Globalisierung

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  • #568729
    Kanarienvogel
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    Der KV weiss selbst nicht was er davon halten soll.

    Lösung… einen Post schreiben, evtl weiss er es danach!

    Südamerika: Brachland, da wird nicht globalisiert. San Luis ja. Januar, passt findet der KV. Passt auch so wie es ist. Sonst läuft aber nichts. Lokale Rennen ja, wohl auch viele, aber nichts „globales“.

    Australien: TDU! WT. Problem hier. Zu früh. Saison fängt früher an, ok. Aber ein WT Rennen im Januar ist Blödsinn. Februar bitte. Als WT ok. Was aber komisch ist.. sonst NICHTS. Jayco irgendwas, aber nicht mal UCI klassiert. Eigentlich….. eigentlich wäre es doch sinnvoll eben TDU in den Februar zu verschieben. Dafür in den 10 Tagen davor ein paar Eintagesrennen, 1.1 damit die PT Teams die eh kommen auch mitfahren können, zu organisieren. Vom KV aus auch gleich noch eins in die WT nehmen…

    Goooolf: Hier.. argh. Der eigentlich Grund für den Post. Ab 14 gibt’s Dubai. RCS will mitspielen. ASO hat sich Qatar und Oman geschnappt, RCS will jetzt halt in Dubai Kohle scheffeln. Hier weiss der KV wirklich nicht was er davon halten soll. OK, von Michis grosser Ansage, es gehe darum den Radsport zu entwickeln, in x Jahren sollen die Vereinigten Arabischen Emirate gute Veloprofis hervorbringen, hat man nichts zu halten. Idiot. Geht um Geld. Wenn er das nicht direkt sagen will, soll er wenigstens einfach den Latz halten und nicht Blödsinn rauslassen. Aber hier… ab 14 dann also Qatar-Oman-Dubai eins nach dem anderen, da ist man ja gleich 3 Wochen beschäftigt. Schadet so den älteren europäischen Rennen langfristig sicher, wobei die ja nichts wirklich besonderes sind. Und eigentlich noch überleben. Ruta del Sol, Tour Med, auch nciht mehr als einrollen.. Irgendwann wird aber die UCI der Kohle auch nicht mehr widerstehen können und wohl 1 der 3 in die WT nehmen… blah…. nicht nötig. Aber sonst… der KV weiss nicht was er davon halten soll. Ok, ASO und RCS, die Teams wohl dank bezahlter Einladungen auch gleich machen Kohle. REnnen sind nichts sonderlich tolles, auch wenn die Oman Bergankunft ja ganz ok ist. Zuschauer gab’s wohl bisher 5 in all den Jahren in Qatar und Oman. KEine Ahnung was der KV davon halten soll irgendwie.

    Nordamerika: Passt. California-Utah-Colorado, 3 Rundfahrten. 2 WT Rennen in Kanada. Wäre sogar sinnvoll eine der 3 Touren auch in die WT zu nehmen, vor Kanada einfach.

    Asien: Langkawi, ok ok. Türkei, damit Greipel shit races fahren kann, ok ok. China. aaaaaaaaaaah… Beijing mit schlimmen Kursen. Und Hangzhou soll folgen. Ok, wieder das gleiche. Da ist Kohle zu machen. Die UCI und ASO verdienen sich dumm und dämlich. Potential irgendwann mal starke Chinesen zu haben ist im Prinzip auch da. Zuschauer gäbe es, wenn man sie ranlassen würde. Aber braucht’s gleich 2? Aber ok, man verdient leicht Kohle.. .wie in Qatar und co.

    Was irgendwie fehlt ist Afrika. Und natürlich Kolumbien.

    Der KV weiss so wenig wie vorher…Zeitvergeudung.


    Leitplanke

    #730542
    OWI
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    Ich persönlich lehne die Globalisierungsphantasien grundsätzlich ab.

    Der Radsport ist ein „alter“ Sport, nicht zu vergleichen mit „neuen“ Sportarten, die sehr häufig „Fun-Sportarten“ sind.

    Und als „alte“ Sportart lebt er meiner Meinung nach enorm von der Tradition. Die wirklich großen Rennen sind die mit einer langen – zumeist schon hundertjährigen – Geschichte. Sie lösen die meisten Emotionen aus, da stehen auch die Massen an den Strecken. Da wird Geschichte immer weiter und immer neu geschrieben.

    Ausserdem ist dieser Sport ein europäischer. Hier hat er seine Wurzeln, nahezu nur hier „lebt“ er. Hier in Europa haben wir die Fans, die in Scharen an den Strecken stehen. Nur hier ist der Sport so im Gemüt der Menschen verankert – vor allem natürlich in den grossen Radsportnationen (Belgien, Frankreich, Italien, Spanien…)

    Kurzum: Seinen Flair behält er nur, wenn er überwiegend in Europa stattfindet…

    Natürlich denken die Globalisierer nur an das Geld, niemals aber an Flair, Tradition, etc… Aber sie sollten meiner Ansicht nach bedenken, dass Rennen z.B. in China nicht langlebig sein werden. Weil ihnen in Wirklichkeit das Meiste fehlt, was Radsport ausmacht.

    Der einzige Sport, der wirklich als „Weltsport“ angesehen werden kann, ist Fussball. Mit Abstrichen vielleicht die Formel 1.

    Überall sonst gilt das nicht. Nehmt z.B. den Skisport: mit Kitzbühel oder Wengen können Übersee-Strecken, auch wenn sie spektakulär sind, einfach nicht mithalten. Allein schon, weil z.B. in Beaver Creek ja kaum Zuseher da sind!!!

    Man könnte nun gegenargumentieren, dass man ja den „armen“ Radsport-Fans in Australien und den USA auch was bieten müsse. Halte ich dagegen! Ich interessiere mich brennend für American Football. Aber ich will keine NFL mit Gastspielen oder gar Teilnehmern in Europa. Football ist drüben zu Hause. Und eine Live-Übetragung vom Soldier-Field in Chicago oder Lambeau-Field in Green Bay um Mitternacht ist immer noch schöner als ein Spiel in Wien oder Düsseldorf…

    Die Amis sind übrigens nicht so blöd, ihre Nationalsportarten globaliiseren zu wollen. Die bleiben bei ihrer Tradition.

    Die Europäer sind zu wenig selbstbewußt…

    Dabei: Milan-San Remo, Vllanderen und Co., Paris-Roubaix, den Giro, die Tour, die Vuelta, etc., etc., das kann man weder für Asien noch für sonstwen in Übersee erfinden.

    Dort gibt es halt keinen Wald von Arenberg, keinen Poggio, keinen Paterberg, keine Redoute, keinen Zoncolan, keinen Tourmalet usw. – so einfach ist das…

    Gruß

    Karl-Heinz

    #730543
    OWI
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    Und noch was: Chinesen, Araber und sonstige Exoten am Rad haben genauso „viel“ Austrahlung wie ein Sumo-Ringer aus Mitteleuropa! Passt einfach nicht!

    #730544
    Stein
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    Räder haben die Chinesen aber mehr :D


    BLUE TRAIN

    #730545
    Ventil
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    Mh, geht’s nicht einfach um Geld ? .. spätêr mal mehr dazu.

