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25. September 2011 um 16:59 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708226
@ Ventil
Ja, seine Nervenstärke ist tatsächlich bemerkenswert, sie kommt ja in seiner ganzen Arroganz zum Ausdruck. Dahinter steckt in seinem Fall enormes Selbstvertrauen.
Das wird erst bröckeln, wenn er öfter mal eine verpasst bekommt, denn verlieren kann er ja ganz schlecht.Mal sehen, wie er sich weiter entwickelt. Denn bisher hat er ja auch sehr viel Glück gehabt, war z.B. nie in einen schweren Sturz verwickelt.
Falls er, wie er heuer mal sagte, wirlich Klassikerfahrer werden will, dann wird die Endschnelligkeit ganz sicher leiden… Ober er das aber ernst meinte? Na hoffentlich gewinnt er nie, nie, nie in Flandern oder Roubaix, das wäre der Horror für mich….
Zu Greipel: er muß endlich in seinem Werksteam eine ordentliche Sprintvorbereitung haben, denn dann kann er definitiv Cavendish regelmäßig schlagen. Heuer kam er fast immer von zu weit hinten…
25. September 2011 um 16:51 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708221Zur Gazetta:
Ja in Italien ist die Rangliste so:
1. Calcio, calcio, calcio…. (mindestens 20 Seiten)
2. Formel 1 und Ferrari (heute Grand Prix, wird z.B. auch auf RAI 1 gezeigt)
3. (erst oder im Verleich zu Österreich: schon
): Ciclismo (wird auf RAI 3 gezeigt)
Ausserdem haben die Tifosi sich schon im Vorfeld nicht viel ausgerechnet….
25. September 2011 um 16:46 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708219@ Feige
Also mal aus meiner Sicht (nebenbei: ich mag Greipel und Fabian):
- die Vorderräder exakt gleiche Höhe
- Lenker: Fabian weiter vorne
- Helm: Fabian weiter vorne
- Fussspitze: Fabian weiter vorne
- Vorderrand Rückennummer: Fabian weiter vorne
Also entweder vertsehe ich etwas falsch, aber für mich sieht es aus nach totem Rennen. Und wenn Vorteil für jemanden, dann für Fabian… ?( ?( ?(
25. September 2011 um 16:33 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708215Zu Gilbert: Ich vermute auch, dass er im Sprint bald mal aufgesteckt hat, als er merkte, dass nichts mehr zu holen war…
Erinnerst Du Dich noch an Chambery 1989? Diese Szene vergess ich auch nie (schon weil ich Lemond nie mochte, Kelly aber sehr): Man sieht in der Einstellung von vorne schön, wie Kelly, als er sieht, dass er Lemond nicht mehr kriegt, aufsteckt und so den zweiten Platz an Konychev verschenkt. Er konnte nicht mehr gewinnen, und für ihn, der nach einem Weltcup-Gesamtsieg mal sagte, er würde 10 Weltcups für eine Weltmeisterschaft geben, zählte nur der Sieg. Ob Zweiter oder Dritter war auch schon egal….
Ich seh das sehr schön in Österreich bei Medaillenkämpfen im Skisport, was ja die einzige Sportart ist, wo wir über Jahrzehnt konstant gut sind. Über Silber oder Bronze freuen wir uns nur dann, wenn jemand der Unsrigen sie erringt, der mit Gold nicht rechnen durfte. Wenn ein echter Goldkandidat Silber macht, dann freuen wir uns nicht wirklich und ärgern uns nicht weniger, als dann, wenn er oder sie nur fünfte(r) geworden wäre…
25. September 2011 um 16:22 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708210Und noch zu Fabian: Wenn die Möglichkeit der Selektion fehlt (dazu genügt heute bei Schönwetter die Streckenlänge nicht mehr, da braucht es schon topographische Besonderheiten wie v.a. Steigungen oder Pflaster), dann sind die Teams der Sprinter und die schnellen Männer selbst bis zum Ende frisch genug, um jeden Angriff – es sei denn sie lassen sich übertölpeln – im Keim zu ersticken.
Denk z.B. an E3-Preis 2010: selektive Strecke, daher kommen sie schon ausgedünnt (zu dritt) auf die letzten Kilometer. Und dann kann der mit der besten Form noch entscheidend wegkommen.
Aber ansonsten ist die Leistungsdichte seit ein paar Jahren so hoch, dass selbst Topographien wie in San Remo oder auch bei Gent-Wevelgem meist nicht mehr genügen, um den Sprint einer wirklich großen Gruppe zu verhindern…
Schlechtes Wetter hilft natürlich auch….
