Rominger zum Thema "Doping"

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  • #566933
    OWI
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    Hallo Leute !!!

    Ich habe im Netz einen interessanten Artikel aus der „Zeit“ gefunden, in dem Toni Rominger zum Doping_thema Stellung nimmt. Was er vor allem so „zwischen den Zeilen“ sagt…

    http://www.zeit.de/2005/27/Tour_27

    Gruß

    Karl-Heinz

    #610698
    CrazyIvan
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    Sehr interessant, aber im Grunde auch nichts neues. Gut, jetzt weiß ich endlich, dass ich zum Epo auch noch Eisen einnehmen sollte.

    Frohe Weihnachten :)

    #610699
    Coolman
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    er sagt doch eigentlich mal wieder nichts aus. alle halten still. mir geht das auf die nerven. und zwar ganz gewaltig.

    #610700
    OWI
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    Was er – meiner Meinung nach – „zwischen den Zeilen“ sagt (und durch das, was er nicht sagt), ist:

    1. Im Peloton tun es nahezu alle !

    2. Es gehört für die Profis zur „normalen“ Vorbereitung.

    3. Es stört die Profis nicht, wenn ein Berufskollege etwas Neues gefunden hat. Er ist in dem Fall einfach besser „vorbereitet“.

    4. Man fühlt sich ungerecht behandelt, weil das Publikum die grosse Show will, das „Gladiatorentum“, aber so tut, als wäre das ohne „Blut“ möglich. Und weil das Publikum sich in anderen „Showberufen“ (z.B. im Show-Bussiness im engeren Sinne) einen Deut darum schert, ob die Stars auf z.B. Koks sind, wenn sie auftreten.

    5. Im Peloton wäre man für eine Freigabe. Dann kann jeder entscheiden, ob er den Beruf eines Radprofis ergreift und wie weit er dabei gehen will.

    Alles in allem beschreibt er meiner Ansicht nach versteckt eine Realität, die manche nicht akzeptieren wollen, die aber nichtsdestotrotz da ist.

    Und wisst ihr was, ich finde, Signore Donati hat letztendlich recht: Wenn die Fans, die Veranstalter, die TV-Anstalten und die Sponsoren die große Show (und damit die Quoten und folglich das Geld) sehen wollen, dann sollen sie gefälligst aufhören gleichzeitig scheinheilig von einem sauberen Sport zu faseln. Wenn aber andererseits jemand den sauberen Sport wirklich will, dann muß er so fair sein und auf z.B. eine Tour-de France im traditionellen Sinne verzichten. Dann muß er sich mit Rundfahrten a la „Österreich-Rundfahrt“ zufriedengeben. Und statt Flandern oder Milan-San Remo gibt es dann halt nur mehr Eintages-Klassiker mit maximal 170, 180 Kilometern.

    Gruß

    Karl-Heinz (der gerne bekennt, dass er die große Show liebt, also den Radsport so, wie er immer war und nun mal ist)

    #610701
    Ventil
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    kann ich alles unterschreiben ! savoldelli tut es auch im fall ( nicht das unterschreiben ).

    siehst du kanarienvogel, dank dem ventil warst du allen schon einen schritt voraus !


    102

    #610702
    Breukink
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    80 Substanzen nicht nachweisbar?
    Vielleicht ist das Legalisieren in der Tat die beste Option.

    @ Coolman
    Er sagt nichts aus?
    Am Ende eines Interviews, daß vor allem um EPO geht, sagt er auf die Frage, ob er gedopt hat nicht „nein“, sondern, daß er immer negativ war.
    Kann er, der seine Karriere 3 Jahre bevor EPO nachgewiesen werden konnte, beendet hat, noch deutlicher sein?