    Hier, zwar schon 13.12.2012 lat, trotzdem wer lesen mag ..der Artikel passt hier rein. Kein Link .. die gehen e alle mal kaputt, darum kopiert (Tagesanzeiger )

    Die Tour de Suisse in Gefahr
    Von Martin Born. Aktualisiert am 13.12.2012 6 Kommentare

    Ein tschechischer Milliardär will den Radsport mit einer neuen, gut vermarktbaren Rennserie erneuern und zum attraktiven Paket für Sponsoren machen.

    Zdenek Bakala ist die Nummer 683 der Weltrangliste. Seinen Nettowert schätzt «Forbes» auf 1,9 Milliarden Dollar. Das bringt den Kohlehändler, Financier und Medienunternehmer in Tschechien auf den 2. Rang. Bakala lebt in Genf und hat während Jahren für die Credit Suisse First Boston gearbeitet. Er ist «halber Schweizer», und doch dürfte das, was er vorhat, in der Schweiz auf wenig Begeisterung stossen. Mit seinem Projekt gefährdet er Tour de Suisse und Tour de Romandie, die beiden wichtigsten Schweizer Radrennen.

    Bakala ist 51 und passionierter Radfahrer. Deshalb ist er gewillt, ein Prozent seines Vermögens oder rund 20 Millionen Dollar in die Erneuerung des Radsports zu investieren. Ihm zur Seite stehen Jonathan Price, Inhaber der Sportagentur Gifted Group in London, die schon für Manchester United arbeitete, und der Schweizer Thomas Kurth, der sich im Fussball einen Namen geschaffen hat. Er war Vorsitzender der G-14, einer Arbeitgebervereinigung der renommiertesten europäischen Clubs, die sich von 2000 bis 2008 gegen die Ausbeutung durch Fifa und Uefa wehrte.

    10 Grands Prix für 14 Teams

    Das Projekt, das Price und Kurth am Montag einer Gruppe von ausgewählten Radsport-Journalisten vorstellten, nennt sich World Series Cycling (WSC). Dabei sind vorerst 8 World-Tour-Mannschaften: Omega Pharma-Quick Step (wo Bakala bereits Sponsor ist), Garmin-Sharp, Canondale, Movistar, Vacancesoleil, Saxo-Bank-Tinkoff, RadioShack-Nissan und Blanco-Giant (ex Rabobank). Gerüchte darüber gibt es seit mehr als einem Jahr. Dabei war von einer Abspaltung vom Weltradsportverband UCI und einer eigenen Liga die Rede. Dem widersprach Price: «Wir arbeiten mit der UCI und Zdenek Bakala zusammen, um ein wettbewerbsfähiges Produkt zu schaffen, das die Radsportfans weltweit wollen und gut für den Sport ist.»

    WSC will den Radsport als Produkt verkaufen, wie es sich der Markt, das Fernsehen und Sponsoren wünschen: Attraktiv, einfach, einheitlich, schön verpackt und natürlich dopingfrei. Ein bisschen Formel 1, ein bisschen Champions League, ein bisschen Tennis mit Grand Slam und Masters-1000-Serie. Bakala und seine Partner planen eine neue Rennserie für einst 14 Teams (oder Franchisen nach US-Vorbild) mit 10 Grands Prix und einfachem Punktesystem, bei dem die besten Fahrer aufeinandertreffen, an deren Ende sich der stärkste Fahrer und das stärkste Team Weltmeister nennen dürfen. Jeder Grand Prix soll vier Tage dauern, aus einem Rennen für Sprinter, einem für Bergfahrer, einem für Roller und einem für Zeitfahrer bestehen, wobei je 5 Einzel- und Teamzeitfahren vorgesehen sind. Geplant sind Events auf allen 5 Kontinenten.

    Es wird eng im Kalender

    Daneben bliebe im Weltkalender Platz für Rennen mit Tradition: Tour, Giro und Vuelta sowie die 6 Eintagesklassiker Mailand–Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix, Amstel Gold Race (als Einziges, das nicht zu den «Monumenten» zählt), Lüttich–Bastogen–Lüttich und Lombardei-Rundfahrt. Erste Verhandlungen mit den Veranstaltern hätten bereits stattgefunden. Die Tour de France-Organisatorin ASO wies Gesprächsangebote vorerst zurück. Sie will die Reaktion der UCI abwarten. Diese zeigt sich offen für Neues.

    Zurzeit läuft eine Vernehmlassung unter allen «Stakeholders» (vom Fahrer bis zum Sponsor). Sie sollen Vorschläge unterbreiten, wie der Radsport aus der Krise in eine glanzvolle Zukunft geführt werden kann. WSC hat den seinen abgeliefert. Die UCI will darüber diskutieren, hält aber fest, dass sie die Oberhoheit über den Kalender behalten will.

    Der Kalender, der von WSC ausgearbeitet wurde, umfasst 28 Rennwochenenden: 12 für die grossen Rundfahrten, 10 für die Grands Prix und 6 für die Klassiker. Rechnet man mit einer Saison, die bis jetzt 39 Wochen dauerte, bleiben noch 11 freie Wochenenden. Das heisst auch: Für alle anderen Rennen würde es eng, was auch für die Tour de Suisse und die Tour de Romandie gilt. Ihnen droht eine Bedeutung, wie sie der Europacup im Skirennsport hat. Oder die AHL im Eishockey. Als Alternative bliebe, sich um die Durchführung eines Grand-Prix-Rennens zu bemühen.


    102

    #730533
    ReinscHeisst
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    Völliger Schwachsinn !


    #730534
    Feige
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    Typen wie Bakala sind einfach nur ätzend. Das Projekt hat jedoch auch kaum Chancen, umgesetzt zu werden. Die ASO spielt im Moment nicht mit. Will mal hoffen, dass es so bleibt. Die neue Gesllschaft müsste der ASO die Tour und andere Rennen abkaufen, um interessant zu sein. Was RCS meint weiß ich nicht. Die UCI hält es für diskussionswürdig. Denen geht es nur darum, einen möglichst großen Teil vom Kuchen einzustreichen. Denen darf es nicht egal sein, wenn andere Rennen dadurch auf der Strecke blieben. Erst mal Ball flach halten.


    Piensé, mientes bastardo

    #730535
    OWI
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    Und diese Idee von Bakala wird sich, auch wenn er sie umsetzt (was ich nicht hoffe, weil sie Blödsinn ist), wirtschaftlich nicht lange halten. Der hat ja vom Radsport so viel Ahnung wie eine Kuh vom Rückenschwimmen. ;)

    Dafür gibt es schöne Beispiele aus der Formel 1. Ecclestone würde ja auch in der Sahara oder am Nordpol fahren, wenn man ihm nur genug zahlt. Er schröpft die Veranstalter ja, wo es nur geht.

    Aber wenn dann vor Ort die Zuseher (weil es eben keine Tradition gibt) wegbleiben, dann ist irgendwann der Ofen aus. Gutes Beispiel ist der Türkei-GP. War nach wenigen Jahren Geschichte. Auch in Shanghai sind die Tribünen gähnend leer. Wenn die Chinesen mal der Meinung sein werden, es zahle sich nicht aus, dass Event weiter zu subventionieren, dann wird erfreulicherweise auch der GP von China Geschichte sein.

    Ein weiterer Kandidat dafür ist das Retortenrennen in Süd-Korea.

