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wir machen uns zwar über den papst lustig weil er beim sex kein kondom benützen will ( ja liebe brüder und schwestern, auch der papst hat sex ). aber das sich der profisport zum thema doping nicht öffnen will und uns von a bis z anlügt, wir ihn darum mit scheuklappen betrachten müssen, finde ich noch viel peinlicher, wenn man betrachtet wie cool, trendy und lässig doch all diese verlogenen spitzensportler sind. es lebe der papst !!!
interviewauszug von einem doper :
Hatten Sie beim Dopen keine Gewissensbisse?
Doch, extreme. Der Entscheid fürs Doping fiel mir überhaupt nicht leicht. Aber wenn man einen dermassen hohen Trainingsaufwand betreibt und merkt, dass es nicht einmal für Wohnung, Essen und Ferien reicht.“.“. Ich wusste, dass es so nicht weitergehen darf.
Konnten Sie mit jemandem über das schlechte Gewissen reden?
Nein, und das war das Schwierige. Ich wusste, dass ich nicht verstanden würde.
Und Sie hatten nie das Gefühl, ein Betrüger zu sein?
Doch, irgendwie schon. Und gleichzeitig unterdrückte ich dieses Gefühl. In den drei Jahren als Profi hat sich mein Charakter verändert.
Sind Sie erleichtert, dass jetzt alles vorbei ist?
Es ist eine grosse Last weg. Es war zwar immer mein Traum gewesen, Radprofi zu werden. Doch dann kam dieses ganze Doping dazu. Vor allem meine erste, ungerechtfertigte Dopingsperre – das war total unfair, das habe ich nie verwunden. Zuvor hatte ich so viel Spass am Leben, aber danach .“.“. Das Dopen hat mir die Freude am Radfahren genommen. Der Sport war plötzlich nur noch mein Beruf, nicht mehr meine Leidenschaft. Jetzt weiss ich, dass ich nie mehr Entscheidungen für oder gegen Doping treffen muss. Und ich bin froh, dass ich meine Freunde nicht mehr belügen muss. Ich hatte mich aus Angst vor der Lüge immer mehr aus meinem sozialen Umfeld zurückgezogen.
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10. Februar 2006 um 6:05 Uhr als Antwort auf: Bilder über den Radsport; verrückt, witzig, einfach anders ! #61041940 fotogalerien über den radsport
ältere, neuere, private wie auch profiate bilder. macht jetzt keinen sinn welche hier reinzukopieren. wurstet euch selber durch.
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Meine größte Angst ist es, mit einem anderen Fahrer verwechselt zu werden.
Claudio Chiappucci
Lapébie
das sag ich mir schon seit jahren, wenns mir in einer buchhandlung über den weg läuft, werde ich es kaufen. zum bestellen bin ich zu faul.
godefrootzitat noch nie gehört. das von de rooy ist der hammer !
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opera, nimmst du leicht kasachische charakterzüge an ?
zudem, bist du dir da so sicher das bei abgebrochenen rennen der tipp gewertet wird ?coolman ja, hab ihn gegessen und keiner hat zugeschaut.
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war ja auch ein kleines zeitfahren, wie ein kleiner berg.
zabel haut sich öfters besser in solch kleine berge rein als der 08/15 sprinter.wenn zabel nicht eine etappe gewinnt bei dieser rundfahrt, friss ich einen besen ( wieder mal ).
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pinarella
verstehe nicht was du damit meinst.
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Vier Kilometer vorm Ziel bis zum ‚Teufelslappen‘ wird am meisten geschubst, gezogen und geklammert. Denn dann sind die Motorradkameras raus und die stationären Zielkameras haben uns noch nicht erfasst – also können uns auch keine Kommissare sehen.
Robbie McEwen
robbie paddelt immer zu den europäschen rennen ?
noch nie was von fliegenden objekten gehört ?
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9. Februar 2006 um 20:10 Uhr als Antwort auf: Bilder über den Radsport; verrückt, witzig, einfach anders ! #610418mein fischauge erfasste sofort gerald ciolek !
das einzig heilende gegengift für crack- und gerdemannsüchtige !
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Dass hier das Preisgeld sofort nach der Zieldurchfahrt ausbezahlt wird, haben die Diebe auch gewusst, und unsere Prämien sind wir los.
