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Ventil aktualisiert.
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5. September 2006 um 23:21 Uhr #573370
dankeschön.
8. September 2006 um 20:21 Uhr #573371Ventil, ich brauche deine Ortskenntnisse.
Die Gegend da, wo du wohnst (wo genau eigentlich?), gibt’s da irgendwelche radltechnischen Geheimtipps? Würde mich echt interessieren. Nenn‘ alles, was schön zu fahren ist (aber nicht weltbekannt wie Ächerli oder Klausen).
Ein paar spezifische Fragen habe ich auch:
– wie baut man Ibergeregg am besten in eine Tour ein? mit Sattelegg? wie ist Etzelpass? ist Sattel – Oberägeri – Raten gut fahrbar?
– Melchsee-Frutt: ist steil, aber auch schön?
– Göschener Alp Stausee: sieht nach Karte potentiell gut aus… lohnt es sich? wie steil?
– Bürgenstock?Und wie wird das Wetter bei euch in den nächsten 14 Tagen?
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
9. September 2006 um 15:04 Uhr #573372Freut man sich auf das nächste Kapitel dann so etwas… Schäm dich Kaervek!!!!!!!
Leitplanke
9. September 2006 um 15:59 Uhr #573373kaervek hat stil !!
werde das morgen posten, zur freude aller !
meiner gewinnt immerhin rennen, evans ist einfach nur hässlich !!
102
9. September 2006 um 16:05 Uhr #573374Ja, vor allem interessiert mich wie das Wetter bei euch wird!
9. September 2006 um 21:23 Uhr #573375Du kannst ja noch einen Abstecher über den Brünig ins Berner Oberland machen , da gibt es auch noch ein paar schöne Stiche .
Das Wetter scheint in den nächsten vier , fünf Tagen gut zu werden .
Und Gilbert ist doch kein ewiges Talent!
9. September 2006 um 23:00 Uhr #573376Quote:Freut man sich auf das nächste Kapitel dann so etwas…Heute gibt’s den nächsten Tag. Ich hoffe ich kann den KV damit gnädig stimmen.
Quote:Du kannst ja noch einen Abstecher über den Brünig ins Berner Oberland machen , da gibt es auch noch ein paar schöne Stiche .Ja, am liebsten würde ich überall hin. Große Scheidegg mal wieder würde mich reizen. Aber erst mal hören, was das Ventil zu berichtet. Ich bin hoffnungsvoll, damit genug „Material“ für die 3-4 Tage, die ich vielleicht da sein werde, zu haben.
Quote:Das Wetter scheint in den nächsten vier , fünf Tagen gut zu werden .Dann mach mal was, dass es 10 Tage länger schön bleibt!
Falls du längerfristigen Vorhersagen stimmen (was so manchmal tun), dann könnt ihr schnell erraten, welchen Tage mir am besten passen… ;(
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
10. September 2006 um 13:44 Uhr #573377kaervek…..so viele viele fragen auf einmal !!
das ist ( der kanarienvogel darf das nicht sehen. also wegschauen du zwergen-hauer !) meine gegend, lauerzersee.
pässe kennst ja alle in dieser region, mehr gibt es auch nicht. hab mal ein paar anstiege zusammen gestellt rund um diese region.
karte 1 :
1. wildspitz 1568 m ; von steinerberg 615 m sausteil, also enorm steil. ohne dreier kommst hier nicht rauf. von sattel 760 m auch steil, fährst aber mehr im wald. der obere teil sehr schön nahe dem absturzgebiet vom rossberg. musst bei der letzten kehre nach links aussen fahren um das zu sehen. tolle aussicht oben nach nord und süd. hat ne spunte. fakelte mal ab, aber ein paar spinner haben sie wieder audgebaut.
2. mostelegg 1266m von schwyz 560 m aus. auch, wie könnte es anders sein, sausteil ! schöne aussicht auf das lauerzersee-gebiet. gegend selber, bei der strasse nicht überwältigend.
