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29. Januar 2005 um 23:14 Uhr #566411
An alle Wissenden da draußen!
Wo finde ich eine (brauchbare) Trainingsberatung? Bis jetzt war ich bei einer „hochtechnologischen“ Trainingsintitut bei uns in der Nähe (Köln). Aber die sterile Krankenhausatmosphäre interessiert mich nicht mehr. Außerdem musste ich immer hinfahren (45 km).
Kann mir von euch jemand Tipps dazu geben? Würde gerne die Zeit am Rad verbringen und nicht im Auto auf dem Weg zur Trainingsplanung!
mfg
Jonny30. Januar 2005 um 11:07 Uhr #576255Nur mal ein paar Tipps von jemanden, der ein paar Jahre Rennradfahren aufn Buckel hat.
– Versuche erst einmal jemanden zu finden, der eine gewisse Ahnung von Trainingslehre hat und zudem in Deiner Nähe wohnt und Dich auch kennt. Ideal wäre es, wenn Dieser auch Deine Stärken und Schwächen kennt, da man sich selber komischerweise sehr selten realistisch einzuschätzen weiß.
– Scheue Dich nicht davor auch Trainingstipps von älteren Radfahrern anzunehmen, da diese etwas haben was einen Computer gänzlich fehlt, nämlich Erfahrung.
– Der Trainingsplan in der Tour ist auch zu loben. Generell halte von solchen Plänen relativ wenig, aber der in der Tour ist wirklich nicht schlecht und fürn Anfang einer eigenen Trainingsbasis bietet er Dir sehr vernünftige Tipps für ein eigenes Fundament einer irgendwann einmal selbstständigen Trainingsplanung.
– Fazit meiner Empfehlung: Nutze Dein eigenes Hirn und Deine Erfahrung aus den letzten Jahren. Versuche selbst Diese immer weiter und feiner für Dich auszunutzen. Höre Dir Ratschläge genau an und versuche Diese für Dich selbst zu nutzen. Führe ein Leistungsbuch und versuche in den Jahren daraus Erkenntnisse zu ziehen. Sei kritisch mit Dir, aber verarbeite Deine persönliche Kritik in etwas positives und intelligentes. Und noch etwas: Mann ist nie zu alt, zu jung oder zu doof Schwächen wegzutrainieren. Sei offen für alles und nicht so starr wie beispielsweise Ulle.
Dadurch verliert man allenfalls ein Jahr, Jan Ullrich hat durch seine nicht vorhandene Offenheit gegenüber neuen Dingen mind. fünf Jahre verloren. Nehme den Radsport ernst und sei kein bunter Vogel auf einen bunten Rennrad.30. Januar 2005 um 11:25 Uhr #576256Hallo Radfahrer!
Deine Ansichten zeugen davon das du wirklich Ahnung hast, nur ist es eben nicht jedem in die Wiege gelegt etwas von Trainingslehre zu verstehen! Zum Trainingsplan in der Tour muss ich sagen, dass er schon was her macht, nur er ist viel zu allgemein. Ich will ja einen Plan für mich persönlich. Ich zum Beispiel arbeite im Schichtebetrieb, hab also nur 3 – 4 Tage in der Woche zu arbeiten, aber an diesen Tagen 12 Stunden. Also glaube ich nicht das mir ein allgemeiner Plan was nützt. Ich trainiere seit 3 Jahren nach Plan. Ca. 1 1/2 Jahre habe ich bei 2peak trainiert, hab aber dann gewechselt, weil mir die Trainingseinteilung zu starr war. Seit 14 Monaten trainiere ich nun bei http://www.otb-sport.com, da einfach alles übers Internet möglich ist. Zum einen ist es zeitsparend und zum anderen gefällt mir die Vielfalt an Trainern.
Am Besten du informierst dich selber im Netz, Johannes!
