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Ventil aktualisiert.
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25. Mai 2006 um 18:49 Uhr #613547
sieht der adlone oalene schon richtig im grossen und ganzen..
stahlross
zu valverde :
bin jetzt so freundlich und gebe dir zur der kotze eine antwort..
radsport ist wirklich herrlich zu geniessen. toller sport !!!
nur; ist es auch die sportart welche einem in den tiefsten abgrund treibt der selbstverleugung. wieviele doping-attacken brauchen wir denn noch um einzusehen wie es in dem metier zu und her geht ?valverde ist ein überfahrer. bei all den doping-klarheiten, welche uns vorliegen, kann es unmöglich sein, dass so ein fahrer sauber ist.
102
25. Mai 2006 um 18:51 Uhr #613548raumcollagen
seh jetzt nicht gleich den weltuntergang. so schlimm wirds nicht werden.
102
25. Mai 2006 um 19:09 Uhr #613549man sollte sich auch mal bewusst werden, das der radsport-zirkus, gleich einen belgischen kreisel funktioniert.
es ist ein kreislauf der auf der basic inzucht basiert !
fahrer werden zu sportlichen leiter…
denke… geschockt sind wir jetzt nicht über dass was wir nicht schon lange wussten, sondern der angst wegen, unser geliebte sport könnte uns weg genommen werden.
nicht ?
102
25. Mai 2006 um 19:24 Uhr #613550Stimmt!
Hatten eigentlich die Betroffenen oder deren Rechtsanwälte schon mal die Gelegenheit bekommen, sich zu der Sache zu äussern?
25. Mai 2006 um 19:41 Uhr #613551bis jetzt noch nichts dazu gefunden..
wieso meinst du breukink ….was ist dein gedanke dabei.
102
25. Mai 2006 um 19:41 Uhr #613552Das Ventil hat im Girothread über Blutkonserven geschrieben, die jetzt wohl beim Giro entsorgt werden.
Meines Wissens wurden noch nie Bltkonserven sichergestellt, was mich eigentlich verwundert.
Das ganze Blutdoping macht doch nur Sinn, wenn es während der GTs verabreicht wird. Wo verstecken die denn das?25. Mai 2006 um 19:44 Uhr #613553Es bleibt nur abzuwarten ob die wirklich eine Liste mit 200 Fahrern haben und entsprechendes Beweismaterial gegen diese Fahrer. Unter den Tisch gekehrt werden wird diesmal bestimmt nichts, dafür ist schon zuviel in den Medien gelandet. Bin schon gespannt, wer in den nächsten 2 Jahren alles die Ersatzbank drücken muß. Da kommt ja eine Menge Arbeit auf die UCI zu.
25. Mai 2006 um 19:54 Uhr #613554Ich persönlich hege eine Abneigung gegenüber Dementis (ist das die Mehrzahl von Dementi??). OK, in der heutigen Medienzeit, wo Informationen innerhalb von Sekunden von einer Fliege zum Elefanten ohne große Mühe aufgebauscht werden können, muss man anscheinend dem schnell widersprechen. Ansonsten glaubt der uninformierte und uninteressierte Leser/Hörer/Seher schnell den Beschuldigungen . Warum? Weil er es glauben will.
Falls unser Ulle in den nächsten Tagen auf seiner Homepage auf das heftigste eine Zusammenarbeit mit Fuentes bestreitet, sind mir das persönlich schon ein paar Dementis zu viel. Mir würde das dann zum Himmel stinken.
—–__o
—_ <, --(_)/(_)25. Mai 2006 um 19:57 Uhr #613555Ich bezweifle, ob man vielen Fahrern Doping nachweisen können wird.
Dazu müsste man beweisen, daß und wann sie ihr angereichertes Eigenblut wieder eingespritzt bekamen.
Die Tatsache, daß sie sich Blut abzapfen und vielleicht auch anreichern liessen, reicht denke ich nicht, es sei denn, es gibt das Delikt „geplantes Doping“ oder „Vorbereiten von Doping“.25. Mai 2006 um 19:58 Uhr #613556das blutkonserven verwendet werden im radsport ist ab heute wohl klar.
wo versteckt ?
ich habe keine ahnung wie lange es dauert bis so ein blutbeutel im fahrer ist. 30 minuten könnte ich mir vorstellen.
das würde reichen, rein zeitlich, dass man jeweils im hotel noch ein zimmer gebucht hat unter einem namen, der nichts mit team zu tun hat, alle fahrer wieder auf zu laden nach dem nachtessen.
im teambus eher weniger.
Balzary
wenn du jetzt ganz still sitzen kannst, und innerlich ruhig bist, dann furz einfach..