3. fruttli 1152 m von goldau aus. endet da, wo die strasse die rigibahn kreuzt. mit dem bike könntest du ganz nach oben ( rigi 1798 m ). mittelsteil ( ausser wenn du zur rigi hochfährst. der obere teil, was soll ich sagen, einige wanderer schaffen es nicht mal zu fuss dort hoch ).
4. zugerberg 1020m ; von arth 420 m aus steil, von unterägeri 730 m aus weniger steil. oben ist ein plateau. da kannst du bis nach zug fahren. gibt viele verschiedene kleine strässchen dort. schön zum verfahren und sich ägern. irgenwie kommst du aber schon wieder runter.
5. gätterli 1190 m von gersau 440 m aus. das war der trainingsberg von camenzind. so mittel bis schwer. camenzind käme jetzt mal sicher nicht mehr dort hoch der fettsack. oben hats ne gemütliche beiz.
karte 2 :
urnerland. keine ahnung wo du übernachtest. aber wenn zum beispiel in brunnen ein hotel hast, dann kannst du beide karten gut abfahren.
1. morschach 780 m von brunnen 440 m aus. nette aussicht oben aufs rütli und den vierwaldstättersee. du kannst auch über den „berg“ auf der anderen seite wieder runterfahren. so lala. oben steiler als unten.
2. riemenstalden 1030 m von sisikon 450 m aus. auch tolle aussicht auf den 4wssee. strecke selber noch anspruchsvoll. kein killer, aber hart. oben eine super beiz. netter typ der robi. hatte seine kochlehre als bester der ganzen schweiz abgeschlossen. faire preise.
3. isenthal 1000m von isleten 440 m aus. auch unten schon schön am see entlang zu fahren. die strecke selber unten sehr hart. oben dann flacher. idyllisches tal. die strecke selber dient auch für ein amateur/elite- rennen.
4. gitschental 1000m von seedorf 440 m aus. so eine richtige bergstrasse. viel im wald. mittel bis steil. oben gibts auch ne spunte, aussicht natürlich super toll auf die reussebene.
5. haldi 1078 m von schattdorf 470 m aus. „haldi“ ist der hausberg von schattdorf. man sieht den punkt leider nicht auf der karte. steile abschnitte. im winter eine schlittelstrecke. oben sehr schöne aussicht. ausgangspunkt zum wandern.
– wie baut man Ibergeregg am besten in eine Tour ein? mit Sattelegg? wie ist Etzelpass? ist Sattel – Oberägeri – Raten gut fahrbar?
mit sattelegg. etzel ein langweiler ausser einem sausteilen abschnitt. sattel – oberägeri – raten ist gemütlich. samstags würde ich das meiden. da fährt nämlich alles was irgenwie fährt dort hoch. raten von oberägeri aus steiler als ostseite.
– Melchsee-Frutt: ist steil, aber auch schön?
kenne ich nicht. ( lach nicht brückenpenner !! nicht du, kaervek ). ist aber sicher eine schöne tour, wie ich so gehört habe.
– Göschener Alp Stausee: sieht nach Karte potentiell gut aus… lohnt es sich? wie steil?
wunderschön. fahr das auf jeden fall. mal steil , mal weniger steil. kein mörderding, aaaaber wunderschön !!
– Bürgenstock?
keine ahnung.
Und wie wird das Wetter bei euch in den nächsten 14 Tagen?
die nächsten tage noch schön. ca. 23 grad. nullgradgrenze 3000m. alles andere spekulation. wird aber sicher kälter, musst dich beeilen.
noch ein typ. wenn du schon in wassen bist. fahr die schöllenenschlucht hinauf nach andermatt. in der letzten galerie führt rechts ein tunnel weg. da geht eine alte militärstrasse hoch. voll cool kann ich dir sagen. aber auch steil. tolle aussicht auf die schöllenenschlucht wenn du bei der kehre 8, oder wars 9, egal, dein rad abstellst, und ein paar meter richtung schlucht gehst. wenn du hier bist, und sonst noch fragen hast, werde ich dir gerne für ein bier, sagen wir zwei, nein okay, einigen wir uns auf 5 bier, das ganze noch näher erklären !!!
