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7. Dezember 2011 um 19:08 Uhr #710096
Di Luca? Ja, Giro 07 + 09. Ihn kann man sicher vertreten. Hab etwas mehr auf addierte Leistungen geschaut. Da hat er eben von 5 Jahren nur 2 wirklich gute dabei.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
7. Dezember 2011 um 19:10 Uhr #710097Und was addierst dann beim Cobo so alles zusammen, Jaja
7. Dezember 2011 um 20:04 Uhr #710098Steht doch da alles. 2007 gut, 2008 gut, 2009 OK, 2010 katastrophal, 2011 super
Di Luca wäre dann 2007 super, 2008 OK, 2009 super, 2010 ohne Wertung, 2011 nichts was man als Kletterqualität bezeichnen könnte.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
8. Dezember 2011 um 10:08 Uhr #710099Zuerst mal die Roubaix-Helfer Liste:
eines vorneweg: Thema ist saumaessig schwer. Weil Roubaix halt wirklich ein Rennen fuer die Captains ist, und meistens ab 40km zum Ziel hin die fuer sich alleine sind.
jaja Liste:
Leider Nein. Diejenigen die du aufgezaehlt hast(ein paar kommen mir im zusammenhang mit roubaix nicht gross in den sinn), insbesondere Leute wie Flecha, Hincapie und Hoste waren/sind beileibe keine Helfer gewesen bei PR. die waren helfer das ganze Jahr hinweg, jedoch bei PR waren die meistens in einer geschuetzten Rolle.Lappi:
Aldag, passt aus meine rErinnerung.
Breschel: war super Helfer fuer faebu bei RVV, wie wars schon weider bei PR? glaub da hat er auch gut geholfen, passt auch.Jetzt zwar nicht Leute die es riesig verdient haben, jedoch kommt er der Fragestellung deutlich naeher mit dieser Liste.
Punkt an Lappi
8. Dezember 2011 um 13:04 Uhr #710100OK, damit sind beide Listen entschieden. Das jeweils dritte Urteil soll natürlich noch gefällt werden (Kurz-Analyse ja jetzt auch möglich), aber für die Entscheidung des Duells brauchen wir ein drittes, von den Schiedsrichtern ausgewähltes Thema. KV, wie soll das laufen? Müsst ihr euch jetzt beraten, oder spricht einfach jemand ein Machtwort?
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
8. Dezember 2011 um 14:19 Uhr #710101Denke einfach einer der 3 sagt was… midas oder Gibo vom KV aus… am einfachsten. der der schneller ist.
Leitplanke
8. Dezember 2011 um 16:03 Uhr #710102die 5 groessten und brilliantesten Taktischen Meisterleistungen seit 2000 waere mein Vorschlag
8. Dezember 2011 um 18:26 Uhr #710103Schönes Thema! Abgabe irgendwann am Samstag Lappi?
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
8. Dezember 2011 um 18:46 Uhr #710104So, dann noch Kurzanalyse für die PR-Helfer.
Bei Jaja stehen mit Hoste, Flecha, Hincapie schonmal 3 PR-Kapitäne drauf. Ich hätte Helfer hier schon mit einem Bezug zu PR gesehen (meine Interpretation). Miholjevic verdienter und wertvoller Helfer, aber Rundfahrt/Berg und nicht PR. Stangelj wär der richtige Slowene gewesen! (dieses Jahr auch in der Spitzengruppe). Niermann ebensowenig PR-Bezug. Interessanter wirds bei Lang, aber bei PR hab ich ihn jetzt auch nicht grad auf dem Schirm. Bleibt Kroon, mindestens Co-Líder oft, aber bei PR als Helfer zu sehen, mit guter Begründung.
Lappi sieht nur zwei: Aldag mit kämpferischer Fahrweise auch bei PR zu sehen, gut. Breschel zuletzt zwar auch als Co-Líder, dieses Jahr schon als Leader eingeplant, aber man kann ihn hier nennen.
Manchmal ist weniger einfach mehr, und die Gesamtbegründung von Lappi überzeugt. Bei Jaja einfach zu viele PR-Líder drauf, deshalb Punkt an Lappi.
Das nächste Thema ist ein interessantes!
9. Dezember 2011 um 5:22 Uhr #710105Samstag geht in Ordnung. Ich komme etwa 16 Uhr heim, danach ist mir jeder Zeitpunkt recht.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit Breschel und Aldag punkten kann und auch Sastre an 3 hoch bewertet wird.