Rolf Järmann über die Polenrundfahrt
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9. Februar 2006 um 18:06 Uhr als Antwort auf: Bilder über den Radsport; verrückt, witzig, einfach anders ! #610415dieses zitat hats in sich :
Mit Virenque rede ich grundsätzlich nicht, weil ich ihn nicht mag. Er ist ein Lügner, der auch noch ein Buch geschrieben hat mit dem Titel ‚Meine Wahrheit‘ – das muss man sich mal vorstellen.
Jens Voigt
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9. Februar 2006 um 17:50 Uhr als Antwort auf: Bilder über den Radsport; verrückt, witzig, einfach anders ! #610414ach ja, und was mir noch mehr auf den sack geht, dass weder heras noch armstrong bei der vorstellung für das jahr 2006 ihrer beiden *gewonnen* rundfahrten erwähnt wurden. das sagt doch alles aus !
jean-marie leblanc hat sich sicher einen gewixt, mal bei der tour de france 06 vorstellung ! ( oder war er anwesend ? dann halt nachher !! )
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Classement de l’étape
1 Crédit Agricole
2 Française des Jeux m.t.
3 Caisse d’Epargne – Illes Balears 2 sec
4 Lampre-Fondital 5 sec
5 AG2R 7 sec
6 Milram 9 sec
7 Quick-Step 33 sec
8 Acqua & Sapone 39 sec
9 Cofidis 48 sec
10 Miche 55 secedit :
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denke das es hier rein um die rehabilitierung der sportperson heras geht. wieder rennen fahren zu können bei einem freispruch heras betrachte ich in diesem fall als puren netten nebeneffekt.
das ein cancellara sauber fährt, glaube ich z.b. 100 % nicht ! er befindet sich zur zeit voll im sumpf des professionellen sport. die öffentlichkeit anlügen gehört zur tagesordnung in so einem metier. wenn ein sportler ohne dopingfall kurz vor seinem karriereende zurücktritt, sagt er uns ade und wir behalten ihn sauber im kopf. der sportler selber verarbeitet dann seine ganzen lügen über all die jahre in unterschiedlichster weise. will jetzt nicht weiter auf dieses eingehen.
aber wenn ein sportler kurz vor ende seiner laufband positiv hängen bleibt, wie heras oder camenzind, sieht die sache ganz anders aus. camenzind gab zwar das doping gleich zu, lügte aber gleich weiter in dem er aussagte, er seie sonst sauber gefahren all die jahre. klar, er musste ja seinen wm-titel reinwaschen. das hat einfach einen sauren nachgeschmack. und bei heras jetzt, was ich noch viel übler ansehe als bei camenzind, ist die tatsache dass man mit schwerem geschütz das lügen unterstützt. ich verstehe einfach nicht, wieso er sich das jetzt antut, das weiter lügen. wieso gibt er es nicht zu ? ! dann können wir alle das ganze abschliessen und einen strich ziehen. das beste wäre natürlich wenn heras über den radsport auspacken würde, dass nicht nur dieser eine vueltasieg von ihm betrug war, sondern die anderen auch. das er auspackt wie es bei armstrong zu und her ging ect. das wäre natürlich zuviel des guten, dass weiss ich. das würde aber auch nichts bringen, weil wir es ja ahnen und nicht wirklich wissen wollen dass es auch ohne heras, camenzind oder armstrong genau gleich weiter gehen wird.
was mich wirklich nervt ist die tatsache, dass es keine andere ebene gibt für heras ausser weiter zu lügen bei seinem jetzigen vorgehen.
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9. Februar 2006 um 16:19 Uhr als Antwort auf: Giro 06-Favoriten-Umfrage die zweite by Ventil #619949das rennen um den gesammtsieg bleibt spannend.
stefan mutter (ch) gewann dieses rennen 1981. ( zweiter u.a. bei lüttich-bastogne-lüttich hinter sepp fuchs ).
2006 wird er 50 jahre alt. auf die frage bei einem interview vor 2 jahren; *welche drei gegenstände würden sie auf die einsame Insel mitnehmen?* antwortete er : velo, schlagzeug, gitarre.
schlagzeug ist ein femininer Vorname ?
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ja papi, CLV nur vom ventil !!
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da kann ich ihn ja noch lange suchen wenn er schlussendlich wieder mal nicht gestartet ist, der herr vandenbroucke !