ES LEBE DIE INNERSCHWEIZ !!!!!!!!!!!!
102
10. September 2006 um 17:13 Uhr #573378Die alle abgefahren? Nicht schlecht, gefällt dem KV gut! Besser als dieser Kaervek der immer noch nichts gepostet hat. Und Innerschweiz Ausserschweiz Unterschweiz Oberschweiz, ja sogar Oesterreich, wenn’s um Pässe und Pässefahrer geht liebt der KV doch alle! (Ausser die Höhenschummler)
Leitplanke
10. September 2006 um 17:36 Uhr #573379Paah,
die Höhenschummler sitzen in Andermatt und nageln irgendwelche falschen Schilder auf ihre Passhöhen.
pompa pneumatica
10. September 2006 um 19:56 Uhr #573380Hier gehts zum Bild:
http://www.rad-am-ring.de/strecken/images/hoehenprofil-nordschleife.jpgKann mir mal jemand dieses Höhenprofil erklären?
Oder anders gefragt, komm ich mit dem Rad da hoch oder nicht?
10. September 2006 um 20:03 Uhr #573381Warum nicht,
das Maximum sind 300 Höhenmeter auf 5 Kilometer.
Kleinster Gang, an was Schönes denken und sich Zeit lassen und schwuppdiwupp bist Du oben.Viel Spass.
pompa pneumatica
10. September 2006 um 20:06 Uhr #573382Ich nehm mal an, es handelt sich um die legendäre Nürburgring Nordschleife, auf der Altig Weltmeister geworden ist?
10. September 2006 um 20:24 Uhr #573383Aber sicher!
Naja 300 Höhenmeter auf 5 Kilometer, wie steil ist das dann? Sollte eigentlich zu schaffen sein, aber dann hört man immer so sachen, das alle radler da schieben müssen, weils so steil ist. bin ja eigentlich recht steile-berge-fest aufgrund meiner wohngegend, aber sowas macht mir dann doch immer angst, wenn es leute gibt die sagen man könne da nicht hochfahren…
10. September 2006 um 20:26 Uhr #57338410. September 2006 um 20:52 Uhr #573385Quote:Original von Pinarella
Aber sicher!Naja 300 Höhenmeter auf 5 Kilometer, wie steil ist das dann? Sollte eigentlich zu schaffen sein, aber dann hört man immer so sachen, das alle radler da schieben müssen, weils so steil ist. bin ja eigentlich recht steile-berge-fest aufgrund meiner wohngegend, aber sowas macht mir dann doch immer angst, wenn es leute gibt die sagen man könne da nicht hochfahren …
Das Problem ist nicht der Berg, sondern oftmals die Übersetzung und das Tempo.
pompa pneumatica
10. September 2006 um 21:18 Uhr #573386Quote:Oder anders gefragt, komm ich mit dem Rad da hoch oder nicht?Ich denke schon. Der lange Anstieg sieht schlimmer aus, als er ist. Sind 270hm bei 5km, also 5.4% im Schnitt. Ist zwar an ein paar Stellen steiler, aber auch nicht so schlimm, wie man oft hört. Zweistellig wird’s nur kurz (dafür kurz vor oben). Mit 42-21 wird’s da hoch bestimmt schwer, aber mit ner halbwegs vernünftigen Übersetzung kein größeres Problem, typisch Eifel eben. Ok, nach 6 Runden ist es natürlich nicht mehr leicht.