102
25. Mai 2006 um 20:03 Uhr #613557breukink
denke auch dass das in einem paragraphischen scheiss enden wird !
102
25. Mai 2006 um 20:04 Uhr #613558Ventil
Die Kacke ist schon am Dampfen….
Hier vielleicht mal was interessantes:
Es ist klar, dass hier im Feld und unter den Kollegen auch über die neue Dopingaffäre gesprochen wird. Wenn das alles wahr ist, was so gemeldet wird, nimmt der Radsport wieder einen schweren Imageschaden. Da strengen sich hier die Sportler gigantisch an, es ist ein super Rennen mit einer tollen Atmosphäre – und plötzlich droht alles durch einen solchen Mist in Misskredit gebracht zu werden, bekommt unser Sport wieder negative Schlagzeilen. Du hörst einiges, aber es gibt kaum gesicherte, fundierte Informationen. Außerdem bist du nach zweieinhalb Wochen Giro körperlich so angezählt, dass du mit dir selbst und deinen Wehwehchen genug zu tun hast. Das degradiert diesen neuen Skandal momentan zunächst mal zu einer Nebenangelegenheit. Mich beschäftigen die beiden nächsten Etappen deutlich mehr.
Quelle: Giro – Tagebuch von Jörg Ludewig(Auszug)
—–__o
—_ <, --(_)/(_)25. Mai 2006 um 20:06 Uhr #613559Ventil
30min ist ein bissel wenig. Zumindestens im Krankenhaus (ja ich war Zivi
) dauerten Transfusionen deutlich länger. 1h mindestens
—–__o
—_ <, --(_)/(_)25. Mai 2006 um 20:10 Uhr #6135601 stunde ist auch okay. im zimmer haben sicher 5 personen platz zum sich flach legen.
und..
der jörg war schon immer ein idiot und narzist !!
102
25. Mai 2006 um 20:15 Uhr #613561Alternativsportart: Basketball, in der BBL einfach mal die Schlägertruppe von GHP Bamberg verfolgen.
Verabreichung der Blutkonserven: Im Village du Tour auf dem Dixi-Klo, zwischen Friseurbesuch und Espresso-Bar vielleicht?
Und: angenommen Basso und Ullrich (sowie alle anderen Topfahrer die weder in Spanien wohnen oder für ein spanisches ProTour-Team fahren) wären wirklich involviert, würden die ernsthaft so eine riesen Logistik-Kette in Kauf nehmen für sowas? Klar, ich würde das auch nicht gegenüber dem Büro der L’equipe aufziehen (obwohl…), aber es gibt doch genug zentraler gelegene Länder mit Topbedingungen und ohne Ermittler die geil drauf sind den Radsportler zu überführen (Deutschland zum Beispiel)…
25. Mai 2006 um 20:16 Uhr #613562Irgendwie gefällt mir mein neues blutrotes Fahrrad heute nicht mehr.
Natürlich so gehts und wirds gemacht. Eins irritiert mich. Wenn ich mein eigenes Blut spende für später, bin für ein paar Tage außer Gefecht, kann keine Rennen auf hohen Niveau fahren. Das war die Methode in den 80ern. Ist hier etwa eine riesen Blutpanscherei im Gange mit Spendern und Empfängern? Sauerei, wenns so wär.
25. Mai 2006 um 20:19 Uhr #613563Quote:Original von Stahlross
Eins irritiert mich. Wenn ich mein eigenes Blut spende für später, bin für ein paar Tage außer Gefecht, kann keine Rennen auf hohen Niveau fahren. Das war die Methode in den 80ern. Ist hier etwa eine riesen Blutpanscherei im Gange mit Spendern und Empfängern? Sauerei, wenns so wär.Vielleicht zahlt Fuentes potenziellen Blutspendern ja besser als das DRK?!?
25. Mai 2006 um 20:33 Uhr #613564Fremdblut kann wohl besser als nachgewiesen werden, als Eigenblutdoping. Man macht das im Training, wenn man das Blut mit Medikamneten aufgeputscht hat. Man kann ja überprüfen, ob das EPO noch nachweisbar ist und der richtige Zeitpunkt für die Abnahme ist (wurde vermutlich bei Heras irgendwie verschlampt).
Also das Risiko mit Fremdblut wird wohl als zu hoch angesehen.Und…ist im Höhentraingslager überhaupt Epo notwendig, um die roten Blutkörperchen zu vermehren? So könnte man das Risiko eines Besuchs während des Trainigs ausschalten. Und der Spezialist peppt mit seiner Wundermaschine das Blut mit ein paar Additiven noch an?