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hier gehts weiter…
Er sitzt am Tisch neben der Frau, die ihm jeden Tag Gemüse kocht, ohne Fett, ohne Salz, und sagt: Schon in der Schule, wenn ich einen Vortrag halten musste, vergaß ich alles, vergaß jedes Wort. Das war so, das ist so. Bin ich allein, fahre ich besser, am besten bin ich auf der Rolle, allein im Zimmer unter dem Dach, wo die Großmutter schläft. Jetzt, zehn Minuten vor der Wahrheit, 14.50 Uhr, steht Jean Nuttli in der Mitte von Journalisten und Kameras, sie reden und reden, und Nuttli weiß keine Antworten, er sagt, er widme den Rekord der Großmutter, die nun neunzig werde, dann sucht er den Helm, wo ist der verdammte Helm, wo die Brille? Sie reden und stellen Fragen, Lichter blitzen, Nuttli zittert und steigt auf das Rad mit dem besonders flachen Steuerwinkel.
Das war in der Schule schon so, sagt die Köchin.
Nach zwanzig Minuten holten sie Nuttli von der Piste. Zwecklos, ihn länger fahren zu lassen. Einige klatschten. Nuttli zog den Helm aus und setzte sich auf die Rolle und strampelte, um sich zu beruhigen, er wollte nicht weinen, Nuttli sagte: Ginge es nach mir, ich hätte nicht aufgehört.
Nuttli blieb kleben, schrieb das Blatt, Weltrekordversuch abgebrochen! Am nächsten Tag, 15 Uhr, versuchte er es wieder und kam auf 47,093 Kilometer. Nicht Welt-, aber Schweizer Rekord. Im Flughafen Lyon rief Jean Nuttli die Mutter an, er schrie und weinte und zitterte, er sagte, er mache sich kalt. Er schrie, bis der Betreuer ihn umfasste und zu Boden drückte. Nachts um zwei erreichte Jean Nuttli das Dorf Kriens, die Mutter suchte zu trösten, auf dem Tisch lag das Blatt: Nuttli hat ausgeträumt – spritzt er wieder Autos? Er las: Sein Paradies bleibt der Keller, wo er kraftvoll wie ein Ackergaul den Hometrainer malträtieren kann. Bis der Ergometer den Geist aufgibt. Das ist Nuttlis Welt.
Zehn Tage später, in ebendiesem Blatt, rechnete Jean Nuttli ab. Mit Oktos, seiner Mannschaft, wolle er nichts mehr zu tun haben. In den Verpflegungssäcken seien vergammelte Brote gewesen, die Getränkeflaschen ungewaschen, er, Nuttli, habe die ganze Zeit unter Durchfall und Bauchweh gelitten.
Jean Nuttli wechselte zu Volksbank-Ideal, Vorarlberg, gewann einen Prolog in Kroatien, die Rundfahrt durch Brandenburg, wurde, nach Reifendefekt, Zehnter beim Grand Prix des Nations, Zweiundzwanzigster bei der Weltmeisterschaft in Kanada.
Meinen Beruf kann ich nicht ausüben, weil ich krank bin, sagt er. Normale Radprofis haben ihren Hämatokritwert, das ist der Anteil der roten Blutkörperchen im Blut, bei 48, ich nur bei 30 bis 35. Andere Menschen bekommen dagegen EPO verschrieben. Bei mir geht das nicht, weil ich Berufsfahrer bin und EPO auf der Dopingliste ist. Eigentlich müsste mir der Radsportweltverband EPO erlauben, damit ich dieselben Chance habe. Mein Problem ist auch, sagt Jean Nuttli, dass ich eine Neunliterlunge habe und ein Herz, viermal so groß wie ein normales.
Die Putzfrau klagt: Das glaubt dir niemand, aber es ist Tatsach. Die Ärzte sagen es uns. Das kommt vom Trainieren. Und deshalb darf ich nicht aufhören zu trainieren. Das brächte mich um.
Genau, sagt sie, er muss langsam, langsam herunterfahren, sein Körper ist übertrainiert. Das glaubt dir keiner.
O doch, sagt Herr S. am Telefon, Dr. med., der Jean Nuttli sei Monaten behandelt, Herr Nuttli ist ein medizinisches Phänomen, er hat ein Stoffwechselproblem, isst Herr Nuttli eine Menge von 1.500 Kalorien, muss er rund fünf Stunden hart trainieren, damit er nicht zunimmt an Gewicht. Isst er 1.200 Kalorien, braucht er drei Stunden. Einer normalen Arbeit kann er nicht nachgehen, eine normale Arbeit macht ihn krank, körperlich, seelisch.