Meiner Meinung nach fährt man sich eher auf der restlichen Strecke kaputt, da es dort auch ständig hoch oder runter geht. Auch die Döttinger Höhe kann bei Gegenwind echt ätzend sein. Die Abfahrt durch die Fuchsröhre macht natürlich Spaß, dort habe ich zum ersten Mal mehr als 90km/h draufgehabt. 8o Und so ne toll geteerte Straße ohne Autos ist auch was feines. Hier ein Höhenprofil des langen Antiegs mit Steigungswerten auf je 200m:
http://img398.imageshack.us/img398/8546/hoheachtgh8.jpgEDIT: Bild nur noch verlinkt, weil so groß.
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
10. September 2006 um 21:25 Uhr #573387So, und nun muss erst mal der Vogel ruhiggestellt werden. Vielleicht hilft dabei ja auch Baldrian im Trill, aber ich probiere es erst mal mit dem nächsten Tag meines Urlaubs:
Montag, 31.07.2006: Da läuft was schief
Der Wetterbericht für diesen Tag war nicht ganz so positiv. Nach freundlichem Beginn waren für den Nachmittag aufziehende Schauer und Gewitter vorrausgesagt. Trotzdem plante ich eine längere Tour. Es sollte zunächst etwas nach Norden, das Eisacktal aufwärts, gehen. Dann übers Würzjoch ins Val Badia und von dort nach Bewältigung des Grödner Joches zurück nach Waidbruck. So startete ich morgens recht gut gelaunt bei Sonnenschein. Bereits nach wenigen Fahrminuten bemerkte ich, dass der Antrieb meines Rades unrund lief. Die Kette sprang gelegentlich. Am Vortag war alles ok und über Nacht wurde das Fahrrad nicht bewegt oder angefasst, also ärgerte ich mich über (recht plötzlich) auftretende Verschleißerscheinungen, entweder an Kette oder Ritzeln oder an beiden. Trotzdem hielt ich kurz an, eine optische Überprüfung brachte allerdings keinen Aufschluss über die Ursache der unruhig laufenden Kette; zumindest war ich nun sicher, dass es kein Fremdkörper war, der sich im Antrieb verfangen hatte. Nach einiger Fahrzeit auf der Brennerbundesstraße entschied ich mich auf den parallel laufenden Radweg zu wechseln, nachdem ich sicher war, dass dieser komplett asphaltiert und in gutem Zustand war. Natürlich war dies ein Fehler. Den im Bereich des Abzweiges, den ich Richtung Würzjoch nehmen wollte, verlieft der Radweg weitab der Bundesstraße ohne Möglichkeit auf diese zu gelangen. Deshalb musste ich erst ein Stück weiterfahren und mich über eine ziemlich steile Hofeinfahrt zurück zur Straße kämpfen, auf der ich nun wieder ein kurzes Stück talabwärts fahren musste. Um das Würzjoch von Westen her zu erfahren gibt es diverse Möglichkeiten. Es führen Straßen von Klausen, Mühlbach und zwei von Brixen hinauf, die sich im Laufe des Anstiegs vereinigen. Ich hatte mich für den Anstieg von Klausen aus durchs Vilnößtal entschieden, unter anderem weil dieser der schönste sein sollte. Zunächst stieg die noch recht breite Straße moderat und es lief recht gut. Irgendwie hatte ich ein komisches Ziehen in den Oberschenkelmuskeln, was aber nicht sehr behinderte. Nach knapp 10km Aufstieg war St.Peter erreicht. Nach dem passieren einer schmalen Gasse innerorts war ich auf der richtigen Passstraße. Die Steigung nahm zu und die Straße war von nun an gerade breit genug für zwei Autos – an den meisten Stellen zumindest. Die ersten Meter nach St.Peter waren durchaus steil, die sich ergebenden schönen Aussichten entschädigten aber für die Mühen.