    Noch viel ärger würde es Bakalas Serie gehen. Denn, wie oben schon geschrieben: Wenn schon die F1, die ja gerade noch als „Weltsport“ (Ausnahme: USA) durchgehen mag, solche Probleme hat, um wieviel mehr der Radsport, der eben kein Weltsport ist…

    #730536
    Kanarienvogel
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    Natürlich hat das Bakalading erstmal keine Chance.
    10×4 Tage ist sowieso ein oberdümmliches KOnzept. Die Idee dass man so dann die BESTEN immer am Start haben könnte noch blöder. Und die Vorstellung das könne man dann teuer verkaufen, hihi. Klar redet die UCI mit denen. Evtl liegt da ja Geld rum… oh, 10×4, starten wir mal 2015 mit 3 von den Dingern? Wir haben da auch schon Kandidaten! Tour of Shanghai (die Bergetappe geht dann über alle Brücken, UCI organisiert), Tour of Qatar als 4 WT (die bauen uns extra einen Berg für die Bergetappe, ASO organsier) und Tour of Bakala in Tschechien (Baki organsieiert) Kohle für alle. Viel weiter geht das Ding aber nicht.

    Das ganze hat so keine Zukunft. Die TdS wird weiter existieren, da macht sich der KV keine Sorgen.

    Interessanter der OWI Beitrag.

    Der KV ist fast 100% nicht einverstanden.

    Quote:
    Der Radsport ist ein „alter“ Sport, nicht zu vergleichen mit „neuen“ Sportarten, die sehr häufig „Fun-Sportarten“ sind.

    Fängt schon schlecht an:Warum machst denn, als einziger bisher genau das? Glaube niemand hatte im Sinn jetzt den Radsport mit Beachvolleyball, Ventilwerfen und was weiss ich zu vergleichen Welche Sportarten sind noch neu? Oh, Triathlon vielleicht. Tatsächlich, wäre vergleichbar gewesen.. outdoorsport. Aus den USA, in Rekordzeit globalisiert. Zum Thema USA und Sport globalisieren aber später mehr. Wenn überhaupt jemand irgendwelche Vergleiche hätte bringen wollen, wären das vermutlich eher alte (not-fun?) Sportarten gewesen. Volleyball, Cricket, Tennis, Handball, Rugby, Basketball und so… Aber eigentlich auch nicht. Der Radsport ist der Radsport, muss nicht unbedingt mit anderen Sportarten verglichen werden.

    Quote:
    Und als „alte“ Sportart lebt er meiner Meinung nach enorm von der Tradition. Die wirklich großen Rennen sind die mit einer langen – zumeist schon hundertjährigen – Geschichte. Sie lösen die meisten Emotionen aus, da stehen auch die Massen an den Strecken. Da wird Geschichte immer weiter und immer neu geschrieben.

    Klar lebt der Radsport von Tradition. ABER auch von Innovation Weiter unten erwähnst den Poggio und anderes, gebe es in Europa, nicht in Asien. Richtig. Nur war der Poggio bis anno xxxx auch nicht Tradition. Der war dann irgendwann (60er Jahre?) Innovation. Jetzt ist er Tradition, der Scharfrichter von MSR, ohne den MSR nicht mehr MSR wäre. Tradition, alles bleibt wie es ist. Ohne Innovation ginge es aber halt nicht, weil dann gäbe es MSR wie wir es kennen nicht. Auch erwähnt wird der Zoncolan. Der natürlich alles andere als ein Klassiker ist. Dein ARgument hier weiterführend hätte man den gar nie fahren dürfen. Der KV ist auch tatsächlich kein grosser Zoncolanfan und überzeugter Kronplatzfeind übrigens. Zoncolan ok, ok, ab und zu. Aber. Es gäbe auch anderswo schöne Berge: China? http://www.chinafacttours.com/photo/zhangjiajie/tianmen.html

    http://www.mostbeautifulpages.com/2012/12/hairpin-highway-tianmen-mountain-china.html
    Warum soll sowas nicht gefahren werden nur weil es jetzt halt in China ist? Optisch genial, relativ steil soll das Ding auch noch sein, nicht Zoncolan, aber Alpe D’Huez mässig. Das könnte schnell ein „Klassiker“ werden, „Klassiker“ a la Zoncolan halt. Muss es jetzt gleich eine WT Rundfahrt geben wo das als Bergankunft drin ist? Nein. Aber darf ruhig in eine chinesische 2.2 oder 2.1 oder 2.HC Rundfahrt. Und wenn sich das Ding bewährt, es in x Jahren gute chinesische Profis gibt, Radsport in China populärer wird, warum nicht? (Eigentlich zwar auch jetzt lieber das als die Tour of Hangzhou…)

    Quote:
    Ausserdem ist dieser Sport ein europäischer. Hier hat er seine Wurzeln, nahezu nur hier „lebt“ er. Hier in Europa haben wir die Fans, die in Scharen an den Strecken stehen. Nur hier ist der Sport so im Gemüt der Menschen verankert – vor allem natürlich in den grossen Radsportnationen (Belgien, Frankreich, Italien, Spanien…)

    Nahezu nur hier? Ok, nahezu. Australien ist jetzt, 2013 eine Radsportnation.
    Wurzeln? Ja. Und? Warum ist das wichtig? Warum darf sich der Sport dann nicht im Gemüt der Menschen die halt nicht in Europa sind, verankern? Australier die mit Phil Anderson aufgewachsen sind, oder solche die jetzt mit Evans und co aufwachsen, warum dürfen die nicht Radrennen in Australien fahren? Nur dort wo er anfängt? Und warum dann „europäische Expansion“ offenbar ok, Deutschland, Oesterreich, Dänemark, GB etc.? Weil die Wurzeln sind nicht dort.

    Und, die Massen sind an der TdU auch da. Und Kolumbien hat so viel der KV weiss auch begeisterte Zuschauer. Und ist sicher im Gemüt verwurzelt. Warum sollen dort nicht Radrennen stattfinden? Weil es urpsrünglich aus Europa kommt? Unser Scheissi meinte in Hainan sei es voller Zuschauer gewesen. Was ist daran auszusetzen wenn dort Rennen stattfinden? Die Golfstaatenrennen, ok, die.. bei denen geht’s wirklich einfach nur darum Geld zu kassieren, ob die wirklich eine Berechtigung haben… weiss der KV auch nicht. Einrollen, in Europa macht man nichts anderes… kassiert dafür dort viel Kohle.. mmh. bah. Lieber in Kolumbien, ja. Dort gibt’s leider weniger Geld.