Nun gut, 5 taktische Meisterleistungen. Ulles Tour 2003 fällt ja wohl leider grad nicht in diesen Bereich.
Ganz spontan fällt mir da überhaupt nix ein. Werd ich wohl mal ein bisschen über die Bücher gehen.
Vive le Tour. Vive le cyclisme.
9. Dezember 2011 um 10:00 Uhr #710106Gut, dann 17:30 Uhr.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
9. Dezember 2011 um 14:58 Uhr #710107Kletteranalyse:
Ich nehme mal alle gemeisanem raus(ich fokussier mich weniger auf die rangliste, mir gehts mehr um die genannten Fahrer):
Lappi:Scarponi, Moncoutie, Evans
Jaja: Cobo, Mosquera, SanchezMoncoutie ist fuer mich ganz klar Fehl am platz, das ist son typischer ich geh in ne Fluchtgruppe und hol mir die Vuelta Erbsen, aber misst sich fast nie mit den Top-Kletterer. Evans durch seine brilliante Galibier Fahrerei (fast)berechtigt, jedoch sonst eher der typ der das Feld nicht zersaegt am Anstieg. Scarponi past hier, durchaus berechtigt durch seine Giro leistungen.
Cobo durch Vuelta(und die Cera Tour) ganz klar utner den Top Kletterer, past. Mosquera.passt auch, typischer bergfloh. Sanchez, past mir +/- in den kram.
lappi also gewonnen, insbesondere dank der Erwaehnung von Cobo, und weil Moncoutie eifnach total Fehl am platz war.9. Dezember 2011 um 15:04 Uhr #710108Kleiner Fehler im Fazit bei Gibo.
Vive le Tour. Vive le cyclisme.
9. Dezember 2011 um 19:02 Uhr #710109ou, man sollte zuerst mal seinen schwachsinn durchlesen respektiv sein fazit
also…natürlich hat jaja gewonnen, aber zum glück war meine stimme hier nicht ausschlaggebend, sonst wär das ne ziemliche fehlentscheidung gsi von seiten des schiedsrichters!
10. Dezember 2011 um 11:01 Uhr #710110Hey Jaja, alle meine Planungen wurden über den Haufen geworfen. Ich schaffe es heute nicht. Können wir auf morgen verschieben?
Vive le Tour. Vive le cyclisme.
10. Dezember 2011 um 12:30 Uhr #710111Langweiler.
Das Thema von Gibo auch voll doof.
Das einzig richtige Thema wäre folgendes gewesen:
Rangliste der 10 besten Vornamen von Radfahrern! (Jaja hätte gewonnen)
Leitplanke
10. Dezember 2011 um 13:54 Uhr #710112Kein Problem, dann eben morgen. Mach nen Uhrzeit-Vorschlag.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
10. Dezember 2011 um 15:40 Uhr #710113ok
spontane liste. beste vornamen.abgabe 17.40 uhr
gegner: wer will
schiedsrichter: die ersten drei, die es kommentieren
10. Dezember 2011 um 21:07 Uhr #710114Hey Jaja, ich hab meine Liste fertig. Abgabe jederzeit möglich. Ich kann sie auch einfach reinstellen, wenn ich das nächste mal reingucke. Ich ändere bestimmt nichts mehr und glaube auch nicht, dass du aufgrund meiner Liste noch was reinnehmen würdest.
Einverstanden?
Vive le Tour. Vive le cyclisme.
11. Dezember 2011 um 8:53 Uhr #710115Gut, ist ja eh kein Thema bei dem man groß abschreibt. Viel individueller als z.B. die besten Kletterer.