25. September 2011 um 16:13 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708208Mit den fehlenden Körnern kannst Du sicher recht haben. Nur bin ich der Ansicht, dass er und seinesgleichen auf diesem Kurs ohnehin chancenlos war. Von vorneherein. Erfolgreiche Attacken auf einem solchen Kurs gelingen ja so was von selten und meistens nur dann, wenn ein Überaschungsmoment da ist. So wie z.B. bei Fabian oder Pozzato oder Tchmil in San Remo, wo sicher jeder sie für stark hielt, aber alle nach überstandenem Poggio voll auf Massensprint setzten. Gilbert konnte das nicht gelingen, da sie alle mit sowas gerechnet hatten und aufpassten. Das war übrigens IMHO heute auch der Grund, warum Fabian heute nicht WM wurde. Die Sprinter wissen , dass man ihn keinen Meter weglassen darf…
25. September 2011 um 16:08 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708206Die Dichte des Feldes überrascht mich nicht ganz so. Auf so einem leichten Kurs gelingt es heutzutage nicht mehr es auseinanderzunehmen. Denk z.B. an Mailand-San Remo: das ist noch um 25 Kilometer länger und hat mehrere echte Steigungen, die aber nicht wirklich steil sind. Dort kamen ja in den letzten mindestens 15 Jahren auch immer große Felder an. Trotz aller Groß-Attacken der Finisseure am Poggio…
Anfang der 90 ging das noch, da gab es mehrere Einzelsiege bzw. kleine Gruppen. Aber seither…
25. September 2011 um 16:03 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708204Ich finde, dass Cancellaras super war. Und hier eine Frage: Warum dürfen die Briten mit so viel mehr Fahrern ins Rennen gehen als die Schweizer? Ich halte das für sehr ungerecht!!!
Bei Gilbert bin ich schon anderer Meinung als das Ventil: er ist heuer mit Abstand der beste Fahrer bei Eintagesrennen. Er ist meiner Meinung nach derzeit auch der einzige, der potentiell alle großen Eintages-Klassiker gewinnen kann…
Und ehrlich gesagt: Ich würde wirklich gerne live erleben, dass dies nach Rik van Looy noch ein zweiter Fahrer schafft (Merckx hat nur Paris-Tour nie gewonnen). Viel lieber als noch ein paar Jahre Cavendish, die mir aber leider nicht erspart bleiben werden.
Den Olympia-Kurs in London werden Briten ihm sowieso auf den Leib geplant haben. Da wird die einzige Steigung wahrscheinlich das Siegertreppchen sein. Man könnte sich eigentlich Geld sparen und nur die Sprinter antreten lassen und die nur auf dem letzten Kilometer…
25. September 2011 um 15:37 Uhr als Antwort auf: Live-Stream de la Road World Championships Copenhagen #708196Für mich ist das Ergebnis der GAU schlechthin, weil ich Cavendish einfach hasse!!!
Greipel wurde (oder war) leider schlecht positioniert, er war der eigentlich endschnellste Fahrer. Von wo der herkam!!!!
Fabian war super und meiner Meinung nach war es ein totes Rennen um den dritten Platz. Für Gilbert gabs auf diesem Mickey Mouse Kurs keine wirkliche Chance.
Nun hoffe ich, dass so ein Idiotenkurs in frühestens 10 Jahren wieder kommt und dass den Engländer im nächsten Jahr der „Fluch“ des WM-Trikots voll trifft…
Insgesamt war es für mich – mit Ausnahme der Siege von Gilbert – sowieso ein rabenschwarzes Jahr, heute war´s allerdings die Krönung. Es kann eigentlich 2012 nur besser werden!!!!
Und auch wenn noch zwei Klassiker ausstehen: Bis nächstes Jahr an der Riviera, vor allem aber auf den Kasseien und Paves…
Gruß
KArl-Heinz
Ja, dazu hat die Stadtgemeinde Geraardsbergen ganz offiziell eingeladen. Den Termin hätte ich allerdings anders gewählt, nicht am Tag des WM-Rennens
22. September 2011 um 12:24 Uhr als Antwort auf: 2011 UCI Road World Championships in Copenhagen #705164Ich glaube, dass wird jetzt eine „deutsche WM“. Denn wenn das deutsche Team am Sonntag keinen groben Fehler macht, dann müßte Greipel es packen.