    Was die Zuschauer angeht. Wie viel Zuschauer stehen wohl beim GP Gippingen am STrassenrand? Der KV weiss es nicht… vermutet aber hält sich in Grenzen. Die Massen kommen, ja. Zu den Grossereignissen, Giro, TdF, TdS. Vuelta, mmh, na ja, auch nicht immer, liegt aber auch an der Geographie…. wenn niemand dort wohnt.. Monumente, sicher. Andere Klassiker auch. Aber schon nur Emilia, tolles Rennen, der KV kann sich jetzt aber nicht wirklich an HORDEN von Fans erinnern die da am tollen Anstieg zu San Luca stehen. Ohne Garantie, aber glaube als es eine Giroankunft war war es um einiges voller. Die Emiliaankunft dann viel viel einsamer. Oder Milano Torino, Bergankuft Superga, das war auch nicht überfüllt. Eher leer? Klar, mehr als in Qatar gibt’s wohl überall. Aber Québec z.B. ist immer schön voll…. auch einfach, Rundkurs. Argument Zuschauer: Die sind für Grossereignisse in Massen da. Nur bleiben die Grossereignisse eh. Und werden immer die meisten Zuschauer haben. Die kleineren Rennen? Weniger Zuschauer, da ist der Radsport wieder was er ist. Randsportart. Der Giro, die Tour, in der Schweiz die TdS, DAS sind die Ereignisse, nicht der Radsport an sich. Kleinere Rennen: Da können die TdU und Kanada mithalten. Eher mehr als nur mithalten.

    Globalisierung heisst nicht dass die alten Rennen verschwinden. Werden sie nicht. Die TdF, der Giro werden auch in 50 Jahren noch existieren und die wichtigsten Rundfahrten sein. MSR, RVV, PR, LBL und Lombardia ebenso. Aber gibt halt dazu dann noch andere Rennen, die eventuell Sachen wie Romandie, Dauphiné etc. ablösen. Das ist aber auch nicht wirklich neu… Die Rennen in Europa verschwinden nicht nur wegen der „Globalisierung“. Die hilft nicht, klar. Kanada WT, hilft den parallel stattfindenden Halbklassikern in Europa sicher nicht, WT Teams Vuelta, Kanada, nicht viel Platz für Romagna… Aber die Probleme die Lazio, Milano Torino etc in den letzten Jahren hatten sind: Keine Sponsoren. Nicht die KOnkurrenz aus Uebersee. All die verschwundenen spanischen Rundfahrten, Galicia, Setmana Catalana, das 2. baskische Zeugs, Valencia, Asturien vollkommen unwichtig geworden, Murcia verschwindet auch… Eintagesrennen wie Urkiola und Naranco weg, Naranco vorher noch vollkommen unwichtig geworden. Finanzielle Probleme, keine Sponsoren weg. Warum darf man die nicht mit Rennen sonstwo ersetzen? Ist ja nicht so als ob in Europa jährlich 50 neue Rennen entstehen würden.

    Quote:
    Die Amis sind übrigens nicht so blöd, ihre Nationalsportarten globaliiseren zu wollen. Die bleiben bei ihrer Tradition.

    Die Europäer sind zu wenig selbstbewußt…

    Das ist eine unglaublich naive Aussage.

    NFL: Das Projekt NFL Europe, wozu war das wohl da? Gibt’s das noch überhaupt? Globalisierung vielleicht? In Europa Geld verdienen?
    NBA: Basketball ist natürlich auf seine Art auch eine Weltsportart. Und trotzdem gab es immer wieder Spekulationen über eine NBA Europe…. auch da Geld verdienen war das Ziel. Wäre aber relativ hoffnungslos da es in Europa etablierte Ligen gibt und die halt mehr interessieren als dann die „Milano Flyers“ ohne Stars. Zwischendurch gibt’s Tourneen mit Exhibition games, teilweise sogar 2 oder so regular season games sonstwo, Europa, Asien.
    MLB: Baseball olympisch? Gut, ohne MLB Profis oder? Kurze google Suche: http://mlb.mlb.com/news/article.jsp?ymd=20060719&content_id=1564319&vkey=news_mlb&fext=.jsp&c_id=mlb
    NHL: Eishockey ist in Mittel und Nordeuropa schon populär genug… viel zu populär dieser Idiotensport. Und ok, ist sowieso mehr Kanada als USA. Aber was Expansion angeht… sorry, ein Eishockeyteam in LA? In Florida? DAS ist ebenso dumm wie ein Radrennen in Qatar.
    Zum Brüllen der letzte Satz: „As they say, the game was invented in America,“ Lefebvre said, „but it belongs to the world.“

    Kurz gesagt von dem Argument bleibt nichts übrig. Gar nichts. Und das ist eigentlich ja schlussendlich dein Hauptargument. Kulturell. Unser Sport für uns! Wie es die uns in diesem Fall überlegenen Amerikaner machen. Wie Sumo japanisch bleibt.
    Kulturell, Europa muss selbstbewusster werden, wie die Amis!! Nur machen die genau das was du ja von Europa nicht willst. Expansion. Und Sumo, ehm, na ja, dominant sind die MOngolen. Und Bulgaren, Russen, Esten? etc. Aber ja, die Japaner versuchen tatsächlich all diese Ausländer zu limitieren. Funkitioniert nur nicht so richtig.
    Aber WAS genau du nicht willst eh nicht wirklich klar.
    Keine „künstliche“ Globalisierung? Also Retorten WT Rennen wie Beijing in Nicht-traditionellen Radsportnationen? (Hamburg gehört auch in diese Kategorie übrigens) Während „grassrootsrennen“, also solche wie Hainan, die unten anfangen ok sind? Oder sollte man die auch nicht haben?

    Uebrigens, was meinst zu Melbourne-Warrnambool?


    Leitplanke

    #730546
    Frank`NFurter
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    Der Bakala-Vorschlag mag naiv sein (insbesondere die 10×4 Tage und die 5 Kontinente), aber gänzlich uninteressant finde ich ihn nicht.

    Ich befürchte für dieses Jahr leider schon, dass auch ein paar taditionsreiche Rennen starke Finanzierungsprobleme bekommen werden. Ich bin, was Radsport betrifft, auch ein absoluter Traditionalist und sehe das sehr ähnlich wie OWI es beschrieben hat. Aber man wird wohl nicht umhin kommen sich auch neuen Formaten zu stellen, wenn man im Kampf um Quoten und Aufmerksamkeit seine Position behaupten will, als Sportart.

    Wie wäre folgender Vorschlag:
    5 Rennen zu einer Serie zusammen zu fassen um den „besten Sportler“ zu kühren:
    – Ein Kopfsteinplaster-Rennen
    – Einen Hügelklassiker
    – Eine Mehrpässe-Bergankunft
    – Ein Zeitfahren
    – Eine Sprintrennen

    Das wäre sicherlich eine ziemliche Gaudi und würde den tarditionsreichen Rennen nicht die Schau stehelen, sondern könnte im besten Fall den gesamten Radsport ein weiteres Higlight und damit Aufmerksamkeit schenken.

    #730547
    Jaja
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    Dann müsste es aber nach Zeit gehen, oder nach einem Punkteschema wie beim Omnium, also der Letzte kriegt dann die meisten Punkte etc. Nicht so ein 0815-Punkteschema wie die ersten 15 kriegen Punkte…
    Fänd das auch dann durchaus interessant, müsste aber entsprechend lukrativ sein, damit man da auch ein vernünftiges Feld zusammenkriegt.


    Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.

    #730548
    Frank`NFurter
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    Quote:
    Original von Jaja
    Dann müsste es aber nach Zeit gehen, oder nach einem Punkteschema wie beim Omnium, also der Letzte kriegt dann die meisten Punkte etc. Nicht so ein 0815-Punkteschema wie die ersten 15 kriegen Punkte…
    Fänd das auch dann durchaus interessant, müsste aber entsprechend lukrativ sein, damit man da auch ein vernünftiges Feld zusammenkriegt.