Daher poste ich jetzt einfach. In chronologischer Reihenfolge:
Giro 2004, 16.Etappe: Popovych war in Rosa, doch dann spielte Saeco seine mannschaftliche Überlegenheit aus. Alle schauten wohl auf den zweimaligen Girosieger Simoni, der im GK auch noch vor Cunego lag und warteten auf dessen Angriff. Saeco schickte die starken Kletterer Mazzoleni und Tonti in die Flucht und am Furcia, über 50km vor dem Ziel griff dann Cunego an. Niemand folgte ihm. Popovych war mit seinem schwachen Team war isoliert und Simoni musste hinten stillhalten. Mit Hilfe von Mazzoleni und Tonti konnte Cunego seinen Vorsprung im Flachstück noch ausbauen und setzte am letzten Berg dann zum Solo an und gewann mit über einer Minute Vorsprung auf den Rest der Fluchtgruppe und mit 2’39’’ vor dem zerknirschten Simoni. Damit hatte Cunego Rosa und den Grundstein für den Giro-Sieg gelegt. Eine taktische Meisterleistung von Saeco, die dank starker Helfer und Co-Kapitän den Giro-Sieg auf einer nicht extrem schweren Etappe sichern konnten. Niemand weiß wie es ausgegangen wäre, hätte Saeco nicht diesen Überraschungs-Coup gesetzt. Ohne den Vorsprung wäre am Ende Honchar vorne gewesen (aber die vorletzte Etappe wäre dann auch anders verlaufen). Es war in jedem Fall der cleverste Weg zum Sieg.
Vuelta 2005, 15.Etappe: Menchov hatte die Führung in der Gesamtwertung und Heras schien sich an Menchov die Zähne auszubeißen (so wie es vier Jahre später Di Luca tat), doch auf der verregneten, kalten Etappe konnte Heras mit Hilfe seines Teams das Blatt komplett wenden. Er griff weit vor dem Ziel an und konnte Menchov bald abhängen. Anschließend konnte er die Hilfe von drei Teamkollegen in Anspruch nehmen, die sich in der Flucht befanden (Beloki, Serrano und Vicioso). Zudem konnte Scarponi noch lange mitgehen und ihn unterstützen. Am Ende ein Triumph und über 5’ Vorsprung auf Menchov. Die Vuelta war gedreht.
Flandern 2009: Alle im Feld schauten auf den Topfavoriten, Tom Boonen. Der versuchte es auch einige Male, konnte aber seinen Schatten Pozzato nicht loswerden. Doch QuickStep hatte auch noch Chavanel und Vorjahressieger Devolder und spielte diese Überlegenheit nun aus. Chavanel war bereits mit Quinziato vorne, dann fuhr Devolder nach vorne und hing an der Muur seine Begleiter ab, während hinten niemand Interesse daran hatte, Boonen nach vorne zu fahren. So kam ein überlegener Sieg mit 59’’ Vorsprung auf eine Riesengruppe dabei heraus.
Paris-Roubaix 2011: Cancellara war nach dem Sieg im Vorjahr der haushohe Favorit und die Konkurrenz hatte gehörigen Respekt, ja fast Angst. Der Berner attackierte einige Male, konnte aber seinen schärfsten Rivalen Hushovd nicht abhängen. Da vorne Hushovds Teamkollege Van Summeren fuhr, beteiligte sich Hushovd natürlich nicht an der Verfolgungsarbeit. Cancellara fuhr die Gruppe fast im Alleingang nach vorne, hörte dann aber plötzlich auf. Alle anderen hatten zuviel Respekt vor Cancellara und beteiligten sich auch nicht, sodass der gute Roubaix-Fahrer Vansummeren das vorne durchziehen konnte. Ein toller Triumph und eine taktische Meisterleistung, weil man den richtigen Fahrer in die Flucht geschickt hat und man dann hinten eine bequeme Situation erreichen konnte. Cancellara war in der Form eigentlich nicht zu schlagen, trotzdem ist es gelungen!
Vuelta 2011, 6.Etappe: Eine Etappe mit Kat.2-Berg in der Schlussphase. Es war nicht weiter viel passiert am Berg und alles deutete auf einen Sprint hin, doch Liquigas machte dem einen Strich durch die Rechnung, zog in großer Mannschaftsstärke über die Kuppe und attackierte auf der kurzen Abfahrt. Das Feld war schnell geteilt und vorne waren gleich vier Liquigas-Fahrer + Lastras. Der Führende Chavanel und die anderen Favoriten für die Gesamtwertung waren vollkommen überrascht und mussten sich erst organisieren. Der Ertrag am Ende ist zwar relativ gering, 17’’, bzw. 23’’ auf die Favoriten, (und wurde noch durch das dämliche Verhalten von Agnoli, der Nibali die Zeitgutschrift klaute geschmälert), aber es war dennoch eine sehr beeindruckende Team-Leistung, die ja immerhin den Etappensieg und einen moralischen Sieg für Nibali brachte. Hat ihm nicht viel genützt, aber das konnte man da ja noch nicht ahnen.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
11. Dezember 2011 um 9:01 Uhr #710116Als erstes möchte ich mal festhalten, dass ich das Thema so verstehe, dass hier 5 Punkte verlangt werden und nicht 2 mal 5, nämlich die 5 brillantesten und die 5 größten.