Weder Italiener noch Belgier haben einen Top-Sprinter zur Hand. Und Cavendish hat ein zu kleines Team;und wenn er nicht, so wie bei HTC, superperfekt lanciert wird, dann verliert er meistens. Man kann also IMHO wirklich darauf spekulieren, dass Deutschland Greipel perfekt im Zug an die 200-Meter-Marke bringt. Und dann macht er´s…
Karl-Heinz
Ja, ich denke, das wird so nicht bleiben. Aber zumindest für 2012 und 2013, dann soll neu evaluiert werden…
Was ich mir vorstellen kann, ist, dass die Muur zumindest die Rolle bekommt, die bisher der Kwaremont hatte, nämlich die wirklich heiße Phase des Rennens zu eröffnen.
Wenn man von Zottegem/Velzeke (Paddestraat und Lippenhovestraat) nach Süden abbiegt erreicht man Geraardsbergen und kann mit der Mauer die Kavalkade der Hellingen beginnen, die dann eben in Ost-West-Richtung abgeklappert werden könnten. Wäre zwar nur ein Abklatsch, aber besser als nichts. Das, so könnte ich mir vorstellen, werden sie wohl ab 2014 machen. Da aber der Vertrag mit Oudenaarde sechs Jahre lang währt, ist mit der klassischen Ronde vorher nicht mehr zu rechnen.
Was natürlich helfen könnte: Glaubt ihr nicht, dass auf den drei Schlussrunden die Gefahr besteht, dass Fahrer überrundet werden? Das wäre dann ein GAU, der sie zwingen würde, das Konzept zu überdenken.
Weiters glaube ich (ich war ja schon zweimal da), dass es im Bereich Kwaremont-Paterberg-Koppenberg zu einem Verkehrs-Infarkt kommen wird. Und viele Zuschauer werden keinen Platz bekommen… Darüber berichte ich Euch dann live im April 2012….
Karl-Heinz
Natürlich ist es kein Kirmeskurs was die Härte betrifft. Nicht mal in Hinblick auf den sportlichen Wert.
Aber meiner Meinung nach in anderer Hinsicht.
Erstens: Typische Kirmesrennen sind die Nach-Tour-Kriterien. Und da geht es hauptsächlich um die Kasse.
Zweitens: Kirmesrennen legen nicht vile wert auf Tradition. Man kann sie da und dort fahren und ohne Probleme an einen anderen Ort verlegen. Die Strecke selbst spielt ja keine wirkliche Rolle. Wer aber aus einem Monument wie der Ronde ohne Rücksicht auf die Tradition einfach den wichtigsten Teil entfernt, der hat eine „Kirmesmentalität“. Dann springt man auch mit einer Strecke so um, wie die von Flanders-Classic es tun.
Drittens: Wer das noch als große Verbesserung verkauft, der ist ein Markt (Kirmes)-Schreier.
Viertens: Insgesamt ist es geistig zu einem Kirmesrennen verkommen…
Wouter Vandenhoute und seine Mafia X( X( X(
Ich habe mich gestern im Internet rumgehört, vor allem auf flämischen Seiten.
Die Aufregung und Erbitterung in Flandern ist groß. Das zeigt sich unter anderem an einem Youtube-Video, wo Ausschnitte aus dem Film „Der Untergang“ (Hitler im Führerbunker) mit Untertiteln versehen ist, die die neue Ronde kommentieren.
Es kristallisiert sich heraus, dass es um Gewinnmaximierung geht. Im Vordergrund steht, dass man sowohl am Kwaremont als auch am Paterberg als auch im Zielbereich große abgesperrte Zonen für VIP´s errichten will. Weil das an der Muur nicht möglich war hat man Geraardbergen einfach ausgebotet. Neben dem Zielbereich sei jetzt auch mehr Platz für kommerzielle Anbieter; ich verstehe es so, dass ihnen da so etwas vorschwebt wie der Paddock-Club in der Formel 1, also Marktstände (Souveniers, Radsportbekleidung, Frittenbuden, etc., etc.), für die man natürlich saftig Miete bzw. Pacht kassieren kann.
Es ist auch tatsächlich von einem Shuttledienst in die neue Kernzone die Rede, und auch das wird sicher nicht gratis sein.
Immer wieder ist dabei von einem Typen die Rede, dem die Ronde anscheinend tatsächlich gehört bzw. das Unternehmen namens Vlaanderens Classics.Bei all den Interviews mit Radsportgrößen kommt durch, dass keiner mit der Herausnahme der Muur einverstanden ist. Alle reden herum und versuchen dann zu sagen:“Das Rennen wird immer ein Monument bleiben. Gebt dem neuen Kurs eine Chance!“
Musseuw, obwohl er im Interview zweimal betont, es gehe ihm nur um die sportliche Seite, verredet sich dann doch und sagt, dass die Organisation der Ronde eben auch wirtschaftlich arbeiten müsse…
Es geht also nur um Gewinnmaximierung!!!