Wie wird gemacht?
25. Mai 2006 um 20:40 Uhr #613565stahlross
keine ahnung. in bezug dem sind wir hier kleine knirpse.
ärzte sind zwar weiss und rein, können und sind mit bestimmtheit auch schweine sein. das ganze ist nur eine frage des geldes, wie überall.
man wird schlussendlich nie ganz hinein sehen können.
aber eins ist sicher ; der profi-sport, wie er grossflächig rein und gut angesehen wird, ist nichts anderes als eine bekackte geldmaschine !
Hughou
vergiss das mit den höhen. das war mal. epo ist nach wie vor unter uns, mehr als uns lieb ist.
102
25. Mai 2006 um 21:09 Uhr #613566Hab ich gerade in einem anderen Forum gefunden (OK, es war ein Mountainbike-Forum, ich hoffe ihr verzeit mir
). Aber ich fand den Post sehr gelungen und kann dem eignetlich nur zustimmen.
Da ich es selber nicht hätte besser formulieren können, zitiere ich einfach mal:Quote:Original von Schmirgel
Hmm…. Sorry, wenn ich hier auf den Nerven einiger rumtrampel, aber mit dem Thema befasse ich mich (eher als Hobby, beruflich bin ich doch genauso verlogen wie der Rest unglücklich ) schon zu lange als dass ich da ruhig bleiben kann…Das Kardinalproblem beim Thema Doping/Radsport ist dieser zutiefst verlogene, in sich verstrickte Mikrokosmos aus Fahrern, Sponsoren und Medien. Es ist unfassbar, wie diese Zweckgemeinschaft zusammenhält.
Dopingrazzien? Es folgt ein gemeinsamer Aufschrei (inkl. aller „Ikonen“ um Ex-Doper wie Merckx oder Altig) gegen diese „menschenunwürdigen Untersuchungen“. Ha ?!? Menschenunwürdig ?!? Wenn ich in meiner Wohung ein paar Kilo Drogen hätte, wäre ich froh, wenn ich mich nur nackt ausziehen müsste… Jeder ordentliche Polizist würde mir die Scheiße im Zehn-Minuten-Takt aus dem Hintern und wieder hinein prügeln.
Beschuldigungen? Es folgt ein gemeinsamer Appell an das Menschenrecht der Unschuldsvermutung. So sehr ich dies als juristisches Leitmotiv schätze, so schizophren ist der Satz „Es gibt keine Beweise, also ist er unschuldig“ im Zusammenhang mit einem Mr. Armstrong. Ausgesprochen von Reportern, Kollegen, „Idolen“. Verflucht, natürlich ist er nicht unschuldig, man hat es nur nicht geschafft, ihn zu erwischen (hat man schon geschafft, nur zu spät…). Genauso falle ich immer vom Sofa, wenn ein Sportler allen Ernstes in die Kamera sagt: „Ich weiß nicht, wo die Gerüchte herkommen. Ich bin zigmal negativ getestet worde. Also bin ich auch clean“. Was für eine Argumentationskette !!! In Wahrheit sagt er damit: „Natürlich weiß ich, woher die Gerüchte kommen. Schließlich bin ich ja auch jede Woche zum Cocktail bei Dr. XYZ. Aber solange die Fahnder das Zeug eh nicht nachweisen können, könnt ihr mich alle am Arsch lecken. Und außerdem: Alle anderen machen es doch auch. Das ist ja mein gutes Recht.“
…und damit sind wir gleich beim „magischen Dreieck“ aus Profisport, Sponsoring und Medien. Dass das seltens Gutes vollbringt haben ja schon genug Sportwissenschaflter trefflich untersucht, aber so verlogen wie im Radsport ist das Ganze nichtmals in der F1. Und der heutige Tag liefert ja wunderbare Beispiele:
* Da spricht der Sport-Pressesprecher (s.o.) des Sponsors(!) T-Mobile Ulle von allen Vorwürfen komplett frei. Hää ?!? Sagte der Pressesprecher von O2, dass die Rote Karte gegen Lehmann ein SchiRi-Fehler war? Ist das die Aufgabe eines Unternehmens-Angestellten ?!? Der müsste seine Fresse halten und eine interne Untersuchung einberufen, um evtl. viel größeren Schaden von seiner Firma abzuwenden. Stattdessen stellt sich der Kasper fröhlich in den Wind. „Doping? Bei uns? Nö! Hab‘ doch alle mal lieb gefragt und die sagten, dass sie sauber sein!“
* Da findet sich bei sportschau.de (=ARD =Medienpartner =Ex-Sponsor(!)) eine Meldung zu dem ganzen Skandal nur unter „ferner liefen“. Zusammengestrickt aus der News von sid/dpa werden natürlich die Namen Basso und Heras schön „gefettet“, der Name Ullrich taucht aber gar nicht auf. Dieser Teil der News wird einfach wegredigiert.