    Ja, das wäre wohl eine große Herausvorderung, ein System zu finden, dass die verschiedenen Fähigkeiten halbwegs fair und gleich gewichtet.

    Wenn der Bakala für so ein Event zusammen mit seinen Geschäftskontakten viel Geld sammelt, kommen die besten Teams mit den besten Fahrern von selbst. Erinnert so ein bisschen an das Konzept im Tennis, wo man am Ende des Jahres auch die 8 besten Spieler in diesem komischen Tunier nochmal zusammenfasst, und wo die Herrschaften schon alleine fürs Antreten wahnsinns Summen abkassieren. Ganz so pervers müsste es ja hier nicht sein. Aber Geld, und das war ja Dein Punkt Jaja, ist wahrscheinlich wirklich ein ganz entscheideneder Faktor für die Attraktivität.

    #730549
    Kanarienvogel
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    Zu Frankfurter:

    Das „Bakalasystem“ resp. das um Pavé erweiterte „Furtersystem“ gibt es schon.
    Bakalasystem: Criterium International. Halt mit einer Etappe weniger, aber das Prinzip ist GENAU das. Flachetappe, Bergetappe, ZF. Die Bergetappe war jetzt oft eher eine mittlere Bergetappe, jetzt in Korsika wieder eine richtige. Aber die Idee dahinter ist genau die gleiche wie bei Bakala. Den BESTEN Fahrer finden.

    Furtersystem: Weltcup wurde das mal genannt. Ja, gab keine Mehrpässebergetappe, das ZF war ein MZF. Aber die Idee: den BESTEN Fahrer finden. Oder falls es als Rundfahrt gemeint ist, siehe Crit. Int. um 2 Etappen erweitert.

    Aber warum dieser Fokus auf den „BESTEN“ Fahrer. Den findet man doch so sowieso nicht. Und warum sollte das das Ziel sein? Hier ist der KV dann der Tradionalist. Der beste Fahrer ist der Girosieger. Seinetwegen kann es der TdF Sieger werden. Oder auch ein Klassikerheld. Oder der WEltmeister. sicher nicht der Gewinner eines hochbezahlten verlängerten Criterium International.

    Quote:
    Ich befürchte für dieses Jahr leider schon, dass auch ein paar taditionsreiche Rennen starke Finanzierungsprobleme bekommen werden.

    Dieses Jahr?
    – Paris Nice war in den 90/00 2x kurz vor dem Kollaps? Oder nur einmal? Fignon übernahm dann mal, dann jetzt die ASO, seither läufts.
    – Dauphiné ähnlich, hatten auch Probleme, ASO übernimmt.
    – Züri Metzgete ist weg. War im Weltcup, war in der WT, ist weg. Globalisierung hatte damit nichts zu tun. Schweizer Geiz? Keine Ahnung.
    – Milano Torino x Mal abgesagt. RCS fand keine Sponsoren. Jetzt wieder da, aber nicht mehr RCS?
    – Piemonte, vor Milano Torino mit den Problemen, geht jetzt wieder
    – Lazio. Seit.. 09? nicht mehr ausgetragen, jetzt wieder geplant
    – X kleinere spanische Rundfahrten, oben schon erwähnt: Galicia, Setmana Catalana, Bizikleta irgendwas, Valencia. Alle einigermassen traditionsreich. Nicht alle enorm wichtig, aber traditionsreich.
    – Coppa Placci, existiert eigentlich nicht mehr. Zwar wohl wieder geplant, aber das geht jetzt seit Jahren so.
    – Der GS Emiliachef meinte vor einem Jahr mal: Bis 201x würde G.S. Emilia weitermachen, dann aufhören. SEhe aus als ob dann der Giro dell’Emilia auch aufhören müsste, sehe nicht danach aus als ob man Nachfolger finde.
    – San Sebastian und/oder Pais Vasco hatten 12 (oder 11) Probleme? Dann gerettet, Sammlung? Beide in der WT.

    Das sind/waren alles traditionsreiche Rennen die in den letzten Jahren Probleme hatten oder ganz weg sind .
    Und das geht schon so seit der KV den Radsport verfolgt.
    Oh, ha, wusste doch dass man da was findet:

    http://www.memoire-du-cyclisme.net/disparues/disparues.php

    Zwar nicht unbedingt komplett, Urkiola z.B. nicht zu finden, Züri auch nicht. Aber eben, sieht man, Rennen sind immer verschwunden, auch traditionsreiche, ist also nichts neues. Darum „für dieses Jahr schon“… na ja, „auch für dieses Jahr“ wäre passender.

    Was genau wäre der Vorteil von diesem System gegenüber „Globalisierung“. Also Rennen in China halt mal? Die stehlen den Rennen in Europa nicht die Schau. Die zahlen gut. Das gleiche. OK, die neue Serie soll BESSER bezahlen. Theoretisch, ja ja.
    Grossartige neue Formate (die ja nicht mal neu sind) braucht es nach KV nicht wirklich. Wozu auch. Das „Gerüst“ des Radsport steht. MSR-RVV-PR-LBL-Giro-Tour-Vuelta-WM-Lombardia. Nicht mal Bakiboy will das verändern. Darunter gibt’s auch genug solide Rennen, eben TdS und co. An die denkt Bakiboy nicht gross, an denen wird er aber auch nicht vorbeikommen. DAnn, ja dann kommen die Globalisierungs, Wurst und Retortenrennen WT Rennen. China, Plouay, Hamburg, Eneco, Kanada,Polen. TdU noch. Gesucht sind nicht unbedingt Highlights, sind zwar willkommen, sondern… Beilagen. Wie die GWR WT Rennen. Was ist dann der Unterschied ob das jetzt ein 4-5 tägiges Bakalafurterformat ist oder halt sonstwas mistiges wie Beijing es momentan ist? Vom KV aus kann man Hangzhou gerne gleich zum Prototypen machen, (noch lieber gar nicht machen zwar) eigentlich vollkommen egal ob’s ein BESTER FAHRER Simulationsrennen ist oder einfach sonst was mit katastrophalem Kurs.

    Ah, das Kohlebonanzazeugs wollte die UCI doch kürzlich auch mal einführen? Saisonabschluss in Dubai? Bevor sich RCS/ASO/Unipublic dann doch wieder mit der UCI versöhnten… Kam dann nie zustande.


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    #730537
    Frank`NFurter
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    Original von Kanarienvogel
    Zu Frankfurter:
    Das „Bakalasystem“ resp. das um Pavé erweiterte „Furtersystem“ gibt es schon.
    Bakalasystem: Criterium International.

    Da widerspreche ich Dir jetzt mal, KV. Natürlich hast Du noch in so weit recht, dass das Criterium International auch die verschiedenen Fähigkeiten in den Etappen fordert (außer das der Pavé-Abschnitt und die Höhenmeter für ein Spektakel dort viel zu lau sind).

