Fahrer des Jahres 2020

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  • #569727
    Jaja
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    Der KV hat früh Schachmann ausgerufen. Vielleicht muss das noch mal überdacht werden :D

    Damit auch was geschrieben wird, hier das übliche Verfahren. 5 Fahrer mit Reihenfolge und im Idealfall auch mit messerscharfer (K)Analyse!


    Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.

    #752550
    Krollekopp
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    1. Roglic – Tue mir zwar ein bischen schwer, da er bei dem wichtigsten Rennen geschlagen wurde. Und eben auch das Rennen, das er als Hauptziel oder sogar wohl einziges relevantes Ziel vor der Saison hatte. Aber Pogacar, eben außer der Tour (und Touretappen) nix gewonnen und auch nur noch WM und Lüttich ernsthaft gefahren. Roglic Tour 2. , Vuelta und Lüttich gewonnen, zig Etappensiege und die Dauphine hätte er ohneSturz auch locker gewonnen. Dazu seit dem Lockdown 3 Monate am Stück in Topform gefahren. Schon recht eindeutig vorne.

    Dann wirds schon schwieriger. Gibt keinen weiteren Fahrer der 2 große Rennen gewonnen hat. Wir haben noch die GT/Monument-Sieger: Pogacar (Tour, Etappen, wäre wohl in Lüttich mind. 3. geworden), Hart (Giro, Etappen), Alaphillipe (WM, 2. Sanremo, Lüttich wäre mind. Podium geworden, Ronde auch), van Aert (Sanremo, 2. Ronde, Touretappen, wohl vielseitigster Fahrer der Saison), van der Poel (Ronde, Shitrace), Fuglsang (Lombardei).

    Platz 2 und 3 für mich zwischen van Aert und Pogacar. Schwer zu vergleichen, der eine der klar Vielseitigste, der andere relativ souverän das mit Abstand wichtigste Rennen gewonnen (und ist ja durchaus auch auf verschiedenen Terrains stark, wenn auch nicht van Aert Level). Bin ja ein Fan von Fahrern die in verschiedenen Terrains stark sind deshalb:

    2. van Aert
    3. Pogacar

    Kann man aber sicher auch anders sehen. Dahinter wirds noch schwieriger. Fuglsang für mich raus, Lombardia ja sehr souverän, aber sonst eher nix gerissen. Sollte sich ab jetzt wirklich auf die Klassiker und vielleicht non kleinere Rundfahrten konzentrieren. Bleiben Hart, van der Poel, und Alaphillipe. Normalerweise würde ich dann den Giro-Siger nehmen, aber so wie das gelaufen ist, weiss nicht. Eh schon eher mittelprächtig besetzt und dann 3 von 4 Pre-Race Favoriten raus und der 4. ohne Form. Will die Leistung von Hart nicht schmälern, hat ja auch Fahrer wie Majka, Fuglsang und Konrad ja nicht nur knapp sondern deutlich geschlagen. Wäre also wohl auch bei stärkeren Gegenern im Mix gewesen, aber dennoch unklar wie stark die Leistung zu bewerten ist. Van der Poel aber auch nur ein Monument und ein Shitrace gewonnen, sonst eher mau. Gut dem fehlte halt Roubaix, wäre wahrscheinlich auch wieder 1. oder 2. geworden, aber war halt nicht. Für mich also Alaphillippe. Kann die Pfeife zwar nicht ab, aber hat noch einen 2. Platz bei einem Monument und hat 2 weitere Monumente belebt und hätte ohne asoziale Blödheit in Lüttich und Sturzpech in der Ronde sicher noch 2 Podiumsplätze geholt. Also:

    4. Alaphillippe
    5. Hart und van der Poel

    Ansonsten zu erwähnen wäre noch Hirschi. Hätte vielleicht Lüttich gewonnen ohne die Ala-Aktion und war sonst oft gut dabei.

    Übersicht:

    1. Roglic
    2. van Aerrt
    3. Pogacar
    4. Alaphillippe mit dem Zusatzpreis „Trottel des Jahres“
    5. Hart und van der Poel

    #752551
    Jaja
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    1. Roglic – ich denke da gibt es nicht viele Alternativen zu. Beeindruckende Sieg, praktisch immer um den Sieg gefahren. Dauphiné-Sturz und Out, kleines Drama bei der Tour, aber danach beeindruckend zurückgekommen. Bei seiner Sprintstärke für mich fast verwunderlich, dass er ohne WM-Medaille rausgegangen ist, aber sonst ist alles gesagt.