Jertzt steigt mit Liberty ein Sponsor aus dem Dreieck aus. Kümmert’s? Nö. Maximal die Betroffenen. Kommt halt ein neuer Sponsor nach. War im Radsport schon immer so. Den Wurm kannst du nicht bekämpfen, idem du ein kleines Teil abhackst.
Was würde helfen?
Wohl nur eine Revolution von Innen heraus. Aber wie? Warum halten alle die Schnauze? Warum prangert eine Ulle (siehe Phaty) nicht an? Es gibt ja nur zwei Möglichkieten. Entweder sind _alle_ voll bis zur Halskrause, oder der Druck der „anderen“ ist unmenschlich. Das Letzteres durchaus so ist, zeigte ja 2004 der Fall Flippo Simeoni. Wie der Italiener vom ganzen Feld unter Führung des Patrons Armstrongs (gibt es eigentlich noch eine Welt, in der ein Patron etwas positives darstellt?) öffentlich moralisch hingerichtet wurde, war schon bemerkenswert. Und gab es damals mediale Unterstützung für Simeoni? Pff…. Nicht im Ansatz !!! Wie sollen sich die paar Sauberen dann trauen? Ergo: Revolution von innen? Vergiss es!
Bleibt die Justiz. Bleibt die kleine Hoffnung auf „durchgeknallte französische (spanische, italienische, deutsche(?) Staatsanwälte“, die, aus welchen Gründen auch immer, den rollenden Apotheken an den Sack wollen. ICH drücke alle Daumen. Und wenn sie das ganze Tour-Feld in einem Kerker im Luberon auspeitschen. Aber selbst dann kommt einer wie Virenque wieder hoch und wird vom „Volk“ als Märtyrer gefeiert…
Wobei wir wieder bei „sie wollen verarscht werden sind“… Panem et circenses… Im Grundsatz hat sich seit 2000 Jahren nix geändert. Der Mensch ist doof.
fin…
—–__o
—_ <, --(_)/(_)25. Mai 2006 um 21:10 Uhr #613567Ich denke, dass wenn Blut abgezapft wird gleichzeitig neues hinzu kommt. Das kann dann von einem Spender stammen. So wird der Leistungsabfall wärend des Trainings möglicherweise in Grenzen gehalten.
So wie ich das verstanden habe, geht es beim Eigenblutdoping auch gar nicht mehr unbedingt darum das Blut aus dem Höhentrainingslager aufzubewahren, sondern das Blut wird nach der Entnahme behandelt. Zum Beispiel mit UV-Licht bestrahlt.Schweinerei das ganze.
Beim Giro wird die Polizei schon ganz scharf sein. Stellen in diesem Moment bestimmt ein paar Hotels auf den Kopf und die „armen“ Fahrer beschweren sich morgen wieder über unmenschliche Bedingungen.
25. Mai 2006 um 21:53 Uhr #61356825. Mai 2006 um 22:24 Uhr #613569razzia? ja, gerne. unmenschliche bedingungen? nein, danke. es ist klar, dass die fahrer am nächsten tag nicht mehr fahren wollen, wenn sie um 4 uhr aus dem bett geholt werden und dann stundenlang irgendwas durchsucht wird, wie wir es schonmal hatten am giro. es hat auch damals nicht viel gebracht. da finde ich das vorgehen in spanien jetzt doch um einiges besser, wo man jetzt anscheinend auch mal an andere leute rankommt und nicht nur an die konsumenten, die aber genau so schuldig sind. ich will ja nicht, dass es so rüberkommt, als könnten die fahrer nichts dafür. jemand muss das zeug ja nachfragen.
26. Mai 2006 um 1:29 Uhr #613570Quote:Original von Coolman
da finde ich das vorgehen in spanien jetzt doch um einiges besser, wo man jetzt anscheinend auch mal an andere leute rankommt und nicht nur an die konsumenten, die aber genau so schuldig sind. ich will ja nicht, dass es so rüberkommt, als könnten die fahrer nichts dafür. jemand muss das zeug ja nachfragen.genau das muss der ansatz sein: diejenigen zu kriegen, die den reibach machen!!!