Im folgenden Teil wechselte die Steigung des sich am Hang hinaufschlängelnden Sträßchens ständig zwischen flach, mäßig, steil und sehr steil. Die sehr steilen Rampen waren eher kurz, ihre Häufigkeit hatte aber was zermürbendes. Speziell in Teilen, in denen flache Passagen selten waren, dachte ich an die Mühen des Vortages. Insgesamt lief es aber diesen Tag besser und ich überstand diesen Teil der Auffahrt. Plörtzlich hörte die Straße fast komplett auf zu steigen, vielleicht 2% waren noch übrig, als ich einen Mountainbiker einholte. Mein geschultes Auge sagte mir sofort, dass dieser aus dem deutschsprachigen Raum kommen musste. Also verlangsamte ich mein Tempo etwas und wir plauderten ein wenig. Als die Steigung wieder zunahm ließ ich den Biker schnell hinter mir. Die Passhöhe war noch weit und das Vilnößtal mittlerweile nicht mehr im Blickfeld, die Landschaft und die Straße jedoch weiterhin grandios. Auf mäßig ansteigender Straße erreichte ich das vergelagerte Kofeljoch. Nun gab es zunächst eine kleine Abfahrt, bevor die letzten etwa 5km Aufstieg zum Würzjoch begannen. Das Kurbeln ging mittlerweile recht gut und nach einer ganz kurzen Abfahrt nahm ich den Schwung für die folgende Steigung mit und ging aus dem Sattel. Beim Schalten auf ein höheres Ritzel verhakte sich plötzlich die Kette. Ich bekam den Schuh schnell genug aus dem Pedal und kam so sicher zum stehen. Beim verärgerten Blick auf die Antriebseinheit sah ich für einen Moment ungläubig, dann geschockt, das folgende:
die Kette war gerissen. Ich brauchte ein paar Momente um mich zu sammeln. Ich hatte keinen Nietstift oder Kettennieter dabei, da das Werkzeug für Campagnolo recht teuer ist und ich mir auch nicht unbedingt zutraute so etwas zu reparieren. Außerdem ist ein Kettenriss nicht alltäglich. Schließlich entschied ich mich das verbleibende Stück bis zur Passhöhe zu scheiben. Es waren noch etwa 2.5km. Ich war mir sicher, dass mir dort oben irgendwer irgendwie helfen könnte. Natürlich machte dies keinen Spaß, auch das Laufen mit den Schuhplatten war keine Freude, ich hatte aber kaum eine andere Wahl. Weniger als 100m vor der Passhöhe holte mich der Mountainbiker von vorher ein. Er bot mir auch sofort seine Hilfe an. Seine Frau sei mit dem Wagen oben am Joch. Beide wollten dort etwas wandern und anschließend mit dem Wagen hinunterfahren nach St.Peter, wo sie ihre Ferienwohnung hätten. Wenn ich in 2h (so lange in etwa wollten sie wandern) noch am Joch sei, würden sie mich mitnehmen. Na immerhin, dachte ich mir, damit ist die größte Katastrophe ja bereits abgewendet. Es gab oben eine Gaststätte in der ich zunächst mir es mal gemütlich machen konnte. Ich hielt Ausschau nach deutschsprachigen Urlaubern mit großen Wagen, die sich gerade auf dem Heimweg machen wollten, in der Hoffnung sie würden mich mitnehmen. Allerdings waren die meisten am Joch Italiener, die gar nicht daran zu denken schienen wieder hinabzufahren. Dies lag vielleicht auch daran, dass der Giro Dolomiti hier mit seiner zweiten Etappe unterwegs war und die Ankunft eines Bergzeitfahrens hier soeben erwartet wurde. Netterweise war damit die Wartezeit gut gefüllt. Dank des Angebotes des Bikers war der Druck jemanden zu finden aber auch nicht so groß für mich. Ich begutachtete auch noch einmal das Desaster an meinem Fahrrad; dabei fiel mir auf dass der Umwerfer sehr unnatürlich hinter dem großen Kettenblatt klemmte und von dort nicht wegzubekommen wahr. Offenbar hatte es ihm beim Haken der Kette mächtig verbogen.