Weltmeisterschaften 2004, Bardolino, Italien, Jean Nuttli wurde Siebenundzwanzigster. Alles misslang. Auch sein dritter Versuch, im Lauf einer Stunde weiter zu kommen als die Unsterblichen. Mitte Dezember 2004 brachte er es im Wiener Dusikastadion auf 46,642 Kilometer, weniger weit als zwei Jahre zuvor in Bordeaux, den Blättern war Nuttlis Scheitern einen Dreizeiler wert. Volksbank-Ideal verlängerte den Vertrag nicht mehr.
Wenn ich mich gehen lasse, bin ich in zwei Monaten doppelt so schwer. Also muss ich ein Leben lang Sport machen. Ich kann nicht richtig essen, kann nicht arbeiten, muss trainieren. Ein Leben ohne Rekord, sagt Jean Nuttli, das steht kein Normaler durch. Er dreht das Gesicht weg. Sie legt ihre Hand auf seinen Arm. Ich fahre, bis ich sterbe.
Und so steigt Jean Nuttli, einunddreißig Jahre alt, Berufsradfahrer ohne Stelle, jeden Morgen unter das Dach, beugt zweitausendmal den Rumpf, macht fünfhundert Liegestütze, manchmal tausend, wechselt dann ins Schlafzimmer der Großmutter, die meist vor dem Fernseher sitzt, und strampelt eine Stunde lang, Vollgas, rollt dann aus, den starren Blick auf eine kleine Anzeige am Lenker gerichtet, CatEye Cyclosimulator, und schwitzt, bis das Fahrrad rostet, vormittags, nachmittags.
ERWIN KOCH, 49, ist Reporter des Magazins des Tages-Anzeigers und lebt nahe Luzern
taz Magazin vom 16.7.2005, S. IV, 456 Z. (TAZ-Bericht), ERWIN KOCH
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hab diesen artikel letzten sommer beim servelat bröteln der minolta vorgelesen. wirklich interessant…
DIE LAST DER FRÜHEN JAHRE
Der Radrennfahrer Jean Nuttli gehörte zu den besten Zeitfahrern der Welt. Keiner trainierte wohl mehr. Nun darf er nicht mehr aufhören damit. Ein Mann strampelt um sein Leben
VON ERWIN KOCHWeltmeister sei er ohnehin.
Jean Nuttli redet langsam, die Sätze schleifen. Was ich tat, war, um Weltmeister zu werden.
Eines Tages, tröstet die Frau, die neben ihm sitzt, wird wieder ein Törchen aufgehen, gell. Er möchte lächeln. Noch trägt er den Trainingsanzug seines letzten Arbeitgebers, blau und schwarz, der ihn verstieß, Professional Cycling Team Volksbank-Ideal, eine minderklassige Mannschaft aus dem Vorarlbergischen, den Reißverschluss hat er bis zum Hals gezogen; die andern, die einst Kollegen waren, strampeln längst durch Frankreich. Jean Nuttli sitzt im Wohnzimmer der Eltern in Kriens, Kanton Luzern, eine Schüssel Kiwi auf dem Tisch, eine Schale Bananen. Manchmal stiege er am liebsten in sein Auto, gäbe Gas und raste in eine Mauer. Er sagt: Genetisch bin ich ein Phänomen. Und das ist fatal. Könnte ich essen wie die anderen, ich wäre längst Weltmeister. Die Ärzte stehen vor einem Rätsel, sagt die Frau und legt ihre Hand auf seine.
Wenn Sie, Herr Nuttli, einen Wunsch frei hätten – was wünschten Sie sich? Er zögert. Sag!, sagt die Frau. Normal leben, einfach normal leben. Dass ich mein Leben genießen könnte, einmal ein Stück Schwarzwälder Torte essen, ohne mir Gedanken zu machen, dass man nachher wieder ein Kilo mehr auf den Rippen hat. Er isst ja nichts, isst nur Früchte, Obst und das Gemüse, das ich ihm koche, sagt die Frau, die jeden Morgen um halb acht ins Haus kommt, putzt und kocht und Jean Nuttli davon abhält, sich ins Auto zu setzen.