    #610703
    Veloce stanco
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    Owi,

    bemerkenswert. Ich kann die Gefahren des Dopings, falls es freigegeben wird nicht richtig einschätzen. Mir kommt das aus meiner wenig professionellen Sicht jedoch vor, wie das Spiel mit dem Feuer.
    Ich möchte mich nicht als scheinheilig darstellen (werfe es auch niemanden vor, das er es mir vorwirft), aber wenn ich ehrlich bin, will ich dieses Dopingdingensens nicht. Auch wenn ich mir die Kolonen der Zugedröhnten jedes Jahr anschaue. Ich will auch kein Gigantismus im Sport. Weder im Radsport noch im Fussball noch sonstwo.
    Mir stellt sich folgende Frage: Wird ein Radrennen besser oder gar interessanter wenn es anstatt 190 Kilometer 290 Kilometer lang ist.
    Nehmen wir mal Mailand – San Remo. Zu 75% ist dieses Rennen wohl ein echter Weggucker. Von Mailand in Richtung ligurische Höhen, gäääähn. 1 dicker Hügel, dann sind wir an der Via Aurelia. Dann beginnen auch die Fernsehübertragungen. Von mir aus können die auch in Allesandria anfangen. Sparen sie sich 90 km Petting durch die elends langweilige Poebene.

    Stellen wir uns vor im Jahre 2006 fahren alle noch zugedröhnt dieses Rennen. Petacchi gewinnt im Sprint vor McEwen oder sonst wem.
    Im Jahr drauf fahren alle clean. Wer würde das (cleaner Sport) eigentlich merken, wenn die Fernsehbubis die mitlaufende Uhr ausschalten würden. Sehen die Burschen dann kaputter im Ziel aus, haben wir plötzlich andere Sieger?

    Radsport wird nicht durch Doping interessant. Niemals im Leben.
    Superinteressant finde ich diese Interpretation (habe das Interview nicht gelesen !):
    Es stört die Profis nicht, wenn ein Berufskollege etwas Neues gefunden hat. Er ist in dem Fall einfach besser „vorbereitet“.
    Wenn das so ist, dann gut Nacht Marie. Besser vorbereitet ist derjenige, der die besseren Beziehungen zur leistungssteigernden Medizin hat.
    Was meinte Ullrich beim Armstrongabschied, als er sagte you were to tough for me. Ursprünglich dachte ich, er meint, Armstrong wäre ihm überlegen gewesen, könnte aber auch bedeuten, Mist, wo hast Du dein Zeugs herbekommen und was war es. Widerlicher Gedanke.

    Auf eine Tour de France, Giro und Vuelta im traditionellen zu verzichten, okay, why not. 3 Wochen (21 Tage) muss nicht sein. Ich wäre auch mit 15 Tagen zufrieden. Wären ja trotzdem 3 Wochenenden.

    Da das aber wohl alles unrealistischer Weihnachtswunsch bleibt und die grosse Show weitergehen wird, bin ich allerdings dafür dieser Show einen erheblichen Teil nicht zu rauben:

    DIE JAGD NACH DEN SÜNDERN

    Denn das hat auch Tradition !!!


    pompa pneumatica

    #610704
    Coolman
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    wie es damit ist und wie viele leute dopen, das kann ich nicht beurteilen. das man allerdings die distanzen nicht schaffen würde, das halte ich für ein gerücht. man nimmt doch nicht doping, weil man es nicht mehr schafft, sondern eher, damit man einen vorteil hat. und damit betrügt man die, die sauber fahren. doping legalisieren ist ne absolute schnapsidee. sowie der staat seine bürger schützen muss, so muss es aus meiner sicht die uci mit ihren fahrern tun und sei es gegen sich selbst oder gegen ihre teams oder sonstwas. zu beginn des radsports gab es viel größere distanzen und da glaubt doch keiner, dass die gedopt waren. das preisgeld war gering. okay die uhr würde vl mehr anzeigen, aber wen interessiert das denn wirklich. mich jedenfalls nicht.

    #610705
    Stahlross
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    Original von Coolman
    wie es damit ist und wie viele leute dopen, das kann ich nicht beurteilen. das man allerdings die distanzen nicht schaffen würde, das halte ich für ein gerücht. man nimmt doch nicht doping, weil man es nicht mehr schafft, sondern eher, damit man einen vorteil hat. und damit betrügt man die, die sauber fahren. doping legalisieren ist ne absolute schnapsidee. sowie der staat seine bürger schützen muss, so muss es aus meiner sicht die uci mit ihren fahrern tun und sei es gegen sich selbst oder gegen ihre teams oder sonstwas. zu beginn des radsports gab es viel größere distanzen und da glaubt doch keiner, dass die gedopt waren. das preisgeld war gering. okay die uhr würde vl mehr anzeigen, aber wen interessiert das denn wirklich. mich jedenfalls nicht.