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
10. September 2006 um 21:26 Uhr #573388Damit begrub ich die Hoffnungen auf eine sofortige Reparatur. Auch ein freundlicher Italiener, mit dem ich mich eigentlich nicht verständigen konnte, der aber passendes Werkzeug dabei hatte und auch fähig schien, schaffte es nicht die Kette wieder zusammenzunieten. Das Hauptproblem war, dass ein Kettenglied sehr verbogen war. Dieses müsste zuerst entfernt werden. Mir wahr nicht ganz klar, was zuerst dawar: der Kettenklemmer oder der Kettenriss. Wahrscheinlicher ist ersteres. Die Kette klemmte, durch den großen Ruck verbog sich zum einen der Umwerfer und zum anderen Riss die Kette am schwächsten Glied. Bei einem Kettenriss, wäre ich vermutlich sehr unsanft auf der Straße gelandet; so etwas kann ziemlich böse sein, wenn man plötzlich mit voller Kraft ins Leere tritt. Wahrscheinlich war die unrund laufende Kette vom Vormittag doch keine Verschleißerscheinung, sondern eher ein steifes Kettenglied oder ein sich lösender Nietstift. Es zogen ein paar Wolken über den Pass und kurz regnete es auch ein paar Mal. Zum Glück ließ es immer schnell wieder nach und insgesamt war es recht angehnem dort oben. Nach endlicher, jedoch beinahe unendlich erscheinender Zeit, kam der nette Biker zurück und machte sein Versprechen wahr und nahm mich mit. Seine Freundlichkeit kannte keine Grenzen und er brachte mich bis nach Waidbruck (etwa 20km von seiner Ferienwohnung aus). Natürlich war ich sehr erfreut, solche Menschen braucht’s öfter. Besser hätte ich vom Joch nicht wieder zurückkommen können. Busse fuhren zwar, allerdings nur Richtung Val Badia und jemand anderen, potentiellen Nichtradler, davon zu überzeugen mich und mein Fahrrad in seinem Auto mitzunehmen und möglicherweise einen Umweg zu fahren, wäre vielleicht gar nicht so einfach geworden. Der Tag war aber noch nicht gelaufen. Zunächst stellte ich fest, dass mein Sattel zu tief war. Offensichtlich war dieser etwa 1cm runtergerutscht durch eine nicht ausreichend festgezogene Sattelrohrschelle. Wahrscheinlich lag daran das komische Ziehen am Morgen im Oberschenkel. Ich war froh es bemerkt zu haben, da falsch eingestellte Sättel zu längerfristigen Problemen, wegen ungewohnter Belastungen führen können. Anschließend hatte ich wieder Glück, als mir in meiner Pension der Weg zu einer nahen Fahradwerkstatt beschrieben wurde. Wohl im Überschwang fuhr ich los. Leider hatte ich den Tacho auf dem Autodach liegen lassen, nachdem ich mein Fahrrad im Auto verstaut hatte. Ich sah diesen nach wenigen Meter in der ersten leichten Kurve in hohem Bogen vom Autodach in die Botanik fliegen. Zuerst hatte ich nicht realisert, dass dieses graue etwas mein Tacho war, erst später, als ich sein Fehlen bemerkte, wurde mir mein Missgeschick klar. Eine Suchaktion am Abend im Bereich der mutmaßlichen Landezone des Tachos blieb leider erfolglos. Wenigstens war es nur der kleine, günstige Tacho, und nicht der große, teure, den ich glücklicherweise besser behüte. Auf der Suche nach der Fahrradwerkstatt verfuhr ich mich zunächst und beim nötigen Wenden fuhr ich schließlich eine Beule ins Auto. Es war das Auto meiner Mutter, welches ich ob seiner Größe, für diesen Urlaub ausgeliehen hatte. Es war nur eine kleine Delle und wirklich wenig schlimm; das Vorkommnis passte aber zu diesem Tag. Nun war wieder mein Glück an der Reihe. Der Inhaber der Fahrradwerkstatt (es war wirklich mehr eine Hinterhofwerkstatt als ein