Ich suche also nach 5 Leistungen, die groß und brillant waren. Für mich muss dabei auch ein Sieg am Ende rausspringen. Sylvain Chavanel zum Beispiel hat bei Flandern 2011 sicher eine taktische Meisterleistung abgeliefert, aber am Ende springt für ihn nur der 3. Platz raus und das ist dann zwar aller Ehren wert, aber eben kein Sieg. Mag sein, dass das Schiris oder Jaja anders sehen, für mich zählt das jetzt mal so.
Des Weiteren gibt es natürlich wenig wertvolle Siege (Haribo Classics), die auch mit einer noch so taktischen Leistungen dann doch nicht in Frage kommen. Und es gibt Siege, die sind auch nicht viel wert, weil eigentlich ein höheres Ziel angestrebt wurde, das dann aber nicht erreicht wurde. ONCE hat zum Beispiel 2003 4 Fahrer auf dem Feldberg abgesetzt von allen anderen ankommen lassen – ein großer Sieg, keine Frage. Aber den Rundfahrtsieg von Michael Rogers konnten die vier Buben nicht verhindern. Traurige Sache.
Ferner sollte ein Sieg nicht durch totale Überlegenheit errungen werden. Paolo Bettini hat bei der Meisterschaft von Zürich eine taktisch tolle Leistung abgeliefert, aber er hat auch allein ein ganzes Feld kaputt gefahren. Oder wie wäre Cancellaras Double 2010 zu verhindern gewesen? Da brauchts keine Taktik!
Eine taktische Meisterleistung muss zu einem unerwarteten Sieg geführt haben oder auch einen erwarteten Sieg erst möglich gemacht haben. Nach Möglichkeit waren dort mehrere Personen beteiligt. Der klassische Fall ist ja so: Kapitän schickt Teamkollegen voraus, greift später selbst an, fährt alles zu Klump, holt seinen Teamkollegen ein und der führt ihn durch Gelände, mit dem der Kapitän nicht so klar kommt. Langes Flachstück, komplizierte Abfahrt, so was.
Ich denke natürlich an Andy Schleck, dem die mit Monfort bei der Galibieretappe bei der Tour gelungen war. Dieser Sieg hat aber zwei Makel. Beim Angriff gingen die Gegner nicht mit Konsequenz nach, auf dem Flachstück sind die Gegner auch nicht richtig nachgefahren. Die Tour 2011 war halt ne Katastrophe.
Da war doch mal was an der Vuelta, wo jemand in der Abfahrt irgendwie die Führung erobert hat. Mal nachgucken. Das war 2005 auf der 15. Etappe. Der Führende Denis Menchov war früh isoliert. Heras hatte das durch seine Attacken erreicht. Und dann konnte er sich – ob im Aufstieg oder auf der Abfahrt spielt ja keine Rolle – am vorletzten Berg von seinen Konkurrenten lösen und hatte das Glück, dass zwei seiner Teamkollegen (einer Scarponi übrigens) ihm vorn Unterstützung leisten konnten. Bis zum Schlussanstieg waren das nämlich nochmal gut 40 km und dann noch der Schlussanstieg selbst. Super gemacht. Als Lohn sprangen 3:47 Vorsprung vor Sastre (Tages-9.) und 5:17 vor Menchov (Tages-19.) raus. Klar, dass es in der Folge für den Rundfahrtsieg reichte, der vorher schon nicht mehr für möglich gehalten war. Dass später dann Doping ins Spiel gebracht wurde, ist für diese Teamleistung unerheblich.
Also die Nummer gehört auf jeden Fall mal dazu. Jetzt lass ich mal freien Lauf der Gedanken, was mir sonst noch in den Sinn kommt.
Mir ist so, als hätte Zabel mal einen Etappensieg bei der Tour errungen, weil Armstrong und Ullrich zusammen eine Lücke für ihn geschlossen haben. Ich konnte das bei einer Recherche jetzt nicht wiederfinden, hatte das Rennen damals auch nicht gesehen. Kann sich jemand von euch daran erinnern? Mir hatte das mein Vater damals sehr beeindruckt erzählt.