Die Meinung der flämischen Radsportgemeinde ist aber klar: Der neue Kurs macht die Ronde zu einem „Kirmes-Kurs“…
Ich teile diese Meinung.Gruß
Karl-Heinz
Ich habe vor 20 Minuten erstmals erfahren, dass sie die Ronde für 2012 verändern wollen.., und ich steh derzeit unter Schock bzw. ärgere mich fürchterlich.
Dazu muß ich sagen, dass die Pflastersteinklassiker meine Lieblingsrennen sind. Zweimal war ich schon in Flandern und habe die Ronde, Gent-Wevelgem und Paris-Roubaix gesehen. Immer war es unvergesslich, unvergleichlich. Ich bin auch jeweils die ca. 100 Km des „alten“ (ja so muß man es jetzt leider sagen) Finales gefahren. Ich werde also ganz emotionell, wenn ich lese, was die Idioten der Ronde antun…. X( X( X(
Ich weiß natürlich, dass ein spannendes Rennen auf jedem x-beliebigen Kurs stattfinden kann. Aber diese Rennen haben so viel Tradition. Das macht sie so sehr aus. Und da die Muur herauszunehmen ist eine Kastration, eine Idiotie, eine Gemeinheit. Das kann nur von irgendwelchen blutleeren Managern kommen, die ausser dem schnellen Euro nichts im Sinn haben. So Typen wie in der Formel 1 Ecclestone, der wenn die Kasse stimmt, auch am Südpol fahren wird und eine traditionsreiche europäische Strecke nach der anderen aus dem Kalender nimmt.
Soweit ich auf der Rvv-Homepage das Flämisch verstehe, geht es denen darum, dass die Sicherheitsvorschriften auf dem neuen Kurs viel leichter einzuhalten sind, da man ja insgesamt weniger Kilometer absichern muß. Zuschauerfreundlicher soll es auch sein, weil man die Fahrer öfter sieht. In Wirklichkeit geht es nur ums Geld.
Man stelle sich vor (das steht auch auf der Homepage): sie hatten drei Zielorte diskutiert, neben Oudenaarde auch Ninove und Ronse!!! Ronse!!! Zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wär…
Ich frag mich nur, wie sie all die Zuschauer in diesem kleinen Rundkurs unterbringen wollen, wie man da hinkommen soll (für mich sehr wichtig, da ich 2012 wieder zur Ronde will). Wahrscheinlich nur mit teuren Shuttle-Services. Denn für all die Autos ist in diesem kleinen Bereich kein Platz, bis jetzt hatte sich das verteilt. Und ich bin mir auch sicher: am Kwaremont und am Paterberg wird man Eintritt verlangen. Geht nur ums Geld.
Aber das schlimmste ist, die Muur rauszunehmen. Das wäre so wie die Abfahrt in Kitzbühel ohne die Mausefalle oder die in Wengen ohne das Ziel-S.
Soweit ich die Flamen kenne wird es aber ein Riesen-Geschrei dort geben. Und darauf hoffe ich. Die werden so ein Theater machen, dass 2013 wieder eine richtige Ronde gefahren wird.
Ich konzentriere mich in der Zwischenzeit in erster Linie auf Paris-Roubaix.
Gruß
Karl-Heinz
Ich habe gerade auf der Seite von Het Nieuwsbladt einige Stellungnahmen der Fahrer gelesen (soweit ich sie verstehe).
Fabian hatte Krämpfe an der Muur und war dort kurzzeitig „tot“. Umso unglaublicher, dass er sich an der Kapelmuur wieder „erholt“ hat…
Chavanel hätte das eigentlich merken müssen. Er gibt sich sehr enttäuscht und sagt klar, dass er nicht mitarbeiten durfte. Er findet das „een jammer“.
Boonen wiederum sagt, dass er nicht in 100-prozentiger Form ist. Cancellara sei am Leberg einfach unglaublich gewesen. Der stärkste aber wäre seiner Meinung nach Chavanel gewesen. Dann spricht er in höchsten Tönen über das spannende Finale…
Meiner Ansicht nach ist da zu spüren, dass Quick Step begreift, dass man auf das falsche Pferd setzte. Man hat ja während der Übertragung gehört, wie Peeters sagte, Fabian sei einfach zu stark. Die hatten wohl nach dem Leberg total resigniert. Wahrscheinlich waren sie dann überrascht, als an der Muur alles zusammenlief.