Ich bin Weltmeister im Zunehmen, sagen wir es mal so, sagt er. Ein Blatt, anderthalb Jahre ist es her, nannte ihn Radclown. Weil er so schweigsam ist und anders. Und einst doppelt so schwer war. Die Last der frühen Jahre hat ihn berühmt gemacht. 125 Kilogramm. Es waren mehr, sagt die Putzfrau neben Nuttli, die auch Köchin ist, Trösterin, Pressesprecherin, eine ehemalige Wirtin, achtfache Mutter, die im Dezember 2004 las, wie schlecht es Jean Nuttli erging, dem Berufsradfahrer aus Kriens, der eben zum dritten Mal gescheitert war bei seinem Versuch, im Lauf einer Stunde weiter zu kommen als Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Miguel Indurain, Chris Boardman. Sie rief die Mutter des Glücklosen an, sagte: Wenn ich helfen kann, dann helf ich gern. Es waren 125 Kilo, knurrt Nuttli.
Herr Nuttli, was ist Ihre schönste Kindheitserinnerung? In der Schule hatte ich immer Mühe, vor allem mit dem Schreiben, mit dem Lesen, ich habe schlechte Erinnerungen, aber es war trotzdem eine schöne Zeit.
Jean Nuttli, geboren am 2. Januar 1974, begann in der Primarschule, wechselte in eine Sonderschule, dann in die Real, fuhr als Junior für den Veloclub Rothenburg, er fiel nicht auf. Er wurde Lehrling bei Ford Willy, Autolackierer, quälte sich durch die Berufsschule, ein ruheloser Bub, der plötzlich an Gewicht zunahm, in manchen Wochen drei, vier Kilo. Er wurde Arbeiter des Vaters, Autospritzwerk Nuttli AG. Am Ende ertrug Jean Nuttli den eigenen Anblick nicht mehr. Die Mutter, die sein Leiden sah, erstand ihm ein Rad aus Karbon, 14.000 Franken teuer, die Gabel verbog sich, als Jean Nuttli in Pfaffnau, Kanton Luzern, ein Mittwochabendrennen bestritt, die Zuschauer lachten und lärmten, er stieg vom Gerät und schob es bergauf. So wollte ich nicht mehr, sagt er und kratzt sich die Haut von den Fingern.
Am 1. August 1996, 125 Kilo schwer, begann er seine Verwandlung. In einem Zimmer unter dem Dach stellte er das Fahrrad auf Rollen, auf einen so genannten Ergometer, und begann zu strampeln, Stunde um Stunde, den starren Blick auf eine kleine Anzeige am Lenker gerichtet, Puls, Geschwindigkeit, Widerstand, stundenlang, acht Stunden lang, er schaute nicht aus dem Fenster, nicht an die Wand, an der die Bilder von Boardman und Indurain hingen, er strampelte, trat und schwitzte, bis das Rad zu rosten begann, bis der Lenker brach, die Rolle verbraucht war.
Bis heute habe er wohl vierzig Rollen zerschlissen und drei Lenker. 330.000 Kilometer fuhr ich auf Rollen, sagt Jean Nuttli. Ich kann in einer Stunde vier Liter Flüssigkeit verlieren, ich kann eine Stunde lang mit 190 Puls fahren, aber ich darf keine Kohlenhydrate essen. Weil ich sofort zunehme. Das ist genetisch, würde ich mich gehen lassen, wäre ich in zwei Monaten doppelt so schwer. Die Managerin sagt: Hunger hat er wie jeder andere, gell?
Nuttli trank nur noch Wasser und Vitamine, an Weihnachten 1996 wog er 68 Kilo, er war dünn und bleich, ein Freund erschrak und schickte ihn zum Arzt, der Arzt erkannte Jean Nuttli nicht mehr.