Fahrradgeschäft) beäugte mein Problem zunächst recht kritisch, schließlich holte er aber das passende Werkzeug und machte sich an die Arbeit. Das neue Vernieten der Kette war kein größeres Problem, nachdem er das malade Kettenglied entfernt hatte (die Kette war auch lang genug, um das machen zu können). Der Umwerfer war schon ein größeres Problem. Mit einer Zange und roher Gewalt wurde dieser recht brutal wieder zurechtgebogen. Mir war nicht wirklich wohl beim zuschauen, ich wusste aber, dass es wenig Alternativen gab. Um es vorwegzunehmen: für den Rest des Urlaubs machten weder Kette noch Umwerfer Probleme, die Reparatur war also durchaus erfolgreich und die Methoden angemessen – es hätte auch leicht ein neuer Umwerfer fällig sein können, den ich wohl kaum so schnell bekommen hätte. Es musste noch die Schaltung neu eingestellt werden, was zwar etwas dauerte, aber zu zweit kein Problem war. Die größte Überraschung kam beim Bezahlen. Für Material (ein Kettennietstift) und etwa 30min Arbeit (adhoc, ohne Voranmeldung) musste ich ganze 3€ löhnen. Insgesamt doch ein recht positiver Abschluss dieses suboptimalen Tages. Natürlich hätte alles viel schlimmer ausgehen können – an mehreren Stellen – aber sehr positiv werde ich diesen Tag trotzdem nicht in Erinnerung behalten. Um das verpasste Grödner Joch war es nicht so schade. Die Anfahrt dahin wäre wohl sowieso von viel Verkehr begleitet gewesen. Das Würzjoch würde ich irgendwann in Zukunft eben nochmal in Angriff nehmen. Mehr betrübte mich da schon die Wettervorhersage am Abend (nebenbei bemerkt hatte das Wetter an diesem Pechtag besser gehalten als erwartet und ich hätte die geplante Tour wunderbar zu Ende fahren können, erst gegen 21Uhr gab es ein Gewitter): der nächste Tag sollte nicht so toll werden, so dass auch für den dritten Tag eine eher kurze Tour drohte. Ich war sicher nicht bis in die Dolomiten gefahren um dort jeden Tag nur für ein paar Kilometer auf dem Rad zu sitzen. Mir blieb allerdings nicht viel anderes übrig als zu schlafen und zu hoffen, dass der nächste Tag besser werden würde.
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
10. September 2006 um 21:46 Uhr #573389So, nun widme ich mich den Ausführungen des Ventils.
Erstmal vielen Dank für die vielen und detaillierten Inforamtionen. Das sind tatsächlich alles mir bisher unbekannte anfahrbare Hochpunkte, die auf meiner Karte (1:200000) entweder gar nicht oder als Straße unterster Kategeorie (kaum KFZ-tauglich) eingezeichnet sind. Da käme ich normalerweise nie auf die Idee hochzufahren.
Eine Frage noch dazu: was versteht das Ventil unter „sausteil“ und „ohne dreier nicht zu schaffen“? Wenigstens ungefähr… durchschnittlich 10%,15% oder 20%?Quote:die nächsten tage noch schön. ca. 23 grad. nullgradgrenze 3000m. alles andere spekulation. wird aber sicher kälter, musst dich beeilen.;( das ist mein Problem. Entweder ich komme vor nächstem Sonntag oder danach, aber nicht während. Ich werde morgen entscheiden, ob ich vorher komme (sieht wohl schlecht aus) und dann erstmal die weitere Wetterentwicklung abwarten. Kälte bin ich gewöhnt und ist mir lieber als Nässe.
So im groben habe ich vor an 4 Tagen zu fahren, dabei 2 kürzere Touren (2-3h) am An- und Abreisetag. Auf jeden Fall fahren will ich Ächerli Ostseite und Ibergeregg, der Rest liegt noch nicht fest. Dank des Ventils habe ich jetzt neben Göschener Alp, Melchsee und Klausen Westseite ja noch ein paar Alternativen, mit denen ich bei der Tourplanung spielen kann.