So wie Garmin ja auch. Man konnte ja hören, wie ihr Teamchef sich jegliches „riding“ verbat. Es gehe nur mehr um die Vorbereitung für den Sprint um den dritten Platz…
Ja, so ist das, wenn einer so überstark ist und den Rest psychisch dominiert…
Karl-Heinz
Quote:das problem dieses rennens ist ja auch so ein wenig, dass es nach dem monteberg keine selektiven passagen mehr gibt. gibt es da auf dem weg bis nach wevelgem keine hellinge mehr?Nein, das sogenannte „Heuvelland“ mit dem Kemmel als Höhepunkt, ist die einzige echte Erhebung in Westflandern. Es gibt zwar noch die „Erhebung“ bei Passendaele, aber da steigt das Gelände sanft und über eine lange Strecke an.
Zwischen dem Heuvelland und Wevelgem ist flache, westflämische Ebene.
Man müsste also das Ziel näher an das Heuevelland legen, aber dann wäre es nicht mehr Gent-Wevelgem . Früher war das Rennen ja auch 250 Kilometer lang und dadurch selektiver.
Auch war das Kriterium sehr der Wind – man sprach ja auch vom „Windklassiker“. Nur weht der Wind in Flandern sehr häufig vom Meer ins Richtung Osten. Also haben sie ihn auf den letzten 40 km meist im Rücken… Und je kürzer das Rennen ist, je kürzer sie also Richtung Westen und damit gegen den Wind fahren, desto weniger stark ist der „Kaputtmach-Faktor“ vor dem Finale.
Ich sehe also kaum Chancen, die letzten 40 km selektiver zu machen… AUsser der Termin bleibt so wie jetzt, dann sollte man das Rennen wieder auf 250 Kilometer verlängern.
Gruß
Karl-Heinz
Für mich persönlich war das die spannenste Ronde der letzten zwei Jahrzehnte…
Ich freue mich für Nuyens, er hat, und auch das ist Radsport, genau das getan, was er drauf hatte,… und gewonnen.
Sehr enttäuscht bin ich von Boonen, der heute IMHO nicht sehr klug gefahren ist.
1. Fehler: Der Angriff auf den Kasseien von Haghook am Weg zum Leberg. Chavanel war ja vorne, es war dumm, Cancellara da zu „reizen“. Nur beobachten und bei Bedarf mitgehen wäre die Devise gewesen.
2. Fehler: Auf den letzten 10 Kilometern hätte er nicht mehr von Cancellaras Hinterrad weichen dürfen, denn es war klar, der würde es noch mal versuchen.
3. Fehler: Weil er bei der Attacke 5 km vor Schluß nicht mitging. Wieder hat er sich nur auf Chavanel verlassen. Er hätte es ja drauf gehabt, das zeigt ja die Tatsache, dass er zum Schluß noch so knapp dran kam.
4. Fehler: Chavanel auf den letzten 5 Kilometern nicht freigegeben zu haben. Denn der hat sich noch 300 Meter vor dem Ziel nach Boonen umgeblickt, statt den Sprint von Beginn an engagiert zu fahren. Er hätte ja trotzdem noch fast gewonnen.
Zu Fabian: Er war der stärkste Fahrer, keine Frage. Und obwohl ich ihn sehr mag und mich gefreut hätte, glaube ich, dass er seine Überlegenheit etwas zu sehr „zur Schau“ gestellt hat. Es schien mir, als wolle er sie demütigen. Es mußte ja nach Harelbeke klar sein, dass jeder der irgendwie mitkommen würde, nur am Hinterrad fahren wird. Sein Angriff wäre meiner Ansicht nach an der Muur zu platzieren gewesen.
Was ich mir trotzdem nicht erklären kann, ist, warum der Vorsprung auf der Muur so radikal schnell zusammengeschmolzen ist. Ich dachte zuerst ernsthaft an eine Fehleinblendung des belgischen Fernsehens.Im Endeffekt freut es mich (neben dem tollen Renne), dass ein Flame gewonnen hat…
Karl-Heinz (der nächstes Jahr hoffentlich wieder live bei der Ronde und in der Hölle des Nordens dabei sein kann – das sind einfach meine Lieblingsrennen)
26. März 2008 um 10:52 Uhr als Antwort auf: HILFE !!!! – Wie kriege ich RTBF-Sat und Eurosport 2? #658785Herzlichen Dank an alle, vor allem an Lapebie….