    Da irrst du. Doping im Radsport gibts schon so lange es diesen Sport gibt.

    Lies mal folgenden Artikel.

    #610706
    OWI
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    @ Veloce stanco

    Danke für Deine Antwort. In etwa das habe ich gemeint. Wenn Dir eine (allerdings massiv) abgespeckte Version des Radsports genügt, dann ist Deine ablehnende Haltung dem Doping gegenüber glaubwürdig und authentisch.

    Ich persönlich sehe es anders, das gebe ich auch zu: Ich bin Hobbyradler und fahre ca. 4000 km im Jahr. Vor zwei Jahren war ich mit zwei Arbeitskollegen an der Riviera zum Radfahren. Einmal fuhren wir eine Runde von ca. 80 Kilometern. Zum Schluß fuhren wir über den Poggio di San Remo. War kein Problem für mich. Und daher hätte ein Mailand-San Remo von, sagen wir, 130 Km für mich keinen Reiz. Was mich fasziniert ist ja eben, dass sie nach 290 Kilometern zum Poggio kommen, dort mit dem großen Blatt hochbrettern und das Rennen zu entscheiden suchen. Nach 80 Kilometern komm ich auch ganz passabel drüber. Aber nach 290 ?

    Vor mehr als 10 Jahren war ich bei Paris-Roubaix. Am Tag vor dem Rennen fuhr ich eine 100 Km-Runde, in der die letzten 30 Km des Rennens beinhaltet waren. Dabei auch einige der legendären Paves. Nun gut, mehr als 25 km/h bekam ich nicht zustande. Als ich dann am Tag darauf sah, wie die Jungs im Wald von Arenberg mit mehr als 40 Sachen daherkamen, ich sag Dir, das war unvergesslich. Oder am Pflaster 20 Km vor dem Ziel, das ich selbst befahren hatte. Andrej Tchmil war da schon allein vorne. Er kam so schnell daher, dass ich kaum schnell genug den Photoapparat raufreißen konnte. Und das nach rund 240 Kilometern dfast 50 davon am Pave. Ich habe geschrien, dass ich heißer war.

    Nein, ich gebe zu, es ist das Übernormale, das mich anzieht, nicht das, was Amateure auch schaffen könnten. Es ist modernes Gladiatorentum. Ich schau doch nicht am Sonntag Sport, um etwas Alltägliches zu erleben. Alltag habe ich selbst unter der Woche.

    Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass sei aber doch nicht echt mit all dem Doping. Das sehe ich nicht so. Denn die Maschine, die all das erbringt ist und bleibt immer der menschliche Körper. Und deswegen bleibt die Faszination. Und übrigens: In einen Minardi kann man das beste Benzin hineinschütten, er wird nie so schnell sein wie ein Ferrari.

    Sport war und ist letztendlich immer sowas gewesen wie Theater oder Kino. Eine Parallelwelt, eine Scheinwelt, in die wir unsere Träume und Sehnsüchte hineinprojezieren. Und wir projezieren sie eben auf die Sportler, die wir besonders mögen. Sie sind die Helden, die wir gerne sein möchten.

    Auch im Film fragt man doch selten, ob das denn alles realistisch sei. Hauptsache, unser Held gewinnt. Im SPort ist es ähnlich.

    Und alle, die das so sehen dürften meiner Ansicht nach nicht gegen Doping sein. Vor allem aber schon gar nicht die, die am Sport, ohne auch nur entfernt so anstrengen zu müssen wie die Fahrer, Geld verdienen: die Funktionäre (immer in der ersten Reihe), die Sponsoren, die Wirtschaft, der Tourismus, etc.

    Das gilt übrigens auch für die Dopingjäger. Und in diesem Punkt gefällt mir Dein Standpunkt nicht sehr. Ich bin der Meinung, dass es sowohl eine Doping-Industrie als auch eine Dopingjagd-Industrie gibt. Beide verdienen sehr viel Geld. Und ich unterstelle, dass manche Dopingjäger nicht die Reinheit des Sports im Sinne haben sondern ihr Geltungsbedürfnis und ihre Brieftasche.