    2. Van Aert – bin da bei Krolle. Erfolge brauche ich nicht wiederholen. Dazu noch 2x Silber bei der WM im ZF und im Straßenrennen. Auch eine Seltenheit, dass hier jemand 2 Medailllen holt. Beeindruckend auch seine Helferdienste bei der Tour, als er da fast immer sehr lange bei Roglic bleiben konnte und bis weit in den letzten Berg Tempo gemacht hat. Wird dann nebenbei noch 20. der Tour.

    3. Alaphilippe – Weltmeister, Tour-Etappe, 2.MSR, Depp in Lüttich, Pechvogel bei der Ronde. Brabant noch dazu. Überzeugt auch nicht ganz, reicht hier aber knapp vor Pogacar.

    4. Pogacar – kann man auch vor Alaphilippe sehen, ganz klar. Nur Tour stimmt ja nur bedingt, hat halt sonst nicht gewonnen. Aber Lüttich gut, Dauphiné da, im Frühjahr schon Valencia und Emirate top. Zwar Shitraces, aber will damit sagen, er ist keiner, der das ganze Jahr nur gondelt. Dazu beeindruckend die Tour noch gewonnen mit 21. Eigentlich vor Alaphilippe, aber will etwas Abwechslung hier reinbringen;-)

    5. Demare – für etwas Abwechslung hier. Sprint-Dominator. 15 Saisonsiege inkl. 4 Giro-Etappe und Ciclamino. Verlorene Sprints nur bei der EM gegen Viviani, 2x Wallonie gegen Bennett und Ewan, vor Corona in den Emiraten gegen Ewan und 2x Burgos gegen Bennett und Gaviria. Klar fehlt zum Fahrer des Jahres dann eigentlich noch z.B. MSR. Aber die Dominanz beim Giro war schon beeindruckend.

    Wer fehlt? Hart – nur Giro. Ist dann zu wenig.

    Van der Poel – Flandern. Plus ein paar Shitraces. Reicht nicht ganz dann.

    Fugl bei CQ auf 4 nach Punkten. Aber auch dann hauptsächlich Lombardia. Kriegt halt viele Punkte für Andalucia, Polen, Giro. Für die Top-5 dann aber knapp zu dünn. Trotzdem gute Saison.


    Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.

    #752552
    Kanarienvogel
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    1 W. Van Aert
    2 P. Roglic
    3 J. Alaphilippe
    4 T. Pogacar
    5 A. Démare

    Van Aert: 2 Touretappen, 20. GK. Als Helfer. MSR, Strade Bianche. 2. WM und RVV. Reicht hier.

    Roglic: Ja, der wahre Fahrer des Jahres? Aber was in Erinnerung bleiben wird ist dass er die Tour NICHT gewonnen hat. An der letzten Hürde gescheitert. Ain und Vuelta gewonnen, Ain interessiert niemanden, sorry. Vuelta gut natürlich. LBL noch mehr. Starke Saison, aber da wo’s am wichtigsten war hat’s nicht gereicht. Wäre es eine normale Saison gewesen hätte er wohl noch Romandie und Dauphiné gewonnen, dann hätte es trotz Tour gereicht, so nicht.

    Alaphilippe Weltmeister. Touretappe und Brabant, aber da er bei MSR, LBL und RVV auch top war, hat einfach nicht gereicht, aus verschiedenen Gründen reicht das für den 3. Platz

    Pogacar: Leistung des Jahres, sein ZF. Sein TdF Sieg. Rest der Saison da, aber nicht ganz auf diesem Superultramegatopniveau des Tourzeitfahrens. Frühling stark schon, dann vor und nach der Tour auch, aber nicht mehr als eben so Top 5… Tour allein reicht um Roglic vom Thron zu stürzen, aber reicht nicht um ihn mit Pogacar zu ersetzen.

    Démare: Wohl am meisten Siege 20? Klar, nicht alle Topklasse, aber Giro dominiert, Milano Torino gewonnen. Hätte Bennett an der Vuelta noch eine weitere Etappe gewonnen hätte er den Platz wohl bekommen, Sagan ausgezogen, je 2 GT Etappen, ok, reicht gegen Arnaud. Aber nur eine Vueltaetappe… dann njet, Démare bekommt’s.


    Leitplanke

    #752553
    midas
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    Ohne erstmal groß die Vorredner hier gelesen zu haben meine Einschätzung:

    1. van Aert: nach dem Restart bis zum Saisonende immer da, ein Monument gewonnen, beim zweiten knapp dran, quasi Massensprints an der TdF gewonnen, an den Bergen so manchen Spezialisten aus den Schuhen gefahren, ZF kann er auch. Und das nach einer schweren Verletzung, die Vielseitig die ihn auszeichnet reicht heuer knapp zu Platz 1

    2. Roglic: hätte man auch auf 1 setzen können. Am Ende lags an der knapp verlorenen Tour, aber insgesamt auch hier: immer da, fährt immer um den Sieg, Monument geholt (wenn auch etwas glücklich), an der WM auch vorne dabei, Vuelta geholt mit 4 Etappen. Er schenkt nie ab.