Gruß
Karl-Heinz
Hier eine „interessante“ Vision, wie der vielbeschworene saubere Sport aussehen koennte:
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,495442,00.html%5B/URL%5D
In einem hat der Mann recht: Wenn man den Sport vom Doping befreien moechte, dann ginge es wohl nur so oder so aehnlich. Aber mich wuerde so ein Sport ueberhaupt nicht interessieren….
Ueberhaupt: Die gesamte Diskussion erinnert mich an etwas, was wir im Sport so schon mal hatten: an die Streitereien um den Amateurstatus im Sport. Das ging bis in die 70-iger Jahre hinein. Wer nicht lupenreiner Amateur war, durfte z.B. nicht bei den olympischen Spielen starten. Und Amateur bedeutete, dass man keinerlei Geld mit dem Sport verdienen durfte.
So wie heute in der Dopingfrage gab es auch damals genuegend Sportler, die Opfer dieser unsinningen Regel wurden.
Wir Oesterreicher erinnern uns mit Schaudern an den Fall Karl Schranz. Der war 1972 unbestritten der weltbeste Ski-Abfahrtslaeufer. Bei den olympischen Spielen in Sapporo wurde er auf Betreiben von Avery Brundage, dem IOC-Praesidenten, ausgeschlossen. Grund: Verstoss gegen den Amateur-Paragraphen. Er hatte an einem Fussbalspiel zu einem wohltaetigen Zweck teilgenommen. Auf dem Dress stand der Schriftzug „AROMA-KAFFEE“. Das reichte, um ihn zu eliminieren. Werbung war nun mal reinen Amateuren nicht erlaubt.
Heute mutet das (und es gaebe noch andere, ebenso traurige Beispiele) laecherlich, ja wahnsinnig an. Niemand kaeme heute mehr ernsthaft auf die Idee, Sportlern den Amteurstatus abzuverlangen. Jeder akzeptiert, das sie Profis sind, Berufssportler eben.
Genauso wird man in 20 Jahren ueber die Medizin im Sport (heute Doping genannt) denken. Und an Leute wie Dick Pound wird man dann genauso kopfschuettelnd denken wie an Avery Brundage…
Schade nur, dass es bis dahin noch etlich Kollateralschaeden geben wird in Form von Sportlern, die vom „Kartell der Moral-Heuchler“ fertig gemacht werden. So wie damals Karl Schranz, der obwohl er sonst alles gewonnen hatte, was zu gewinnen wr, nie eine Olympia-Goldmedaille holte, und der nach den Ereignissen von Sapporo seine Karriere beendet hat.
Gruss
Karl-Heinz
Ich hatte ja bis jetzt bei dieser Tour keinen Fahrer, für den ich explizit die Daumen gehalten habe, was das gesamtklassement betrifft.
Aber jetzt wünsche ich mir (und das als Ösi) einen Sieg von Andreas Klöden.
Das wäre die richtige Medizin für ARD und ZDF.
Schön auch, dass SAT 1 einsteigt! Warum? Weil der Einstieg dieses rein kommerziellen Senders, der nicht von den Gebühren der Seher lebt, zeigt, dass der Radsport entgegen aller Totengräber-Rufe, unverändert kommerziell attraktiv ist. Klar, wenn Millionen Fans an der Strecke stehen…
Gruß
Karl-Heinz
19. Juli 2007 um 12:04 Uhr als Antwort auf: Wie geht ihr persönlich mit der aktuellen Situation um? #655122Ich kann mich den Vorantworten nur anschliessen. Es ist wie in einer guten Ehe (ich bin schon 18 Jahre verheiratet): Ich liebe meine frau so wie sie ist mit ihren guten Seiten und natürlich auch mit ihren Fehlern. Und man steht zusammen „in guten wie in bösen Tagen“.