Quote:wenn du hier bist, und sonst noch fragen hast, werde ich dir gerne für ein bier, sagen wir zwei, nein okay, einigen wir uns auf 5 bier, das ganze noch näher erklären !!!Pass auf, dass ich dich nicht beim Wort nehme!
Wir können natürlich auch gemeinsam den Ächerli befahren(mein feuchter Traum, seit ich das Ventil kenne
).
Ach so, schöne Gegend, wo du da wohnst. Bin mitm Auto schon ein paar Mal am Lauerzer See vorbeigefahren. Bei so was werde ich richtig neidisch. Mittlere Berge, Hohe Berge ganz in der Nähe und sogar flache Strecken möglich. Bei so einem Trainingsgebiet würde ich wohl platzen vor Glück. Sag mal, gibt’s bei euch nicht Unternehmen, die fürs nächste Jahr intelligente Hochschulabsolventen suchen und gut zahlen?
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
11. September 2006 um 11:16 Uhr #573390habt ihr auch so einen tollen 26 zoll bildschirm wie ich wo man nicht nach links und rechts scrollen muss ?
sausteil : die durchschnittlichen steigungsprozente weiss ich nicht. wildspitz von steinerberg aus, wirst du mit 39/28 nicht schaffen ohne abzusteigen nehme ich jetzt mal an. da braucht es schon ein 32er vorne. eine echte herausvorderung, diese steigung. du wirst sicher alle anstiege ohne probleme fahren können. hat einfach ab und zu wirklich steile abschnitte drin, wie das halt so ist bei bergstrassen im gegensatz zu passtrassen.
nehm mich nur beim wort, du zahlst aber !!!
ächerli; fahre nur mit wenn der kanarienvogel und lapébie als wasserträger mitkommen…
102
11. September 2006 um 11:54 Uhr #573391Quote:habt ihr auch so einen tollen 26 zoll bildschirm wie ich wo man nicht nach links und rechts scrollen muss ?Weiss auch nicht, warum das eine Bild so groß geworden ist… ich kann aber noch alles lesen ohne zu scrollen… :]
Quote:nehm mich nur beim wort, du zahlst aber !!!5 Bier sind ja nicht so viel. Das Geld könnte ich locker auf Hin- und Rückfahrt an Spritkosten sparen, wenn ich nicht so rase.
Quote:ächerli; fahre nur mit wenn der kanarienvogel und lapébie als wasserträger mitkommen…Damit bist du wohl raus aus der Nummer… aber ist wohl besser so, als dass ich mir ständig anhören müsste, dass das Ventil am Pass sooo lange warten musste.
Verdammt, SF Meteo sagt wenig Sonne, aber nur etwas Regen für Freitag und Samstag (Mittwoch, Donnerstag gut). Und warm. Soll ich fahrn? Nächste Woche könnte es auch noch gut werden, nur etwas kühler…. Mist, ich weiß es nicht, muss mich aber mal entscheiden…
Ich bin der Erstnick vom Ventil!!!
11. September 2006 um 12:03 Uhr #573392Womit wir beim Thema Gnus, Gazellen und abgeschnittene Jeans am Aecherli wären…..
Sowieso nur Ausreden weil wohl die Glanzzeiten des Ventils ebenso vorbei sind wie die des KVs….. Diese Jungen Schnaufer würden dich ja brutal auseinandernehmen!!!
Bin aber auch etwas schockiert von dieser Riesengrafik, kann man ja den 2. Tag nicht richtig geniessen! Warum nicht einfach normal linken, also so wie die anderen auch?
Leitplanke
11. September 2006 um 12:05 Uhr #573393Fies, einfach so zu ändern bevor der KV protestieren kann! X(
Leitplanke
11. September 2006 um 14:15 Uhr #573394Danke für die Tipps! Mit dem Profil sieht der Berg doch direkt viel schöner aus
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