    Gruß

    Karl-Heinz

    #610707
    Ventil
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    dieser these, oder aus meiner sicht, dieser auffassung bin ich mir schon lange im klaren, wenn auch nicht schwarz/weiss belegbar.

    wer wirklich sich die mühe nimmt, und mal mit offenen augen das doping-dossier der letzten jahre im radsport durchliest, versteht was rominger aussagt.
    und wer sich mit dem mensch *rominger* sprich; *einstellung zum radsport* schon früher durch seine zitate vertraut machte, kann unmöglich an ein peleton denken dass zu 30 oder 20 % sauber fährt. der grenzwert liegt praktisch bei null. man unterscheide dabei eben, die nach- und nichtnachweisbaren dopingprodukte.

    wie auch schon gesagt; es gab zeiten im radsport, da hat man sich zum doping bekennt; frei raus ins mikrophon. wie sagt man so schön…das waren noch zeiten !

    in all den aussagen, bei aktiven profis wie auch nicht mehr aktiven, man sollte die ohren kombiniert mit dem hirn offen, gleich den augen lesend dass wahrnehmen, was sie eben nicht aussagen in bezug doping.

    zurück zu meinem satz im intro :

    ist es nicht merkwürdig, dass beim härtestem rennen ( TdF ) nie ein fahrer während dem rennen positiv auf EPO getestet wurde ? aber abseits in irgendwelchen spuntenrennen schon !

    das habe ich schon in unterschiedlichen threads angefechtet ! dass die fahrer an der tour de farce eine geschützte rolle haben, auch dank dem schmiergeld zu dem dazugehöhrigem dopinginstitut.

    man kann meine meinung jetzt anzweifeln, aber dann sollte man sich mal NOK und die USA – athleten zur brust nehmen !! und hier ging es um weit mehr kohle ( geld für die blinden unter uns ) . !!!


    102

    #610708
    Coolman
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    doping ist nicht nur eine geldmaschine, es kann auch sehr viel zerstören. deshalb wäre ich da vorsichtig. und mir is das scheiß egal, wie viel geld die damit machen, ich will, dass es möglich ehrlich zugeht. jetzt kommen besimmt wieder einige, das sei ein wunschtraum usw. aber die wissen es auch nicht besser. ich glaube, dass vor 98 eine sehr große anzahl an fahrern gedopt war. aber ich glaube genau so, dass sich die anzahl derer seitdem enorm gesenkt hat. und diese annahme ist auch nicht naiver, als die, das eh alle gedopt sind.

    #610709
    Veloce stanco
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    @OWI

    Mir gefällt die Art deiner Antworten.
    Der Inhalt ist allerdings ein für mich krasser. Hinter all den Hochleistungen steckt sicherlich immer der menschliche Körper, aber ist die „Drehzahl“, die er dopingbedingt anschlägt auch wirklich für diesen geschaffen.

    Ich glaube du würdest bei der Betrachtung der Leistung eines Hochleistungssportlers immer noch „mit den Ohren schlackern“, auch wenn er nicht dopt. Wahrscheinlich wäre Tchmil nur noch mit 36 oder 37 Sachen an Dir vorbeigepoltert. Du würdest dich nach 240 Kilometern vermutlich gerade noch auf dem Fahrrad halten können (ich wäre 100 Km vorher an die Pommesbude gefahren).

    Und das ist das was ich meine. Die 3 – 4 km/h – Unterschied (10 %) bemerkt doch am Bildschirm keiner und für den Amateur sind die wahrgenommenen cleanen Leistungen immer noch ein Wahnsinn.

    Was mich am allermeisten interessiert, ist, wie gefährlich ist das Dopen (bsp.weise mit EPO) für den Athleten?


    pompa pneumatica

    #610710
    Ventil
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    wenn der machtfaktor *geld* nicht im spiel wäre, dann ja coolman ! aber eh nein, coolman, weil es hier nicht um ein hobby geht, sondern um business. darum wird ja auch gedopt.

    hab ich auch schon geschrieben ; sport ist nicht rein, es ist falsch diesen als eine art vorbild zu betrachten in einer tugend, oder gar was der mensch wirklich zu stande ist körperlich zu leisten. es wird auch in der zukunft, immer dass mass im dopen sein. sport war, und kann nie rein und ehrlich sein.