    3. Pogacar: der Coup an der Tour führt zu Platz drei. Ansonsten hat er z.B. bei LBL auch noch eine sehr gute Leistung geboten. Das alles im Alter von 22 Jahren.

    4. Alaphilippe: am Ende ist der überzeugend herausgefahrene WM-Sieg, der ihn in die Liste führt. Wenn er auch letztes Jahr insgesamt stärker war, darf man nicht vergessen dass er ja bei MSR auch schon zweiter war. Bei LBL dann Depp und bei der Flandern-Rundfahrt drückt er dem Rennen mit seinen Stempel auf und endet als tragischer Held. Aber auch diese Aktionen gehören mit dazu, dass man Loulou mit dieser Saison in Erinnerung behält.

    5. Ganna: der neue ZF-König, WM und alle 3 am Giro geholt und dazu, setzt er vom Stil her in dieser Disziplin wieder Akzente. So wie damals als Cancellara kam. Dazu zeigt er ja auch dass er eine bergige Etappe holen kann, und man muss auch noch mit einberechnen, dass er in diesem Jahr auch auf der Bahn Weltmeister in der Verfolgung wurde. So gehört er für mich in diesem Jahr unter die 5 Fahrer des Jahres.

    Knapp nicht geschafft haben es:

    MvdP, der zwar in Flandern großartig gewann, dessen Cross-Saison man eigentlich auch noch mit einbeziehen muss, aber am Ende einfach auch mäßigere Phasen drin hatte. Natürlich hat PT für ihn auch gefehlt, ein Sieg dort hätte nochmals zum Umdenken führen müssen.

    Demare: stärkster Sprinter, der auch anspruchsvollere Rennen für sich entscheiden konnte.

    Noch etwas weiter dahinter:

    Gögeli: Giro mit Etappen aus dem nichts, aber halt auch sonst nichts und bei der diesjährigen Konkurrenz reicht es halt nicht.

    Fuglsang: nach dem Restart anfangs sehr stark und auch ein Monument überzeugend geholt. Danach dann weniger. Der Giro lag nach den ganzen Ausfällen eigentlich wie ein offenes Buch vor ihm, da hätte er sich überzeugender präsentieren müssen, um in die Liste zu kommen.

    #752554
    Pepe
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    1. Roglic

    Die Tour-Niederlage bleibt irgendwie sehr stark hängen. Aber nichtsdestotrotz muss er die Nummer 1 2020 sein.
    2. TdF, 1. Vuelta, 1. LBL (obwohl hier glaube ich Hirschi hätte gewonnen, wenn Alaphilippe ihn da nicht vors Rad gefahren wäre). Bei Ain überragend, DL überragend bis zum Sturz, bei Tour viele Tage in gelb.

    CQ-Punkte weit vorne, Godlike Season bis auf das Belles Filles BZF: Die Nummer Een.

    2. Van Aert
    auch Fahrer des Jahres würdige Saison. Strade, Monument MSR, ETS und gelb in DL, 2 ETS bei der Tour als Helfer, 2x Silber bei WM, 2. Ronde

    3. Pogacar
    das wichtigste Rennen gewonnen, mit 3 ETS und drei Trikots. Podium LBL. Dazu im ersten Saisonteil Sieg bei Valencia-Rundfahrt (mit 2 ETS) und 1 ETS bei der UAE plus einem 2. Gesamtplatz.

    4. Evenepoel
    Überraschend gar nicht genannt. Saison natürlich durch den Lombardia-Sturz vor dem ersten Höhepunkt schon vorbei. Davor vier Rundfahren bestritten, alle gewonnen in zum Teil gigantischer Manier.

    5. Alaphilippe
    schwacher Saisonstart. Dann 2. MSR, Tour-Etappe plus Gelb. Das dann dumm verloren. Weltmeister, Brabant. Lüttich fies gesprintet und zu früh gefreut.

    Bester Neo: Almeida hätt ich gesagt. Aber glaub zählt nicht. Dann Andrea Bagioli.

    Aufsteiger des Jahres: Hirschi. noch vor Vlasov.

    Beste Rennen:
    letzte Dauphine-Etappe war mal wieder gut
    Tour-Etappe, die Hirschi gewann
    Vuelta Formigal

    Eintagesrennen: meine geliebten Pave-Klassiker
    RVV
    Gent-Wevelgem
    Brugge De Panne fand ich auch gut


    Nooit eerder heb ik zo’n koude voeten gehad

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