Ich bin ein Anhänger der „Online-Kultur“. Manche mögen dem misstrauen, aber ich bin eben noch nicht vom gegenteil überzeugt!!!!30. Januar 2005 um 16:49 Uhr #576257Hallo Windschattencrack,
ich gebe Dir Recht, wenn Du sagst, dass besispielsweise das Traingsprogramm der Tour in keinster Weise individuell ist. Erstens kann es das gar nicht sein, zweitens habe ich dieses auch nicht behauptet. Ich habe gesagt, dass das Programm, bzw. der Aufbau sehr vernünftig aufgebaut ist und für jeden Radsportler eine Basis bietet sich irgendwann einmal etwas selbstständiges aufzubauen.
Zudem ist das heutige Allgemeinwissen in Bezug auf Trainingslehre weitaus höher als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Leider wird heute vieles verallgemeinert und das wiederum hat neue Fehler verursacht.
Heute glaubt man sich mit Pulsuhr und teuren Computeranalysen und Onlinetrainingsberatung auf der sicheren Seite des Form- u. Wettkampfaufbaues, aber hinsichtlich Deiner guten Erfahrungen muss ich doch meine eher vorsichtige Sicht der Dinge anmerken.
Wo bleibt bei dieser Art des Trainings die Individualität? Wie kann ein Trainer, der mich weder kennt noch meinen Fahrstil und meine Position auf den Rad kennt, mir individuelle Trainingsprogramme erstellen? D.h. wie kann er mich zu ein besseren Rennradfahrer machen der ich schon bin. Ich halte das für nicht möglich. Was nützt Dir der beste Formaufbau, wenn Du eventuell den sogenannten runden Tritt einfach noch nicht beherrscht? Viele der zum Teil wirklich talentierten Quereinsteiger haben noch nie eine Form von Technicktraining gemacht und wissen gar nicht was so ein optimierter Tritt überhaupt bewirkt. Der sieht nicht nur schöner aus, sondern er spart auch unglaublich viel Kraft, vorausgesetzt man hat die Muskelatur dafür aufgebaut. Das geht aber nur, wenn man dieses immer und immer wieder trainiert. Wie aber soll das ein Onlinetrainer überhaupt sehen?
Ein Fussballer der mit beiden Beinen gleichstark ist hat immer einen technischen Vorteil, als jemand der nur mit einem Paddel spielen kann. Ähnlich funktioniert es beim Radfahren auch. Wie soll ein Onlinetrainer überhaupt erkennen, ob Deine Position auf den Rad auch wirklich so ist wie sie sein sollte. Wie soll er diese verbessern können, wenn er Dich nicht sieht. A plus B plus C (Puls plus Umfang plus Intensität) ist mir wirklich zu pauschal und wird den Individium des einzelnen Radsportler nicht gerecht.
So sind meine oben genannten Tipps zu verstehen und ein jeder sollte sich dahingehend Gedanken machen.30. Januar 2005 um 18:15 Uhr #576258Hi Radfahrer!
Ich gebe dir vollkommen recht, ein „Onlinetrainer“ kann einen persönlichen nie und nimmer ersetzen, ABER wer kann sich einen Trainer in dem Sinne wie du ihn gerne hättest leisten??? Und nur weil ein Trainer real vor mir steht muss er noch nichts können!!! Soweit stimmen wir überein, oder?
Die Sache ist die mit der Onlinegeschichte: Ich werde dort nicht nur trainiert, ich kann meine Trainingsaufzeichnungen machen, mir das ganze in vorm von Auswertungen anschauen und das hat einen Effekt: ich lerne mich selber besser kennen. Ich kann mich mit der Zeit einschätzen. Ein Onlinetrainer wie bei meinem „otb-sport.com“ stützt sich auf die Theorie des „mündigen Athleten“. Verstehst du was ich sagen will? Ich kann keinem Anfänger erklären wie er auf dem Rad sitzen soll. Ich kann nur einem ambitionierten Hobbysportler weiterhelfen, so wie ich es einer bin.