    Trotzdem ist das CI ein ganz anderes Rennen als das hier vorgeschlagene. Stell Dir mal bitte spaßeshalber vor, für diese Veranstaltung wären 10 Millionen € ausgelobt. Dann würde dieses Rennen nicht nur bei den Rennställen, sondern auch in den Medien eine enorme Aufmerksamkeit finden. Kurz gesagt: Alle wollten dabei sein – Contador und Cancellara, Wiggins, Martin und Nibali, Sagan, Boonen und Cavendish…

    Aber durch diese Namen wäre das Rennen nicht nur einfach prominenter besetzt – das wäre in der Tat trivial. Nein, dadurch wird diese Veranstaltung etwas völlig neues, sportlich betrachtet. Stell Dir einfach mal vor, die erste Etappe wäre das Pavé. Wie würden sich hier Boonen und Cancellara verhalten? So wie bei PR oder der Ronde, wo es nur um den Sieg geht? Oder würden Sie nicht viel eher versuchen auf Leute wie Wiggins oder Nibali oder Sagan so viel Zeit wie möglich gut zu machen. Sehr wahrscheinlich sogar, würden die besten einer Disziplin zusammenarbeiten um möglichst viel aus ihren jeweiligen Stärken herauszuholen. Deren Teams würden das Rennen so schwer wie möglich machen.

    Umgekehrt gefragt: Wie evrhält sich ein Schleck, ein Wiggins etc? Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ein „normales“ Paris-Roubaix, wenn sie sich entsprechend vorbereiten und das Rennen eine so große Wichtigkeit hätte, auch unter den ersten 30 beenden könnten. Vielleicht mit 2 Minuten Abstand auf den Sieger, aber viel mehr sicher nicht. Das wiederum würde den Kopfsteinpflaster-Spezialisten als Polster für die Berge ganz sicher nicht reichen.

    Kurz gesagt, je länger man sich mit der Idee beschäftigt, umso mehr erahnt man, welches Potential da drin steckt. Natürlich hängt alles davon ab, wie man verrechnet, also Sprintetappen mit Bergetappen und Pavé etc. Aber wenn man hier einen spannenden Modus findet, dann könnte so ein Kräftemessen über die Grenzen des Spezialistentums hinaus, DAS GROßE Radsportspektakel schlechthin werden.
    Und das man ein spannendes Verrechnungssystem finden kann, ist ja fast nur eine Frage der Mathematik bzw. der Erfahrung inkl. Korrekturen und Anpassungen.

    Quote:
    Original von Kanarienvogel
    Aber warum dieser Fokus auf den „BESTEN“ Fahrer. Den findet man doch so sowieso nicht. Und warum sollte das das Ziel sein?

    Aber KV, natürlich ist es unter Sportnihilisten gesagt, völlig albern zu glauben, man könne den Besten finden. Darum geht es auch nicht. Auch im Fussball wirst Du nie die beste Mannschaft finden. Einen Sieger ja. Aber dass das die besten sind bleibt immer Behauptung.

    Hier geht es schlicht um Marketing. Kennst Du im Fussball die offizielle Hymne der UEFA für die Champiosleauge? „Wir sind die Bääääääääästen, Trallalalala….“

    Quote:
    Original von Kanarienvogel
    Das sind/waren alles traditionsreiche Rennen die in den letzten Jahren Probleme hatten oder ganz weg sind .
    Und das geht schon so seit der KV den Radsport verfolgt.

    Absolut D´accord. Da ist ein stetiger Wandel und das ist auch zu einem bestimmten Teil sehr gut so. Da stimme ich Dir auch in Deiner Antwort an OWI zu, dass auch der Radsport Innovationen und neue Ideen braucht. Der Radsport kann nicht so tun, als sei er so wie er sein, und die Welt die sich stetig wandle, müsse sich ihm anpassen. Das funktionierte noch nie und wer langsristig erfolgreich sein wollte musste immer die Ballance finden zwischen der Bewahrung des Bewährten und der Faszination neues Auszuprobieren und sich weiter zu entwickeln.
    Es sollte nur nicht so weiter gehen, dass mehr gute Rennen wegsterben und kaum noch spannende Rennen nach kommen. Vielleicht bin ich zu wenig über einzelne Rennen informiert, aber mir kam es in den letzten Jahren so vor, als könne der Innovationsprozess im Radsport nicht mal annähernd das Sterben der Traditionsrennen kompensieren.

    #730538
    Ventil
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    Ein paar Gedanken

    Das ganze Thema widerspiegelt sich doch in der neusten Ausgabe der Ronde van Vlaanderen.
    Tradition | Innovation | Geld | gespaltene Fankreise.

    Man kann natürlich Retortenrennen die rein durch Zaster erfunden wurden, die topografisch eine Schande darstellen bespucken und verfluchen. Aber man muss auch sehen, dass gewisse ‚DEals‘ eben nötig sind fürs ‚überleben‘. Wie nötig .. denke da sehen wir nicht so richtig hinein.

    Es gibt Grundregeln : Regionen sind begrenzt, Traumanstiege wie der Link vom KV auch, eigentlich sind sie alle schon ausgeschöpft. Renntage sind ebenso begrenzt wie auch die Anzahl der Teams. Irgendwie ist das Ganze halt ein Kreislauf. Rennen entstehen .. andere verschwinden. Der harte Kern ( De grote Race ) haben ihren sicheren gefestigten Platz.

    Das Internet ( Foren, Streams, Newsletter, Gays-Url’s zätera ) hat bei der Globalisierung eine enorm wichtige Funktion. Ohne dieses Forum z.B. hätte sich das Ventil doch nie im Leben für die Portugalrundfahrt interessiert. Geb’s zu, dadurch bin ich von Natur aus eine bisschen einfach gestrickt ( wehe diese Aussage wird jemals gegen mich verwendet ) So, bin ich offen für Rennen im Kongo oder Asien .. passt !! Natürlich kann dabei ein Rennen mit ‚Semi-Tradition‘ in Spanien draufgehen ..ensteht ein Retortenrennen .. fressen und gefressen werden. Aber .. ich finde mal sollte da aussortieren, es gibt Gänsehaut- wie Hühnerhautrennen. Wo der Grat liegt, sieht wohl jeder ein bisschen anders.

    Z.Beispiel Südamerika. Was ist da anders als das was in ASien in 10 Jahren sein könnte ?? Ok, ich habe keine Ahnung ob Kolumbien eine Radsporttradition pfegt, und wenn ja .. warum ist das so.

    Ein Rennen wie die Flandernrundfahrt wird unerreichbar bleiben. Das liegt einfach am Gesamtpakat .. Fans, Strecke, Tradition, Wetter, Region .. ect. Das kann man mit einer Retorte nicht erfinden.

    Das olympische Strassenrennen kommt für mich einem Retortenrennen gleich. Das Rennen kann spannend sein .. viele Zuschauer, Olympia halt. Und trotzdem ist es für mich wertlos. Ein Paris-Roubaix Sieg ist für den innerschweizer Hüne ( Zwergenwerfen ? ) tausendmal emotionaler und prestigeträchter. DAS aber sehen nicht alle Profirennfahrer auch so .. jedenfalls medial nicht ( Geld )


    102

    #730539
    Frank`NFurter
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    Quote:
    Original von Ventil
    Ein Rennen wie die Flandernrundfahrt wird unerreichbar bleiben. Das liegt einfach am Gesamtpakat .. Fans, Strecke, Tradition, Wetter, Region .. ect. Das kann man mit einer Retorte nicht erfinden.