Sein Körperfettanteil rutschte von 45 auf 11. Nun lachten sie nicht mehr. 1998, als unbekannter Amateur, siegte er zehnmal, in Olten, Riehen, Jona, Wohlen, Embrach, Aeschi, Bernerrundfahrt, Tour de la Broye, 1999 war er Amateur der Elite, gewann abermals die Bernerrundfahrt, siegte in Schattdorf und Bad Zurzach und füllte die Stube der Eltern mit Pokalen und Medaillen. Anfang Juli 2000, beim Grand Prix des Kantons Luzern, fuhr er den Berufsfahrern davon, Jean Nuttli fiel auf, und als vier Monate später der berühmte Alex Zülle nicht zur Weltmeisterschaft nach Frankreich wollte, durfte Jean Nuttli, sechsundzwanzig Jahre alt, Hobbyfahrer. Nie zuvor war er allein in einem Flugzeug gewesen, noch nie so weit weg von Kriens. In Paris, Charles de Gaulle, verpasste er den Anschlussflug, er sprach kein Französisch, rief zu Hause an, dann die Mannschaftsleitung in Plouay, er zitterte, abends um halb acht erreichte er endlich das Hotel und setzte sich, um sich zu beruhigen, eine Stunde lang auf die Rolle. Am anderen Morgen war Streckenbesichtigung. Kettenriss, Nuttli stürzte, sah das Ende der Piste nicht. Nachmittags das Rennen, ein Zeitfahren über 57 Kilometer, die Besten der Welt. Jean Nuttli war Schnellster nach 5,6 Kilometern, auf allen Abschnitten bei den Besten. Dann. Dreihundert Meter vor dem Ziel, statt geradeaus zu fahren, folgte er dem Motorrad, das ihn begleitete, fuhr auf einen Parkplatz. Jean Nuttli drehte um, strampelte, wurde Elfter, Sensation. Das laute Blatt schrie: Nuttli: Ohne Bauch immer schneller.
Er zieht den Reißverschluss zum dünnen Hals. Wäre diese WM eine Woche später gewesen, wäre ich jetzt Weltmeister, sagt er. Eine Woche später, beim Chrono des Herbiers, schlug ich den frischen Weltmeister Gontschar, schlug ich den Olympiasieger Jekimow, so gut war ich in Form, fuhr einen neuen Streckenrekord und verbesserte ihn das Jahr drauf um drei Sekunden.
Das Blatt meldete: Jetzt will er den Stundenweltrekord … Wenn bei einer Rundfahrt, sagt Jean Nuttli, alle nur fünfhundert Kalorien zu essen bekämen, auch Armstrong und Ullrich, dann würde ich die Tour de France gewinnen. Weil ich seit bald zehn Jahren mit fünfhundert Kalorien täglich auskommen muss.
Letztes Jahr, bei der Österreichrundfahrt, 1.100 Kilometer über alle Berge, eine Woche lang, war ich nachher vier Kilo schwerer als zuvor. Weil ich mit den Kollegen gegessen hatte, vielleicht ein Fünftel von dem, was die aßen. Dann hieß es wieder: Abspecken. Immer heißt es: Abspecken. Seit ich denken kann: Abspecken. Die Frau legt ihre Hand auf seine. Sie sagt: Jean, Schatz. Vor einem Jahr aß ich einmal mit den Kollegen eine Pizza, ich trank ein Bier. Nach 24 Stunden war ich fünf Kilo schwerer – von 77 auf 82.
Jean Nuttli, nach seiner Explosion bei den Weltmeisterschaften in Frankreich, wurde Berufsfahrer, Mitglied einer Mannschaft namens Phonak Hearing Systems. Er wurde Schweizer Meister im Einzelzeitfahren, gewann in Les Herbiers, gewann die vierte Etappe der Tour de Poitou-Charentes, gewann die Classic Broye.
Und immer dachte er daran, die Unsterblichen zu schlagen, im Lauf einer Stunde weiter zu kommen als einst Merckx, Indurain und Boardman. Boardman war am 27. Oktober 2000 auf einer Bahn in Manchester 49,441 Kilometer weit gefahren.
Auf dem Ergometer eines Sportarztes strampelte Jean Nuttli zur Probe, Serien von je drei Minuten, 23 Stufen bis 760 Watt, 746 Watt gleich eine Pferdestärke. Nuttli strampelte, trat, bis die Elektronik zersprang: 800 Watt, 90 Pedalumdrehungen in der Minute. Das Blatt jubelte: Dieser Mann ist stärker als ein Pferd!
Dann aber, sagt Jean Nuttli, musste ich bei jedem Scheißrennen mitmachen, ich war nun bei der französischen Mannschaft Oktos, konnte kein Französisch, musste jedes Scheißrennen mitmachen, einmal da, einmal dort, ständig im Auto, musste zehn Kilo abspecken, das ganze Jahr über kam ich nicht richtig in Form.