    102

    #610711
    Veloce stanco
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    Quote:
    sport war, und kann nie rein und ehrlich sein.

    Sport nicht, aber Sportler sollen es ja sein. Zumindest wird es den Leuten so „verkauft“. Und sie selbst tun es auch.

    So manch einem Jugendlichen wird doch erzählt, das er es mit Fleiss, Disziplin und Härte zu sich selbst es zu etwas bringen kann.
    Dann sollten doch diese Leute einfach den Rand halten, denn ein ganz entscheidender Faktor wurde in dem Satz ja dann vergessen.


    pompa pneumatica

    #610712
    Ventil
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    Veloce stanco

    ich denke es geht nicht um die 3-4km/h welche am bildschirm optisch weniger sichtbar sind, es geht um die 3-4 km/h unter den fahrern wer sie hat oder eben nicht hat. ganz einfach !! ganz einfach dass der der die 3-4 km/h mehr drauf hat auch mehr kohle verdiennt.

    nein im ernst. überall wo es um millionenbeträge geht wird angewixt, sehe keinen grund wieso dass beim radsport anders sein sollte, auch wenn sich die fahrer solidarisch untereinander geben. ( eben doch auch verlogen schlussentlich ).


    102

    #610713
    Ventil
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    Veloce stanco

    nachwuchsförderung ?

    ganz einfach. wie kann man was erklären was man es selbst verleugnet ?


    102

    #610714
    opera
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    habt ihr alle keine geschenke bekommen?

    #610715
    Kanarienvogel
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    Ich nur dumme Bücher!

    OWIs Dopingposts sind immer interessant, aber leider nur alle 6 Monate einmal zu lesen! Freigabe: Habe nichts dagegen wenn es nach der Formel: Gesundheitsschädigend=verboten, nicht gesundheitsschädigend=ok, läuft.

    THEORETISCH denke ich wäre Veloces Wunsch auf möglich. Aber praktisch eben nicht. Natürlich könnte man die 290 auch sauber fahren, eben langsamer, praktisch werden aber NIE alle sauber fahren. Dann sind C-Z sauber, A+B dominieren, ab Paris-Nice wird das C und D zu blöd, spätestens an der TdF sind dann wieder alle geladen.

    Stahlross:

    Tatsächlich, die waren ja auch schon damals gedopt, wusste ich nicht. Hätte ich mir zwar eigentlich denken können. Allerdings wäre ein mit der damaligen Methode gedopter wohl heute nicht sonderlich erfolgreich. Denke schon dass es möglich ist 290 Km sauber zu fahren. Etwas langsamer und ausser man macht ein Forumsrennen daraus wird eben immer wieder ein gedopter mitfahren.


    Leitplanke

    #610716
    OWI
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    Bevor ich aus dem Nachtdienst nach Hause gehe (ja, jetzt kommt es, ich bin Arzt, Gynäkologe, um genau zu sein) noch ein paar Antworten:

    @ Veloce: Wie gefährlich ist Doping ? Natürlich wäre es falsch, es als ungefährlich anzusehen. Aber IMHO ist es vor allem deswegen gefährlich, weil es so im Geheimen ablaufen muß. Wenn das „handwerklich“ gut von Fachkräften (ich nenne sie mal „Sportmediziner“) gemacht wird, dann sehe ich die Risken völlig im Rahmen. Denn das, was man z.B. durch EPO erreichen will, darf ein Athlet ja auch völlig legal im Sauerstoffzelt oder durch Training in großer Höhe erreichen. Das Ergebnis ist ja dasselbe, und damit gleich gefährlich oder ungefährlich. Es gilt der Grundsatz, dass die Dosis das Gift macht.
    Und das ist für mich auch ein Grund, für die Freigabe zu sein. Jemand, der sich entsprechend als Sportmediziner ausbildet, könnte diesem Beruf ganz legal nachgehen, würde in den Teams für Ordnung sorgen, hätte, wie jeder andere Arzt auch seinem „Patienten“ gegenüber eine klare Aufklärungspflicht und wäre auch haftbar, wenn etwas danebenginge. Ich bin selbst Arzt, ich kann euch sagen, dann würde jeder sich hüten überzudosieren oder zu experimentieren.