Steffen Wesemann hatte bei seinem Sieg bei der Flandernrundfahrt kurz vorm Ziel ein Problem. Dave Bruylandts griff an und strebte dem Sieg entgegen. Wesemann sagte hinterher, dass er hier gepokert hat und darauf baute, dass Hoste als Belgier hier selbst die Verantwortung übernehmen würde. So kam es dann auch. Hoste ging die Attacke nach, Wesemann profitierte und konnte beide überspurten.
Marcel Wüst hatte bei der Tour 2000 das Bergtrikot ins Visier genommen. Beim Prolog gab es einen 1-km-Abschnitt, der bergauf führte. Was die meisten Beobachter und bestimmt auch viele Fahrer nicht wussten: Die Zeit dieses Abschnitts entschied ohne einen Punkt über das Bergtrikot. Wüst sprintete dort volle Pulle und erzielte so die Bestzeit. Zur Belohnung durfte er 4 Etappen lang das Trikot tragen, denn auf den ersten drei Etappen wurden keine weiteren Punkte vergeben. Als besonderen Clou gewann er die 4. Etappe im Bergtrikot im Massensprint.
Fabian Wegmann erringt 2004 das grüne Trikot als bester Bergfahrer beim Giro. Obwohl Cunego massig Punkte im Vorbeigehen sammelt und Wegmann deutlich seine Grenzen aufgezeigt bekommt, nutzt er doch auf praktisch jeder Etappe seine Chance, fährt bei jeder Etappe in der Ausreißergruppe mit und sammelt alle Punkte, die theoretisch möglich sind. Auf dem Zahnfleisch kommt er in Mailand an, aber es hat sich gelohnt, er hat 2 Punkte Vorsprung auf Cunego.
Der wiederum gewinnt den Giro 2004 zwar schon auch aufgrund eigener Stärke, aber um sicher zu gehen, bedient er sich eines schönen Kniffs. Auf vorherigen Etappen hatte er deutlich demonstriert, dass er seinem Teamkollegen Simoni bei einer Attacke nicht folgt, nun musste dieser auch die Beine still halten, als Cunego plötzlich noch einmal attackierte auf dem Weg nach Falzes und nach Bormio.
Ivan Basso hat beim Giro 2010 bergauf alles im Griff, aber die 54-köpfige Spitzengruppe nach L’Aquila bereitet immer noch Probleme, vor allem in Form von David Arroyo. Von den knapp 2 Minuten Vorsprung, die Basso oben am Mortirolo hat, wird er auf der Abfahrt wie immer etwas verlieren. Teamkollege Nibali behält aber die Nerven und pilotiert Basso den Berg hinunter, obwohl Nibali mit einer eigensinnigen, schnellen Abfahrt selbst Siegchancen hätte. Er lag ja nur zweieinhalb Minuten zurück. Fakt ist, die Arroyogruppe kommt noch bis auf 40 Sekunden an das Spitzentrio ran. Fakt ist auch, die drei (mit Scarponi) bauen den Vorsprung nach Aprica dann auf über 3 Minuten wieder aus. Wahrscheinlich nur durch die Zusammenarbeit von Nibali und Basso. Wäre Nibali ohne Basso voraus gewesen, hätte er nicht die Kraft gehabt, sich gegen die Gruppe zu erwehren. Und Basso wäre in der Abfahrt eingeholt worden. Zu jedem Zeitpunkt die siegbringende Taktik gewählt.
In den frühen Zügen seiner Karriere hat sich Alexander Vinokourov auch für kleinere Siege und Platzierungen aufgeopfert und immer bis zur Selbstaufgabe gekämpft. Ich erinnere mich an einen Vueltaetappensieg 2000, wo er aus dem Hauptfeld allein den Ausreißern nachsetzte, diese erst 200 Meter vor dem Ziel einholte und dann noch überspurten konnte.
Tom Boonen war 2009 mal wieder in Topform zu den Nordklassikern gekommen und hatte mit Devolder den Vorjahressieger in seinen Reihen. Der zweite Topfavorit war seiner Zeit Pozzato (die Älteren werden sich erinnern). Devolder setzte sich wieder früh ab und immer, wenn jemand nachsetzen wollte, vor allem aber bei Pozzato, ging Boonen mit und zerstörte sich dadurch seine eigenen Ambitionen. Seitdem hat er das zwar nicht mehr gemacht, aber es schmälert nicht seine aufopferungsvolle Fahrweise in dem Jahr. Devolder hat seine beiden Flandernsiege den überragenden taktischen Möglichkeiten des Teams zu verdanken, die Boonen perfekt umgesetzt hat.
