein und für die anderen Pogi
Ja das denke ich auch. Pogacar wird ihn nicht in allen Metriken überholen, so dass es im besten Fall für ihn geteilte Meinungen geben wird, aber auch das wäre ja sensationell.
Für mich persönlich wären halt die genannten Rennen entscheidend, Wertungstrikots bei GTs eher nicht so. Ist sicher Geschmackssache. Aber wenn er sagen wir mal 2 GTs (oder gleichviele GTs und 2 TDF mehr) und 3-4 Monumente (inkl. Roubaix) mehr hätte, wäre es aus meiner Sicht eindeutig, egal was Merckx an kleineren Rennen und Trikots gewonnen hätte, denke aber auch dazu wirds nicht kommen.
27. Juli 2026 um 19:37 Uhr #780887Ich finde Vergleiche mit Zeiten vor den 80ern generell recht schwierig, die Zeiten waren schon extrem anders. Bei Merckx finde ich es aber immer wieder erstaunlich, dass man ihn anders als Armstrong so hoch in Ehren hält, immerhin ist Merckx gleich 3x des Dopings überführt worden mit bereits damals verbotenen Substanzen. Dass es damals zu keinen Sperren kam und nur einzelne Rennen beendet oder gestrichen wurden, zeigt auch wie wenig Quervergleiche über diese Zeit hin funktionieren.
Das liegt denke ich an mehreren Gründen:
– zum einen haben damals wirklich alle gedopt. Berühmt der Spruch: „wer nichts nimmt, der nichts gewinnt“. Die Öffentlichkeit interessierte das kaum und Leute wie z.B. Fausto Coppi haben ja nach ihrer Karriere überhaupt kein Hehl daraus gemacht, dass sie und alle anderen gedopt haben. Also zu der Zeit gilt die Aussage wirklich noch: es hat einfach jeder „gedopt“ und deshalb nahm man es auch keinem krumm, bzw. sah es nicht als Wettbewerbsverzerrung.
– Als Eddy Merckx aufstieg nahmen die Fahrer vor allem Aufputschmittel, Betäubungsmittel und Neuroleptika. Ich persönlich würde das noch nicht einmal Doping nennen, sondern eher ein Selbstmordprogramm. Wer Aufputschmittel und Betäubungsmittel gleichzeitig nimmt – meist noch in immer höheren Dosen, weil es sonst nicht mehr wirkt – arbeitet gezielt auf einen Systemzusammenbruch hin. Und man hat sich damals wohl schon gefragt (ich war nicht dabei und habe nur darüber gelesen), was der Blödsinn eigentlich soll. Eddy Merckx wurde das erste mal auf ein Aufputschmittel (Fencamfamin) positiv getestet. Er selbst hat ja Doping bestritten. Die wesentliche Wirkung von Fencamfamin war die eines präsynaptischen Wiederaufnahmehemmers für Dopamin. Das Dopamin verbleibt dadurch länger im synaptischen Spalt und wirkt somit auch länger. Man hat das auch bei Depressionen eine Weile verschrieben, aber wie fast jeder Eingriff ins dopaminerge System macht es extrem schnell süchtig. Im Grunde war das eine ganz klassische Droge, mit ähnlicher Symptomatik wie Substanzen die am Opioidrezeptor wirken. Dass es wirklich leistungssteigernd wirkt, konnte nie bewiesen werden, weder am Tier, noch in den wenigen Versuchen am Mensch. Im Grunde nahmen die Athleten zu dieser Zeit völlig unkritisch alles mögliche, manche sogar immer noch Strichnin, Digitalis, Kokain (remember Tom Boonen) oder Arsen. Also Substanzen, die zumindest wesentlich weniger zur Steigerung der Leistungsfähigkeit beitrugen, als entweder zur Abhängigkeit oder zur Zerstörung des Körpers und dem damit einhergehenden totalen Leistungseinbruch. Keine Ahnung, vielleicht nahm man das auch deshalb früher nicht so ernst?
Aus meiner Sicht hat sich Eddy Merckx mit diesem Zeug nie wirklich einen Vorteil verschafft. Später kam noch heraus, dass er jahrelang Cortison genommen hat, was damals aber nicht verboten war. Aber auch hier gilt wieder ähnliches. Wer schonmal beim Arzt war und wegen einer akuten Entzündung Cortison verschrieben bekam, weiß vermutlich, dass man es nicht länger als 10 Tage nehmen sollte, in wenigen Ausnahmefällen mal bis zu 4 Wochen, aber dann braucht man schon ein Regime, um es langsam wieder auszuschleichen. Bei längerer Einnahme kehrt sich sein Effekt um und man bringt sich um seine Gesundheit.
Aus heutiger Sicht kann man glaube ich sagen, dass das Thema Doping, so wie wir es heute verstehen, erst mit dem hochpotenten Wirkstoff Erythropoetin begonnen hat. EPO wirkt wirklich ganz gezielt in einem komplex regulierten System an einer extrem kritischen Stelle, der maximalen Sauerstoffaufnahme. Allerdings, und das wissen wir inzwischen auch, die beste Sauerstoffaufnahme nützt dir gar nichts, wenn Du nichts mehr zu verbrennen/oxydieren im Blut hast. Deswegen ist heute ja auch das Thema „Nutrition“ so wichtig geworden. Viel wichtiger als EPO, weil das was EPO macht, kannst du dir auch kurzfristig in einem Höhentrainingslager ganz legal aneignen: mehr rote Blutkörperchen.
Übrigens, als EPO entwickelt und zugelassen wurde – entwickelt durch Amgen, zugelassen in den USA von der FDA – war das ein lange herbeigesehntes Medikament für Menschen die Aufgrund einer Nierenerkrankung in die Dialyse mussten, wo Rote Blutkörperchen exkooperal überdurchschnittlich beansprucht und auch zerstört werden. Ein Multi-Milliarden-Markt bis heute. Und von Anfang an haben sowohl Amgen als auch die FDA darauf hingewiesen (also Ärzte und Krankenhäuser), dass es auf gar keinen Fall off-label eingesetzt werden darf, weil das viel zu gefährlich wäre. Und Amgen selbst hat noch lange versucht ein weiterentwickeltes Präparat auf den Markt zu bringen, dass zu zwecken des Dopings nicht mehr wirksam ist. Also Amgen hatte zu keinem Zeitpunkt auch nur das allergeringste Interesse daran, dass EPO zu Doping-Zwecken oder sonstwie zweckentfremdet wird, weil ihnen immer die FDA im Nacken saß, die ihnen die Zulassung für einen Milliardenmarkt hätten wieder streichen können. Ich schreibe das nur deshalb so ausführlich, weil es ja bis heute irgendwelche Verschwörungs-Honks gibt, die glauben, da stecke überall die Pharmaindustrie dahinter, die sich mit Doping eine goldene Nase verdienen. Dabei ist es genau umgekehrt. Der Massen-Abusus gefährdet die Zulassung und damit das gesamte Geschäftsmodell (nein, ich bin kein „Pharmavertreter“).
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