Bei den Weltmeisterschaften 2002 in Zolder wurde er Dreiundzwanzigster. Aber sein Traum war der Stundenrekord. Deshalb fuhr er Rad. Jean Nuttli, 68 Kilo, 178 Zentimeter, trat an, sie alle zu schlagen, Anquetil, Merckx, Indurain, Boardman. Ein Freund, der ihn begleitete, hatte ihm ein spezielles Rad entworfen, mit besonders flachem Steuerwinkel, das ihm half, genau auf der schwarzen Linie einer Radrennbahn zu fahren. Um weiter zu kommen als jeder Mensch zuvor, müsste Nuttli, Veloclub Rothenburg, die Pedale, bei einer Übersetzung von 57×15, 6.240-mal treten, 7,98 Meter pro Tritt.
Bordeaux, Freitag, 15. November 2002. Ein Arzt stand an der Bande, ein Sportwissenschaftler, ein Betreuer, ein Masseur. Vieles war berechnet. Während der ersten zwanzig Minuten würde Nuttli die 250 Meter der hölzernen Bahn in 18 Sekunden durchmessen. Um in den folgenden zwanzig Minuten auf 18,15 Sekunden zu verlangsamen, dann, während der letzten zwanzig Minuten, auf 18,20. Ergibt eine Strecke von 49,521 Kilometern. 80 Meter weiter als Boardman.
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verstehe ich jetzt nicht ganz. wie ist das gemeint das heras nochmals kommt ? a und b probe waren postitv. was gibt es da noch zu anwältlen ?
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weil du dich nicht als gazelle wie Lapébie siehst !
glauben tu ichs bei cancellara auch noch nicht. ist mir auch klar dass er am berg erst was zeigen muss.
boonen : dass boonen dann automatisch bei einer umstellung die tour gewinnt nur weil er ein überflieger bei den klassikern ist, stimmt natürlich nicht. und die wattzahlen spielen da eine untergeordnete rolle.
mein gedanke dabei: bei der klasse von einem boonen, und wenn ihn das ziel persönlich reizt, würde ich diesem unterfangen eine chance geben. aber nur bei der tour.
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56 kg wäre schon ein wenig fleisch am knochen bei der grösse….
boonen
natürlich gibt es eine genetische vorbestimmung an anteilen von dicken ( Myosinfilamente ) und dünnen ( Aktinfilamente ) (mach mich mal wichtig) muskelfasern. das ganze ist aber eine sache der umstellung. ein paris-roubaix gewinner wie boonen, gross wie eine eiche dazu wird nie den giro gewinnen können. der toursieg ist aber im bereich des möglichen. aber umstellen muss er sich. umstellen umstellen umstellen. nach drei, vier jahren wäre die komplette umwandlung vollzogen denke ich.
das ist das schöne problem von cancellara. in 2-3 jahren wird er der beste zeitfahrer der welt sein. im kopf ist für ihn klar, er will einmal die tour gewinnen.er hat aber auch die klasse ein paris-roubaix zu gewinnen. wäre das nicht so, hätte cancellara sich schon lange in richtung gt-fahrer weiterentwickelt. irgendwann in den nächsten 3 jahren muss er sich entscheiden, will er die tour wirklich mal auf sieg fahren.
die gazelle soll mal in die schweiz kommen. dann machen wir mit der gazelle den aecherli-test !!
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danke kanarienvogel, auch für den hinweis der klammern !
wirkt savoldelli leicht resigniert oder meine ich das nur ?
von der strecke her käme ihm die tour besser entgegen ( hatten wir alles schon ). die podiumschancen sind für savoldelli beim giro aber besser.und sonst ?
cunego hat ja jetzt schon wieder die hosen voll ! was der da entschuldigt vor sich hin jammert !! pfuiteufel ! der savoldelli auch, der jammert ja richtig. abfahren und gabe hat er aber vollkommen recht ! das geilste istz aber, dass simoni den namen cunego nicht ausspricht ! so im nachhinein ist doch nun vollkommen klar, dass beim giro 05 dicke luft im team lampre war. ach ja, cunego fühlt sich von riis provoziert ! HA HA HA !! wieso macht martinelli nicht so psychospielchen ? vielleicht weil er mit cunego schon genug zu tun hat ?
bergamasker akzent ? ist bergamo das thurgau des italiens ? verstehe diese frage nicht. gotti ist doch auch ein bergamaske, oder ? sicher noch einige andere auch noch.
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