Bei mir zumindest läuft das ganze, ich gebe meine wichtigsten Rennen bekannt, meinen Arbeitsplan, meine Stärken und Schwächen, die ich ja von Renneinsätzen kenne u. zumindest bei mir hilft es.
Aber bei dem ganzen gerede dürfen eines nicht vergessen: SPASS!!! ohne Spass am Radfahren geht gar nix, und den Spass hab ich auf jeden Fall!
euer windschattencrackps.: wie und wo trainierst du?
1. Februar 2005 um 14:59 Uhr #576259Wer sagt das gute Trainer immer teuer sind oder immer Geld haben wollen.
In meiner „Laufbahn“ sind mir viele begegnet die uneigennützlich mir wertvolle Tipps mitgeteilt haben und in Vereinen gibt es auch Trainer, die dafür da sind den Mitgliedern individuelle Pläne zu erstellen. Ich kann nicht nachvollziehen wo da der finanzielle Knackpunkt liegt.
Und jetzt möchte ich noch einmal zu einigen Anmerkungen von Windschattencrack und auch Johannes Kurz Stellung beziehen:
– Ein jeder sollte sich selber erst einmal die Frage stellen, was will ich, was kann ich dafür tun, was kann ich schon und was kann ich noch nicht und wie kann ich mich Stück für Stück verbessern. Das verstehe ich unter einem mündigen Rennradfahrer, bzw. Sportler.
-Wenn man also ein guter Rennradfahrer sein möchte oder aber werden möchte, dann muss ich mir im klaren sein, dass Rennradfahren mehr ist als geradeaus auf der Strasse schnell zu fahren. Wenn das nämlich alles wäre, dann wäre die Welt voller RENNradfahrer. So ist es aber nicht. Wie beim Schwimmen, beim Fussballspielen und sonstigen Sportarten muss man also erst das einfache ABC des Sports trainieren. Bei Rennradfahren ist dies zum Beispiel das immer wieder stundenlange Fahren auf der kleinsten Übersetzung bei Wind und Wetter, um irgendwann einmal dem Ideal des runden Trittes näher zu kommen. Diese Art des Trainings hat rein gar nichts mit Spass und Freude zu tun. Es hat mit einer Grundtechnik zu tun, die es zu erlenen gilt, um irgendwann einmal zu einem wirklich guten Rennradfahrer zu werden. Was nützt einem denn ein konsequentes, Computergesteuertes Pulstraining alla wasweissichdennda, wenn man im grundegenommen gar kein richtiges Rennradfahren beherrscht?
Ich finde es toll, wenn Leute sich ein Rennrad oder Speedbike kaufen, um damit zu trainieren und auf ihren Körper achten. Aber dadurch, dass sie sich ein Rennrad gekauft haben, sind sie noch lange nicht Rennradfahrer. Wenn ich im Hamburger Stadtpark mit Kumpels kicke, spiele ich zwar Fussball, aber ich beherrsche den Sport nicht. Was lasse ich mir also Trainingspläne erstellen, wenn ich den Sport als solches gar nicht beherrsche? Ich möchte niemanden zu nahe treten, aber es ist nicht logisch in der Mitte anzufangen, wenn man den Anfang noch nicht gemacht hat?
Jeder kann durch mehr und mehr Radfahren immer schneller und schneller werden, aber irgendwann kommt die Mauer über die man nicht kommt, weil man die Grundlage einfach nicht hat.
Wo fange ich an?
Was gilt zu beherrschen?
Und Spass ist so ein Unwort. Was ist daran Spass im Herbst und Winter bei norddeutschen Nieselregen immer und immer wieder im kleinsten Gang über 100 oder 110 Umdrehungen pro Minute zu treten. Spass ist das nicht, aber es ist notwendig, um den Anderen im Frühjahr und Sommer wöchentlich die blankrasierten Waden zu zeigen. Das hat dann was mit Spass zu tun. Der Weg dorthin aber nicht. -
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