    Zu den Gefahren des Sports allgemein: Würde man das so, wie oben beschrieben durchführen, dann wäre die Gefahr absolut im Rahmen. Im Rahmen eines Sports nämlich, der an sich gefährlich ist. Wir reden ja von Wettkämpfen, wo die mit nahezu hundert Sachen den Berg runterbrettern. Kaum ein Veranstalter, Sponsor oder Funktionär regt sich darüber auf. Oder wenn sie bei klirrender Kälte, Schneefall, Regen stundenlang unterwegs sind. Dann redet man von „epischen“ Etappen. Erinnert euch an eine Etappe der Deutschland_Tour, die in einem Gewittersturm gefahren werden mußte, es war ein EZF. Der TV-Sponsor wollte, dass man fährt. Resultat: EIn Absperrgitter wird einem Fahrer vor das Rad geweht, er bricht sich ein Bein.

    Zur Vorbildwirkung: Rominger sagt ja ganz klar, dass man den Kids nicht mehr vormachen soll, Sport wäre so. Wenn sie so reden dürfen, wie sie denken, dann sagen die SPortler ja sowieso: Wir haben einen Beruf und wir sind in der „Unterhaltungsbranche“.

    Zuletzt: Möglich wäre ein Sport der „zwei Ebenen“, so wie es früher war, als Amateure und Profis viel strenger getrennt waren. Amateure, die tatsächlich einem Brotberuf nachgingen und den Sport nebenbei betrieben. Und Profis, deren Beruf es war. Hier läge eine klare Lösung. Dazu bedürfte es aber den Mut, der Scheinheiligkeit abzuschwören und zu sagen: Wir bieten beides an. Entscheidet euch (die Sportler), was ihr machen wollt und (die Fans), was ihr sehen wollt.

    Gruß

    Karl-Heinz

    #610717
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    Noch eine Anmerkungen:

    Zum Thema „Gesund-ungesund“: Spitzensport an sich IST ungesund. Den Körper so zu schinden (ob mit oder ohne Doping) hat seinen Preis. Oder die Art, wie sich zum Beispiel Radfahrer ernähren. Diese ungeheuren Mengen an immer gleichen Nahrungsmitteln. Das Essen während des Wettkampfes, wo der Magen eigentlich Ruhe bräuchte. Gesund oder gar ausgewogen ist diese Art der Ernährung nicht. Aber wer spricht schon darüber ? Es wird als Teil des Berufes der Fahrer einfach akzeptiert.

    In der Summe ist nur der Breitensport gesund, Spitzensport nicht. Eigentlich würden alle Spitzensportler „Ausgleichssport“ benötigen, der die negativen Auswirkungen ihres Berufes etwas dämpft.

    Gruß

    Karl-Heinz

    P.S.: Über den Skisport (hier in Österreich ja die wichtigste Sportart) könnte ich euch so einiges erzählen. Aussage eines Arztkollegen mit Trainerausbildung, dessen Sohn in einem Schülerkader fährt: „Da in Österreich aufgrund der Dichte im Skisport der Leistungsdruck so groß ist, wird in den Vereinen auf Bundesländerebene schon in den Juniorenklassen gedopt – quer durch den Gemüsegarten…“

    #610718
    RüCup
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    meine thesen:

    A) man geht davon aus, alle im peloton dopen.

    wenn dies so sei, dann würden sich tatsächlich die KRÄFTEVERHÄLTNISSE nicht ändern wenn alle sauber wären…

    B) fahrer A dopt, fahrer B + C nicht.

    das kann ich aber nicht so recht glauben, denn welcher rennfahrer würde freiwillig gegen einen wissentlich gedopten konkurrenten fahren, wenn er selbst sauber ist ?!

    utopisches beispiel: ullrich (sauber) weiss an der tour 2000, dass armstrong gedopt ist. warum geht er dann 01 wieder an den start ( wieder sauber) ?! das glaubt doch kein mensch…

    #610719
    Veloce stanco
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    ich denke es geht nicht um die 3-4km/h welche am bildschirm optisch weniger sichtbar sind, es geht um die 3-4 km/h unter den fahrern wer sie hat oder eben nicht hat. ganz einfach !! ganz einfach dass der der die 3-4 km/h mehr drauf hat auch mehr kohle verdiennt.