In meiner österreichischen Tageszeitung schreibt heute Paco Wrolich, nachdem er die übliche Erschütterung über den neuesten Fall zum Ausdruck bringt, etwas ganz Entscheidendes:
„Ein Phänomen ist nur der Fan.Der auf der Strasse steht, der vor dem TV sitzt, nun eben Eurosport, den Doping scheinbar nicht interessiert, der der Faszination Radsport unterliegt.“
Genauso ist es. Das sind die wahren Fans, und davon gibt es noch genügend. Lassen wir uns also nicht ins Bockshorn jagen. Denn dieser Sport lebt von drei „Komponenten“:
1. (und vor allem anderen) den Fahrern
2. den Veranstaltern der großen Rennen
3. den Fans
Er lebt nicht von ARD oder ZDF oder sonst irgendwelchen scheinheiligen Heuchlern…
Wer den Radsport so liebt wie ich und viele hier im Forum, der wird dabeibleiben. Wer das nicht kann, dem sei völlig unbenommen, sich eine andere Sportart zu suchen. Allerdings frage ich mich schon, welche er zu finden gedenkt…
Gruß
Karl-Heinz
Noch mal @ stony desert
Zum Herumspielen mit der Gesundheit: Ich denke schon, dass die Hemmschwelle natürlich sinkt, wenn ein Fahrer die anderen gefährlichen Seiten seinens Berufes sieht, um die sich die sonst so um die Gesundheit der Fahrer besorgten Funktionäre und Politiker nie sorgen, was ja auch Teil der Heuchelei ist.
Da geht es natürlich um die Abfahrten. Noch offensichtlicher ist es aber mit den Stürzen unterwegs, vor allem in der Schlußphase. Ich schätze die Gefahr gesundheitlicher Schäden bei der Tour durch Stürze in der Endphase wesentlich höher ein als die durch Doping. Und da tut keiner was dagegen, wenn ich sehe, wie gefährlich immer noch und immer wieder die Streckenverläufe in Zielnähe sind.
Auch das Wetter ist so ein Faktor: Es muß ja schon gewaltig schneien in den Bergen, dass es zu einer ABsage oder Änerung der Etappe kommt. Regen, Kälte, Hitze spielen keine Rolle. Da müssen die Fahrer einfach raus, denn: „The Show must go on“. Es gibt weder Regen- noch Hitzeferien. Im Gegenteil solche Extremetappen werden dann als episch bezeichnet. Da sorgt sich niemand um die Gesundheit der Fahrer, was die Heuchelei dieser Leute nur noch unterstreicht. Unter solchen Bedingungen zu fahren ist nicht gesund, da werdet ihr mir wohl zustimmen.
Es gäbe noch ander Beispiele, die ich nicht näher ausführen will, z.B. die Abgasbelastung durch den Tross (ich habe noch nirgend gelesen, dass nur mehr Fahrzeuge mit Hybridantrieb zugelassen werden sollen), die immer wieder vorhanden Gefahr durch die vielen, vielen Motrorräder, die am Kurs herumkurven, die chronische Lärmbelastung durch die Hubschrauber. Darüber hat sich noch kein Funktionär aufgeregt, auch Dick Pound nicht….
Und eines muss gesagt werden: EPO zum Beispiel ist nicht gefährlich, wenn man es richtig anwendet. Das ist einfach so, wir wenden es ja bei vielen, vielen Patienten an. Die erleiden dadurch ja auch keinen gesundheitlichen Schaden. Das muss man schon klar festhalten. Deswegen halte ich es auch für unredlich von Drogen zu sprechen, es sind Medikamente. EPO ist nicht Heroin !!! Wenn man es kontrolliert und richtig verwendet, dann ist der Sportler nicht gefährdet. Die Gefahr entsteht dort, wo der Sportler selbstständig herumdoktert.
Da ist ja, und da wiederhole ich mich, der Hauptgrund, warum ich für eine Freigabe bin, da dann die Sportmediziner zur Aufklärung verpflichtet und im Falle einer Fehleinschätzung auch haftbar wären. So wie wir ja jede Patientin, die wir operieren, über die OP und alle möglichen Folgen aufklären müssen. Ihr solltet diese Informationsbögen mal sehen. Die sind so umfangreich und detailiert, dass viele dann richtige Angst bekommen. Umgelegt auf die Sportler: solch eine, dann ja obligate, Aufklärung würde meiner Ansicht nach viele abschrecken. Daher meine ich ja, dass die Freigabe zu weniger Doping führen würde und nicht zu mehr.
Gruß
Karl-Heinz
@ stony desert
Wenn wir aml theortisch von der Annahme ausgehen, dass alle Doping verwenden, dann glaube ich, dass wieder in erster Linie Talent, Trainingseifer, Erfahrung und „Bessesenheit“ den Unterschied ausmachen. Ein Beispiel für Talent wäre Ullrich. Ein Beispiel für Eifer und Besessenheit (einfach alles dem Ziel unterordnen) war Armstrong.
Die Unterschiede durch verschiedene Mittel, die man nimmt, halte ich für vernachlässigbar. Soweit ich die Welt der Medikamente momentan überschaue, gibt es jenseits von EPO kein potentielles Wundermittel.