    Vermutlich. Aber ich würde die anderen Rennen erst mal nicht automatisch Retortenrennen nennen. Gerade in China gibt es phantastische Landschaften, die noch nie mit dem Radsport in Kontakt gekommen sind. Da ist bei weitem noch nicht alles „erforscht“.
    Warum stehen denn in China noch nicht die Zuschauer in Massen am Straßenrand? Weil da keiner Rad fährt? So bald da ein paar chinesische Athleten vorne mitmischen, ist China schwupp-di-wupp plötzlich eine Radsportnation (ähnlich etwa wie Deutschland zwischen Ullrich-Toursieg und Dopingdebakel Telekom).

    Hier beißt sich die Katze ein wenig in den Schwanz. Du wirst kaum chinesische Spitzenfahrer bekommen, wenn Du in China keine Werbeveranstaltungen machst. Ohne nationalistisches Gedöns, wirst Du keine großen Rennen etablieren usw.

    Der Nationalismus ist beim Sport das alles entscheidende Phänomen um Massen zu mobilisieren (merkt man bei jeder Fussball-WM). Dieser Nationalismusscheiß hat in den letzten Jahren nicht abgenommen, nein, er wird immer schlimmer. Ein Großteil der Massenzuschauer interessiert sich nicht für den Sport (für keinen Sport), sondern für Identifikation stiftende Surrogate.

    Im Grunde machen Rennen in China erst dann Sinn, wenn mal durch Zufall ein starker Chinese audtaucht. Man sollte daher eher den chinesischen Radsport, bzw. den chinesischen Nachwuchs sehr gezielt fördern.

    Im Biathlon haben sie genau so ein Konzept verwirklicht.Biathlon ist auch eine zu tiefst europäische Angelegenheit. Da fährt man aber ganz klar die Taktik Athleten aus aller Herren Länder mit Trainingsmöglichkeiten und Gratis-Material zu unterstützen. Oftmals leben diese Leute ab ihrer frühen Jugend hier, und sprechen norwegisch, bayrisch, französisch oder was weiß ich.

    Wenn der Radsport eine größere, globalisierte Projektionsfläche sucht, muss er jeweils erst mal die nationalistischen Adern finden. Danach fließt die Kohle von selbst – die Menschen sind leider so.

    Das Problem sind also nicht sportliche Retortenrennen. Ich könnte fast Wetten, dass es in China Strecken gibt, da bekommen sehr viele Fahrer feuchte Träume und die wirklichen Sportfans ne Dauererrektion. Marketingtechnisch – also als konsumfähiges Produkt – bleiben diese Rennen natürlich trotzdem fad, so lange sich keine Sau für die rein sportlichen Aspekte interessiert, sondern 90% der „Fans“ nationalistischen Ersatzhandlungen fröhnt.

    Vielleicht würde ein neuer Welt-Krieg helfen diese bizzarren Entwicklungen wieder zu relativieren. Wir Deutschen hätten da eine gewisse Expertise… :D

    #730540
    Kanarienvogel
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    Ok, bei den 2 Posts bin ich schon mit sehr vielem einverstanden. Aber:

    Quote:
    Trotzdem ist das CI ein ganz anderes Rennen als das hier vorgeschlagene. Stell Dir mal bitte spaßeshalber vor, für diese Veranstaltung wären 10 Millionen € ausgelobt. Dann würde dieses Rennen nicht nur bei den Rennställen, sondern auch in den Medien eine enorme Aufmerksamkeit finden. Kurz gesagt: Alle wollten dabei sein – Contador und Cancellara, Wiggins, Martin und Nibali, Sagan, Boonen und Cavendish…

    Das ist dann die Tour de France. Alle wollen dabei sein.
    Der entscheidende Punkt an deinem Vorschlag wäre aber auch nicht das Format. Sondern eben das PREISGELD. Und hier der 2. Punkt. Ist das da? Eher nein… weil ASO und RCS sind auch nicht die dümmsten oder gemeinnützige Vereine. Ja, ASO könnte wohl mehr Geld verdienen wenn es die Rechte nicht mehr an France 2, sondern Canal + verkaufen würde? Halt dann nicht mehr öffentlich sondern Pay for View. Aber sonst? Nein, die ASO versucht auch das Maximum rauszuholen. Was jetzt der Punkt ist: die Teams wollen mitverdienen, Vaughters labert seit Jahren davon, dieser Bakala da jetzt auch. Aber der will natürlich nicht zahlen, der will mit der Idee erstens Geld für Omega (resp. die Teams, aber das einfach vorallem um Unterstützung der Teams zu kriegen) und 2. als Organisator der Rennserie, falls es was wird. Und…. eben, wenn das Geld einfach rumliegen würde, warum gibt es dann nicht schon sowas. Und, dann ist das Format relativ egal. Mach RVV ein 5 Millionen für den Sieger Ding und plötzlich sind’s nicht mehr nur die „Pavéfahrer“ die da vorne rumturnen. DAnn ist die Verletzungsgefahr das Risiko wert. Kleine neue Retortenrundfahrt? Da braucht’s dann nicht mal mehr ein kompliziertes System um den BESTEN zu finden. Da reicht’s wenn man einfach die Etappensiege mit genug Geld bestückt und schon sind auch alle da. Lässt man eine oder 2 Spezialitäten aus kommen immer noch viele. Ist eine reine Geldfrage. Werbemässig natürlich: Wir küren den BESTEN, darum dein Format sicher sehr gut, ja.
    Aber langfristig geht’s bei der Bakalaidee einfach darum von der ASO, von RCS Geld für die TEams zu kriegen. Sozusagen eine Gewinnbeteiligung. Das ist das Ziel. Druck durch die Idee. Die wenn überhaupt mal irgendwas umgesetzt wird viel kleiner sein wird als das jetzt „geplante“.

    Innerschweizer „nur noch im Twitter“ Depp

    Quote:
    – Das olympische Strassenrennen kommt für mich einem Retortenrennen gleich. Das Rennen kann spannend sein .. viele Zuschauer, Olympia halt. Und trotzdem ist es für mich wertlos. Ein Paris-Roubaix Sieg ist für den innerschweizer Hüne ( Zwergenwerfen ? ) tausendmal emotionaler und prestigeträchter. DAS aber sehen nicht alle Profirennfahrer auch so .. jedenfalls medial nicht ( Geld )

    Hhahahahhaaaaaaaaaaaaaaaaa
    Hihihihi
    Wie da anderes Gegrunze aus der Innerschweiz kommen würden wenn das Mongotier gewonnen hätte. Wertlos? 7000 Posts mit Fabian in Siegerpose, nein nein, das wäre gar nicht mehr wertlos. Das wäre nicht so wichtig wie PR, aber wertlos? Sicher nicht! Aber wenn halt Vino gewinnt ist’s was anderes. Ullrich+Vino Strassenrennen Olympiasieger, Armstrong und Cancellara nicht? DAnn wertlos, sicher.


    Leitplanke

    #730541
    Ventil
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    Nein

    Pascal Richard z.B. mochte ich enArt .. mh.