    Ja, schon klar.
    Mir gehts um das das Publikum die grosse Show will, aber dann nicht die Nebenwirkungen akzeptieren kann.
    Im Umkehrschluss bedeutet das doch, das ohne Doping der Zuschauer keine grosse Show geliefert bekommt. Das glaube ich nicht. Denn zwischen gedopten und ungedopten Fahrer aus der Sicht eines Fernsehzuschauers ist kein Unterschied zu erkennen. (Ausgehend davon, das zur Zeit alle mit Stoff im Wettkampf fahren oder zumindest im Zuge der Vorbereitung ihr Spritzbesteck, Zäpfchen, Hustenmittelchen o.ähnliches dabei hatten)
    Ich habe bei den Bergetappen immer die Lade nicht zu bekommen, wenn ich die Durchschnittsgeschwindigkeit der Sieger im Ziel gesehen oder mitgeteilt bekommen habe. Sackelzement war / ist das schnell. Während des Rennens ist das kein Thema. Irgendwann ist am Berg einer schneller als alle anderen. Das wäre ungedopt aber genau so, oder nicht?
    Für mich ist das Publikum für den Missbrauch nicht unbedingt mitverantwortlich. Wenn doch, dann erst an 3. oder 4. Stelle nach den Veranstaltern, Sportlichen Leitern und den Athleten selbst. Hauptschuld hat sowieso immer nur das Geld ( :D :D scheiss Kapitalismus :D :D )

    Frage an die Radsportfans:

    Wollen Sie sauberen, dopingfreien Sport ?
    Bevor Sie antworten müssen Sie folgendes zur Kenntnis nehmen:

    1. Ihr persönlicher Held wird evtl. kein Rennen mehr für sich entscheiden
    2. Der durchschnittliche Speed der gefahrenen Veranstaltung sinkt um bis zu 10 %
    3. Die Fahrer werden nicht mehr so viele Rennen bestreiten können
    4. Grosse Rundfahrten müssten im Sinne der Athleten evtl. verkürzt werden oder es werden weitere Ruhetage notwendig werden
    5. Die Streckenlängen der Rennen werden um 20 – 30 % gekürzt um immer noch ein Rennen mit richtig Speed zu bekommen

    Sie haben zwei Antwortmöglichkeiten (ja / nein)
    Begründen brauchen Sie das nicht.

    Wäre mal interessant was die Fans dazu sagen würden.
    (Ist keine Forumsumfrage, eher was man mal an die Allgemeinheit der Fans richten könnte)


    pompa pneumatica

    #610720
    Coolman
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    Original von Ventil
    wenn der machtfaktor *geld* nicht im spiel wäre, dann ja coolman ! aber eh nein, coolman, weil es hier nicht um ein hobby geht, sondern um business. darum wird ja auch gedopt.

    logisch, das meinte ich auch nicht. der fahrer machts natürlich auch oder vor allem wegen dem geld. ich meinte die doping- und die dopingjagd-industrie. das war hauptsächlich auf die dopingjagd-industrie bezogen.

    #610721
    Breukink
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    Ich stimme im großen und ganzen OWI zu.
    Je mehr ich darüber nachdenke, destso mehr bin ich für die Legalisierung des Doping:
    Zum einen wären dann die Zweifel und die Heucheleien endlich vorbei, und zum anderen würde die medizinische Kontrolle besser, weil es nicht mehr heimlich passieren muß.
    Ideal wäre es, wenn es mehr Grenzwerte geben würde wie beim HTC:
    Egal, wie er zustande gekommen ist, wenn jemand einen HTC über 50% hat, darf er nicht starten.
    Damit wurden in den Neunzigern die EPO-Exzesse beendet, und werden heute ähnliche Zustände durch Eigen- oder Kuhblut- oder weiß der Teufel, was für Doping verhindert.

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