wenn es jetzt in spanien den einen oder anderen erwischt – vielleicht sogar fast alle – ist das mehr als recht…aber bitte keine keule!!! die fahrer dopen auf ähnlichem niveau, staatsbürgerschaft ist in solchen fällen unerheblich…
26. Mai 2006 um 4:17 Uhr #613571ich glaube kaum dass es einen ansatz gibt der wirklich was nützen würde, ja gar einen ansatz den man überhaupt fassen kann um den radsport zu säubern.
es macht auch wenig sinn sich gedanken darüber zu machen, wer nun mehr schuldig ist; diejenigen welche das blut präparieren oder die welche es gebrauchen.
dopingmittel zum beispiel übers internet einkaufen, ist eine vorsetzliche strafbare handlung. sich aber eigenes blut abzapfen zu lassen und das blut quasi als frachtgut für das gekaufte doping zu gebrauchen ist einfach noch mal eine stufe höher, was der gedanke betrifft ; soll ich jetzt dopen oder nicht…..könnte ich nicht auch einfach nein sagen ?mit der aufdeckung dieser mafia-strukturierter geldmaschine, bei der 100 prozentiges beweismaterial ( blutbeutel) sicher gestellt wurde welches schwarz auf weiss belegt, dass die sportler 100 % wissen was sie tun ist eines klar : frühere ausreden wie; ich weiss nicht wie das in meine trinkflasche kam oder ich war betrunken und ein typ gab mir eine pille.. kommen einen nachträglich nur noch tief verlogen vor.
ob jetzt heras wohl immer noch für seine unschuld kämpfen wird ?
Neue Dimension
Der spanische Spitzensport war bisher ein Stück heile Welt, in der das Wort Doping höchstens als Randnotiz vorkommt. Besonders schön illustriert das eine Episode von 1991, als der inzwischen verhaftete Arzt Eufemiano Fuentes im Flugzeug nach Barcelona mit einer Kühlbox auf den Knien gesehen wurde. Darin seien die Mittel, um einen Vuelta-Sieger zu machen, sagte er. Fuentes war damals Teamarzt von Once, und dessen Fahrer Melchior Mauri gewann tatsächlich die Vuelta (ohne diesen Exploit je bestätigen zu können). Die Geschichte mit der Kühlbox war nicht geheim, doch sie wurde mit einem Augenzwinkern abgetan. Kein Wunder, übte sich der spanische Radsportverband noch Jahre später im Verschleppen von Dopingfällen. Der Anabolika-Fall von Aitor Gonzalez etwa, im vergangenen Herbst aufgeflogen, ist immer noch hängig.Zufall oder nicht: Unter der neuen Regierung Zapatero entwickeln die Behörden mehr Druck in der Bekämpfung von Doping. So war der Innenminister Alfredo Perez einer der Ersten, welche der Guardia Civil am Mittwoch zu ihrem «Schlag gegen das Doping» gratulierten. Und ein Schlag ist es tatsächlich: Zwar wurde nicht bestätigt, dass auf der Kundenliste in der Tat 200 Namen von Radprofis stehen. Aber der Generaldirektor der Guardia Civil sprach von «vielen Namen von bekannten Fahrern». Das heisst, der Dopingskandal, der sich hier anbahnt, erhält Dimensionen, welche die Affäre Festina von 1998 zur Marginalie machen.
Man darf davon ausgehen, dass im Zuge der Ermittlungen auch Namen herausragender ausländischer Fahrer auftauchen. Denn diese müssten alles Interesse daran gehabt haben, die medizinischen (und chemischen) Vorbereitungen nach und nach in ein Land zu verlegen, wo keiner genau hinschaut. Hinzu kommt, dass der andere berüchtigte Radsport-Arzt, der Italiener Luigi Cecchini, mit Eufemiano Fuentes sehr gut befreundet war. Es ist bekannt, dass sie einander immer wieder aushalfen. Gut möglich also, dass einige der Cecchini-Kunden nach Spanien transferiert worden sind. Dies würde auch die Existenz der Namen Jan Ullrichs und Ivan Bassos auf der Liste der Guardia Civil erklären. Giro-Leader Basso hat jedenfalls vergangene Woche erklärt, er habe die Zusammenarbeit mit Cecchini im vergangenen Sommer beendet.
So oder so wird der Radsport in den Grundfesten erschüttert. Ob er darob auch gesundet? Die unzähligen Dopingfälle seit dem Festina-Skandal zeigen, dass die Hoffnung vergeblich ist. Vor der Tour de France wollen die Behörden die Untersuchungen abgeschlossen haben. Es sieht danach aus, als müsste der Kreis der Tour-Favoriten nochmals völlig neu gezogen werden. Und wie sich der Radsport dann noch präsentiert, ist überhaupt nicht vorstellbar.
nzz
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