    Bei den olympischen Spielen geht es mir um Tradition. In erster Linie heisst das für mich ; Olympische Disziplinen gleich Einzelsportarten. Aber auch gewisse Einzelsportarten haben an den Olympischen Spielen nichts zu suchen, zum Beispiel Tennis. Genau so geht’s mir mit dem Radsport ( RR & ITT ) ..gehört da nicht hin. Die haben ihre eigene Tradition. Pardon, BMX Rennen sind noch witzig .. die mal verfolgen, ja. Aber ein BMX Fahrer als Olympiasieger kann ich nicht Ernst nehmen. Gibt noch etliche andere Sportarten die da nicht in diese Veranstaltung passen. Aber eben .. ist das Globalisierung ? Innovativ ? Sponsoring ( geschmiertes ) ?

    Das olympische Strassenrennen ist ein Zufallsprinzip .. mehr nicht. Es hat weder Charakter noch einen ‚ernsthaften‘ Stellenwert in der Heldenburg Radsport. Hier geht’s nur um Geld und Sponsoring. Finde ich persönlich ekelhaft.


    102

    #730550
    speiche
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    Ich habe nichts gegen und hege manche Sympathie für eine Globalisierung des Radsports, sofern drei Kriterien erfüllt werden:

    1. Begeisterungsfähige einheimische Zuschauer am Straßenrand
    2. Einheimische Teilnehmer mit am Start
    3. Sehenswerte Landschaften bzw. Streckenführungen

    Das spricht für Südamerika, Schwarzafrika und Nordamerika und gegen Katar und China.

    Lieber eine Tour de Faso unter primitiven Bedingungen als diese Freakshow in Katar.

    #730551
    Kanarienvogel
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    Kann der KV eigentlich so unterschreiben.
    Einziges Problem: Er entwickelt immer mehr eine Liebe zu Oman. Und da sind weder Zuschauer (ok, minim) noch einheimische am Start.


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    #730552
    speiche
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    Okay, einigen wir uns auf mindestens zwei der drei Kriterien. Oman bietet wirklich was fürs Auge und eine Handvoll Zuschauer, in China gibt es spektakuläre Landschaften und wenigstens ein paar einheimische Radler. Ob die Zuschauer dort dürften, wenn sie wollten, wissen wir ja nicht.

    Aber Katar kann für meinen Geschmack verlustfrei durch ein Fitness-Studio ersetzt werden, in dem die Fahrer nebeneinander auf der Rolle strampeln und die Wattzahlen gemessen werden.

    #730553
    Kanarienvogel
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    Freu dich, 2014 gibt’s auch Dubai! RCS will auch Geld verdienen, also haben die Dubai genommen und organisieren da ab 2014 die 3. Rundfahrt.

    Und ja ja, Qatar (ok, Deutsch wohl Katar, wusste der KV nicht mal mehr) braucht’s eigentlich wirklich nicht…


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    #730554
    Bündner
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    Peking verschwindet aus dem Kalender. Damit geht die Globalisierung ein Schritt zurück. Aber mal Ernsthaft die Rundfahrt war wirklich unnötig. Die Kurse ja Okay (das erste mal schlecht), aber keine Stimmung (man lies die Leute nicht einmal an die Strecke), kaum Spannung (Fahrer wirkten zum Teil lustlos) und der Smog. Das einzig wirklich Positive war die Landschaftliche Schönheit in den Bergen :D.
    Vor 2 Jahren wollten sie sogar die Tour of Hangzhou einführen, aber da das Rennen irgendwelche Kriterien oder was weiss ich nicht erfüllte, konnte es nicht stattfinden was auch nicht tragisch ist.
    Mein Tipp: 2 Eintagesrennen wie in Kanada einführen. Eins in der Region um Beijing mit Ziel im Rundkurs wo die Olympischen Spiele stattfanden und das andere sonstwo. Beim Beijing Eintagesrennen sollten sie am besten beim Vogelnest starten, dann ein bisschen einfahren (Mentougou, kleinere Anstiege, Changping), dann zum Ming Tomb Reservoir und dann den Olympiakurs 4-5 mal befahren. Das alles soll vor Lombardia stattfinden und Lombardia wie früher wieder in Mitte Oktober machen.
    Eine der Amerika Rundfahrten müssen sie ebenfalls in die World Tour setzen.

    #730555
    Rujanofan
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    Morgen,

    nach längerer Abwesenheit hier melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Und das zu einem brisanten Thema gleich mal. :D Werde im Saisonverlauf jetzt wieder öfter hier auftauchen, die Lust auch Diskussion ist wieder da. :]

    Sehr gespalten sehe ich das ganze Thema. Ich sage ganz klar, dass der Radsport sich auf der ganzen Welt mehr verbreiten muss. Finde die Rennen in den USA z.B. und die paar Dinger in Kanada da wirklich top. Landschaft geil, Zuschauer sind auch ab und zu gut vertreten. Klar nicht Europa, aber wohl auch nicht möglich weil Bevölkerungsdichte nicht vergleichbar und Interesse dort doch net so riesig. Aber diese Rennen sind für mich nicht mehr wegzudenken aus dem Kalender.

    Die Sachen in Asien dagegen zum großen Teil absolut nervig. Katar total sinnlos. Am liebsten schon im nächsten Jahr rauswerfen, leider nicht möglich wegen Kohle die da kommt. Oman und Dubai auch nicht notwendig, ok eins davon sollte vielleicht bleiben auch aus meiner Sicht, weil es halt doch Kohle bringt. Also entweder Dubai oder Oman längerfristig drinlassen.

    China auch richtig abartig immer gewesen in meinen Augen. Hat keinen interessiert und Zuschauer auch null. Einziger Vorteil zum Orient ist die Landschaft die oft mal cool war. Aber irgendein höherwertiges Eintagsrennen gehört für mich nach China schon, allerdings BITTE keine Rundfahrt mehr. Beijing wurde ja jetzt rausgenommen.

    Türkei wird für mich irgendwie auch zu sehr hochgepusht. Strecke nicht immer gut, Zuschauerzahlen eher vernachlässigbar. Klar Umgebung geil und recht ordentliche Fahrer waren auch immer dabei. Trotzdem haben irgendwie zu oft die schwachen gewonnen, entweder Doping oder die guten hatten keine Form/Bock. Alles andere in Asien passt schon so. Langkawi, Hainan etc. Ok gibt es halt, kommen aber eh nie die besten. Passt schon^^

    Was halt leider absolut fehlt, ist noch mehr in Südamerika. Man hat gute Profis gerade in Kolumbien und z.T. Venezuela. Für mich Pflicht da zumindest ein 2.1 zu machen. Ok Argentinien ist da aber wohl etwas sehr früh, aber gut San Luis irgendwo schon.

    Australien geht auch völlig klar, aber viel zu früh und interessiert deswegen kein Schwein. Gebe hier den Vorrednern recht, man müsste es verlegen mindestens Februar. Dann würde es auch mehr Fahrer interessieren, ansonsten is es ja ganz nett.

    Afrika dagegen is wohl wirklich schwer möglich, da fehlende Infrastruktur/Sicherheit usw. Man könnte aber m.E. in Südafrika was versuchen, einheimische Fahrer gibt es genug, vielleicht ein cooles Eintagsrennen? ;)

    Kommen wir zu Europa: Hier würde ich mir auch deutlich mehr Sachen im Osten wünschen. Baltikum hätte ein Eintagsrennen verdient. Außerdem: Slowakei und Tschechien müsste auch was sein. Könnte auch interessant werden. Ansonsten kann zum Großteil alles bleiben.

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