Paris-Roubaix 2001. Nach 100 km hatte das Team von Musseuw schon alles im Griff, es waren nur noch 16 Mann in der Favoritengruppe und er hatte noch gute Helfer. 87 km vor dem Ziel griff Peters an und zwang die anderen zur Arbeit. Die Gegner brauchten 70 km, um Peters einzuholen. Dann ging der frische Knaven und wieder waren die anderen gefordert. Der eigentliche Plan sah vor, Musseuw so das Feld zu bereiten. Die Gegner konnten Knaven aber nicht mehr einholen. Das Team Domo-Farm Frites belegte am Ende die Plätze 1-3. Extrem beeindruckende Dominanz, aber die haben sich die Fahrer im Rennen erarbeitet.
2002 und 2011 wurde die Straßenradweltmeisterschaft im Massensprint entschieden. In beiden Rennen traten die Nationalmannschaften des Topfavoriten sehr diszipliniert auf und hielten das gesamte Feld zum Zielsprint zusammen. Das Rennen 2011 ist noch in frischer Erinnerung. Die Briten hatten das so extrem gut im Griff, das kann man schon als überragende Leistung mit der richtigen Taktik bezeichnen. Die eigentliche Sensation liegt aber im Jahr 2002, da haben es die Italiener doch tatsächlich hingekriegt, an einem Strang zu ziehen. Was so ein miserabler Kurs doch möglich macht. Mh, ob das aber nun ne taktische Meisterleistung war?
Ich zähl mal zusammen, ob ich auf 5 gute komme. Übrigens, falls die Nachfrage kommt, ich habe Savoldelli nicht vergessen, sondern bewusst raus gelassen.
1) Heras gewinnt 15. Etappe Vuelta 05 mit mehreren Minuten
2) 2001 Knaven vollendet Domo-Teamtaktik bei Paris-Roubaix
3) Basso und Nibali erkämpfen gemeinsam Girosieg auf Mortiroloetappe 2010
4) Boonen ermöglicht Devolder 2009 zweiten Flandernrundfahrtsieg
5) Wesemann gewinnt Poker bei Flandernrundfahrt 2004
6) Knapp geschlagen: Wüst gelingt Bergtrikotcoup
Okay, ich hab meine 5. Bin zwar unzufrieden, aber ich lass es jetzt so stehen. Das Vueltading 2005 hat Jaja garantiert auch dabei, die anderen wahrscheinlich nicht. Bin gespannt, was der sonst noch so ausgegraben hat.
Vive le Tour. Vive le cyclisme.
11. Dezember 2011 um 13:34 Uhr #710117Ich möchte nicht richten. Dies maße ich mir nicht an. Mir fällt nur eine kleine Episode aus der Vuelta 98 ein, woran man die Brillianz und Größe dieses Sports erkennen kann! Andrei Sintschenko gewinnt aus den nix 3 Etappen darunter die Königsetappe sowie zwei lange Fluchten. Im nächsten Jahr gewinnt er noch die Kletterei auf den Montjuic, um danach unterklassig unterzugehen.
Piensé, mientes bastardo
11. Dezember 2011 um 17:43 Uhr #710118Mmhh…
Heras bei beiden drin gut, muss man schon mal nicht vergleichen.
Boonen ebenso.
Bleiben
Giro 04-Roubaix 11 und Vuelta 11
vs
Roubaix 01, Giro 10 und Flandern 04.Also fangen wir mal mit Jaja an:
Giro 04, ok, ja, hier die Mannschaftstärke gnadenlos ausgespielt. Roubaix 11 passt auch, mutig dazu, damit landet man auf der Hassliste des kackschissers. Vuelta 11, ok, so begeisternd fand der KV das nicht, aber ok.