Man muss natürlich immer auch individuelle Faktoren einrechnen, es gibt Streckenprofile, die einem besser oder schlechter liegen, es gibt gute und schlechte Tage. Das macht dann Unterschiede aus. Aber ich würde es nicht so sehen, dass in einem Feld von lauter gedopten Fahrern der Sieger deswegen gewann, weil er ein noch potenteres Mittel verwendete. Denn wenn wir von obiger Hypothese ausgehe (alle dopen), dann muss man davon ausgehen, dass alle, die am jeweiligen Tag um den Sieg mitreden wollen, an EPO nicht vorbeikommen. Würde heißen, dass ein Verlierer nicht sagen könnte:“Heute nur Amphetamine zu nehmen, war die falsche Entscheidung.“ Er würde auf diese „Taktik“ gar nicht kommen.
Die Situation wäre in etwa vergeleichbar mit dem Kräfteverhältnis, das es momentan zwischen Ferrari und McLaren in der Formel 1 gibt. Die Autos sind gleich stark, aber je nach Wetter, Streckencharakteristik sowie Form von Piloten, Mechanikern, Technikern und Strategen ist mal der eine, mal der andere voran. Es funktioniert nicht so, dass sie ein Wunderteil eingebaut haben, das alleine den Unterschied ausmacht.
Noch eine Info: Ein Arzt-Kollege von meiner Abteilung, der Hobby-Triathlet ist, war zwei WOchen auf Teneriffa zum Radfahren. Er traf dort einen österreichischen Amateurfahrer, der sich für die Österreich-Tour vorbereitete. Der hat ihm ganz offen erzählt, dass er EPO verwendet. Den Effekt hat er so beschrieben: Es tue genauso weh wie ohne EPO und er sei nach dem Rennen genauso kaputt, aber das ganze eben 4 km/h schneller. Übrigens findet sich dieser Fahrer bei der Österreich-Tour bei weitem nicht im Vorderfeld, weder am Berg noch im Flachen. Das ist jetzt keine „Tarn-Aussage“ sondern soll zeigen, dass Doping nicht alles ist, es spielen viele andere Faktoren mit. Und daher sehe ich es für mich persönlich eben nicht als Betrug an (unter Annahme unserer oigen Hypothese natürlich)
Gruß
Karl-Heinz
Quote:Da dies der Fall ist, muss man halt auch mal schlucken, das die ach so bösen Medien in einer Art und Weise berichten, die so manch Akteur und manch Fan nicht so schmeckt.So einfach wäre es nur, wenn die Medien nur berichten aber nicht verurteilen würden. Was mich stört ist, wie sie sich als Moralapostel aufspielen, ihre Betroffenheit zur Schau stellen. Und dabei ohne mit der Wimper zu zucken Kesseltreiben veranstalten und Existenzen gefährden.
Gerade als Arzt habe ich (zum Glück noch nicht am eigenen Leib, aber bei guten Kollegen) die „Moral“ der Journalisten mehrfach erlebt. Mit Riesen-Schlagzeilen wird ein angeblicher Kunstfehler auf Seite eins getitelt. Wochen später, als sich herausstellt, dass es eigentlich ganz anders war, findet sich die Meldung ganz kleingedruckt und versteckt im Blattinneren. Diesen Leuten spreche ich jede Berechtigung ab, auf den Radsport mit Dreck zu schmeißen.
Reinhard Mey meinte dazu:
Quote:Wie jeden Morgen war er pünktlich dran, Die Kollegen sah‘n ihn fragend an: „Sag mal, hast du noch nicht geseh‘n, was in der Zeitung steht?“Quote:Und da stand es fett auf Seite zwei:„Finanzskandal!“, sein Bild dabeiQuote:„Was woll‘n Sie eigentlich?“ fragte der Redakteur, „Verantwortung, Mann, wenn ich das schon hör‘! Die Leute müssen halt nicht alles glauben, nur weil‘s in der Zeitung steht! Na schön, so ‘ne Verwechslung kann schon mal passier‘n, Da kannst du auch noch so sorgfältig recherchier‘n,Mann, was glauben Sie, was Tag für Tag für‘n Unfug in der Zeitung steht!“Quote:Die Gegendarstellung erschien am Abend schon Fünf Zeilen, mit dem Bedauern der Redaktion, Aber Hand aufs Herz, wer liest, was so klein in der Zeitung steht?Gruß
KArl-Heinz
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