Lappi: roubaix 01, mmh, nicht gesehen. Wie Lappi es sagt hätte man den Sieg aber wohl eh gehabt… Aber ok, sicher ist sicher, passt. Giro 10 hingegen der Schwachpunkt. Alles andere wäre taktische Idiotie gewesen. Natürlich fährt der bessere Abfahrer die Abfahrt von vorne. natürlich greift er seinen im GK vor ihm liegenden Mannschaftskollegen nicht an. Natürlich kriegt er aus dem Wagen die Anweisung den Basso runterzupilotieren. Alles keine Meisterleistung, sondern gesunder Menschenverstand. Wie Renshaw halt Cav anzieht… und nicht so lange wartet bis von hinten andere vorbeidüsten, er dann im Moment losgeht wo Cav dann eingeklemmt ist und so selbst zu gewinnen versucht. Einfach normal das ganze findet der KV. Flandern 04 auch verpasst, wird schon passen, nach der Beschreibung ja, kontrolliert steht in etwa das, Hoste bis da nicht mitgearbeitet, ok, passt. Aber Nibali-Basso hier nach KV ein Fehlgriff, damit alles entschieden.
Jaja.
Leitplanke
13. Dezember 2011 um 13:03 Uhr #710119Quote:Bleiben
Giro 04-Roubaix 11 und Vuelta 11
vs
Roubaix 01, Giro 10 und Flandern 04.da greif ich mal auf KV’s vorsortierung zurueck.
Jaja:
-vuelta 11: fand ich toll, ich evtl nicht die taktische meisterleistung des jahrzehnts, aber ich finde angriffe auf abfahrten werden zuselten versucht in sachen teamarbeit/taktitk.
-roubaix: tut weh als faebu-fan, aber kann/muss man so stehen lassen
-giro 04: zum glueck dem popovych mit dieser taktik eins augewischt, tolle taktiklappi:
PR: nachgelesen in denw eiten des internets, passt meienr meinung nach.
RVV04: hmmm lutschen=taktische meisterleistung?hmmm nein, passt mir nicht. da fehlen die eier
Giro10: von taktischer meisterleistung keine spur, richtig kanalysiert vom KV13. Dezember 2011 um 19:01 Uhr #710120Zunächst ein Lob an beide Duellanten, die die jeweiligen Geschehnisse pointiert zusammenfassen.
Nun in die entscheidende Phase: Die 05er Vuelta-Aktion Heras/Liberty vs Menchov haben beide, ebenso Devolder bzw. Quick-Step bei der Flandern-Rundfahrt.
Bleiben also bei Jaja
04er Giro Pfalzen-Etappe Cunego/Saeco am Furcia
11er PR mit van Summeren/Garmin
11er Vuelta Liquigas Abfahrt Cordoba,bei Lappi
01er PR Knaven/Domo
04er Flandern-Rundfahrt Wesemann
10er Giro Basso/Nibali MortiroloSchnell geht der 04er Giro, vorausschicken Tonti / Mazzoleni und Cunego dann mit dem Angriff am Furkelpass gehört rein, beim Schiefgehen hat man die Option Simoni damals auch nicht verspielt. Punkt für Jaja.
Ebenso hinein gehört die Domo-Dominanz des 01er PR. Knaven zwar nicht der Super-PR-Sieger, aber genau das zeichnet ja eine taktische Meisterleistung auch aus, dass man eben durch eine bestimmte Strategie den stärkere Fahrer im Feld auch neutralisiert. Punkt für Lappi.
Da noch jeweils ein Tagesrennen und eine GT übrig sind, versuche ich mal, die beiden zu bewerten.
Schwierig – sehe aber bei den Klassikern Jaja vorn. Wesemanns Flandernrundfahrt hab ich nicht gesehen und auch nicht mehr so präsent. Aber nominell Wesemann wohl sowieso der schnellste der drei, gut man muss das erstmal ausspielen, aber wohl doch stärker die individuelle Stärke. Dagegen war, bei aller damaligen Kritik an Hushovds-Fahrweise, bei der Garmin-Aktion stärker die strategische Komponente im Mittelpunkt.
Dann die Liquigas-Leistungen 10 und 11 – Mannschaftlicher Überraschungscoup von Cordoba ja, aber aufgrund des Endresultats (geringer Vorsprung, Agnoli), zweifelhaft, hier dazuzugehören. Nibali/Basso am 10er Giro von der Bedeutung ein ganz anderer Rang natürlich, allerdings sehe ich die individuelle Stärke der Protagonisten im Vordergrund – und werte unentschieden.
Summa summarum also ein leichter Vorteil für Jaja.
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