Die besten professionellen Rennräder in diesem Jahr


Die besten professionellen Rennräder in diesem Jahr

 

Es mag unbestreitbar kein erfreulicher Anlass gewesen sein, der das Geschäft der Radkonstrukteure letzthin beflügelte. Denn die Fahrradhersteller gehörten zweifelsohne zu den Krisengewinnern der Corona Krise 2020/2021. Per Dekret wurde in vielen Ländern der Individualsport als einzige sportliche Tätigkeit unter freiem Himmel gestattet. Kein Wunder, dass die Rennräder Konjunktur erfuhren. Und so ließen es sich die namhaftesten Radhersteller nicht nehmen, 2020/2021 mit neuen Modellen bzw. Facelifts bestehender Modelle diesen Markt in Angriff zu nehmen. Wir überfliegen ein Paar der Highlights.

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BMC Teammachine SLR 01 2021 – Leichter als die UCI erlaubt

Ein klassisches Racing Rennrad aus dem Hause BMC ist deren Teammachine SLR 01, die 2021 eine Modellpflege erfuhr. Der Vorgänger aus dem Jahr 2017 galt bereits als wegweisendes Glanzstück in Sachen Aerodynamik und Integration von Kabeln, Zügen und Cockpit-Modulen. Die 2021er Variante ist gewissermaßen der Feinschliff, der all diese Elemente auf die Spitze treibt und dabei in der leichtesten Ausstattungsvariante gerade einmal 6,57 Kilogramm wiegt. Das ist leichter als es selbst in den Rennwettbewerben der UCI zulässig ist. Als Schaltung dient ein SRAM RED eTap AXS Schaltsystem, das 2×12 Gänge bietet. 

 

Konzipiert ist die BMC Teammachine SLR 01 2021 mit ihrer nativen Übersetzung von 48-35 zu 10-28 vor allem für jene Streckenprofile, wie man sie in der Schweiz, der Heimat des Rennstalls BMC, vorfindet: Sowohl in der Auffahrt als auch in der Abfahrt spielt dieses agile Leichtgewicht seine Stärken aus. Stark im Antritt kommt es aus den Kurven, lauffreudig schnellt es Steigungen empor. Anteil daran hat die Einheit aus Vorbau und Lenker. Diese hat weiterhin abgespeckt und wiegt nur noch knapp über 300 Gramm. Sämtliche Bordinstrumente wurden integriert! Das resultiert in einem Lenker, der windschnittig und federleicht ist. Das gesamte Lenkverhalten ist dynamisch-agil und spricht sofort an! So fährt es sich doch ganz gut auf den DT Swiss Rädern.

 

Die wichtigsten Attribute der BMC Teammachine SLR 01 2021 im Überblick:

 

  • Kompromisslose Aerodynamik – Selbst die Trinkflaschenhalter sind tief in den Rahmen integriert.
  • Leicht wie nie zuvor – In den gehobenen Ausstattungen bleibt das Bike deutlich unter 7 Kilogramm.
  • Fahren wie ein Profi – Die Bezeichnung als Teammachine kommt nicht von ungefähr. Die Rahmenkonstruktion entspricht dem, was die Profis des UCI Rennstalls BMC selbst über die Landstraßen jagen!
  • Integrierte Übersicht – Auch die Cockpit-Elemente sind alle in den Lenker integriert, ohne dass die Übersicht leidet.

 

Fahren wie ein Profi bedeutet natürlich auch einen tiefen Griff in die Tasche. Wer hier die maximale Performance fordert, zahlt bereits fünfstellig! Wer jedoch bereit ist, eine günstigere Variante mit etwas schwereren Carbon-Fasern zu wählen, kann durchaus unter 3.000 Euro einsteigen und erhält dafür schon ganz schön viel Rennrad!

 

Cervelo Caledonia 2021 – Auf Umwegen stärker

Eine vielseitige Rennmaschine für ambitionierte Sportler, denen nicht nur auf Asphalt, sondern auch bei holprigen Streckenverhältnissen das Herz aufgeht, ist das Cervelo Caledonia 2021. Konzipiert als Hybrid zwischen Gravel Bike und Endurance Rennrad, ist es ein Langstreckenrad, das Fahrdynamik auf der Straße und Stabilität auf Kopfsteinpflaster und Co. gleichermaßen gewähren soll. Letztere wird vor allem durch einen Rahmen aus verstärkten Carbon-Fasern sichergestellt. Eine großzügig bemessene Reifenfreiheit von 34mm soll indes verhindern, dass Schmutz und Steinchen von der Strecke die Radgabeln von innen abschmirgeln.

 

Konzeptionell ist das Cervelo Caledonia 2021 somit ein Allroad-Bike im besten Sinne. Das erlaubt eine flexiblere Streckenplanung und ggf. Improvisation, da auch unbefestigte Waldwege oder Kopfsteinpflaster gut mit diesem Rennrad befahren werden können. Und das, ohne dass man sich ob des schleichenden Sachschadens, den konventionelle Rennräder hier erfahren würden, verrückt machen muss. Wer auf solch unkonventionellen Strecken gerne große Distanzen zurücklegt oder aber auch Touring Qualitäten eines Fahrrads schätzt, wird sich über mehrere Ösen freuen, an denen Taschen befestigt werden können. Nur mit einem Mountainbike oder einer Cyclo-Cross-Maschine geht es noch tiefer ins Gelände!

 

Die wichtigsten Attribute des Cervelo Caledonia 2021 im Überblick:

  • Ein echter Allrounder – die Kombination aus klassischem Langstreckenrad und Gravel Bike erlaubt auch die Integration anspruchsvollerer Bodenbeläge in die Routenplanung.
  • Schnörkellose Effizienz – verstärkte Carbon-Fasern und ein integriertes Cockpit verschaffen Rennlook, Stabilität und hohe Alltagstauglichkeit.
  • Viele Ausstattungsoptionen – verschiedene Optionen in der Rahmenkonstruktionen in Kombination mit diversen Schaltgruppen gestatten eine flexible Preispolitik.

 

Jedoch ändert auch eine flexible Preispolitik nichts daran, dass man bei Cervelo natürlich für den Namen ein Stück weit mit drauf zahlt. Das lassen sich die kanadischen Radbauer nicht nehmen. So ist man selbst in der günstigsten Variante mit Shimano 105 Schaltsystem und Basis-Rahmen erst über 3.000 Euro dabei.

 

Giant TCR Advanced 2021 – Optimal gefertigt

Der Fahrradhersteller Giant aus Taiwan sitzt vor allem in Puncto Fertigung der Einzelteile gewissermaßen nahe an der Quelle. Ein Standortvorteil, den man nun mit dem Giant TCR Advanced 2021 abermals in die Waagschale geworfen hat. In der Hoffnung, dass diese möglichst wenig Gewicht anzeigen möge. Und das ist wieder einmal gelungen! Es ist wirklich Wahnsinn, wo hier noch Einsparpotenziale gefunden werden, gleichwohl die Carbon-Konzeptionen in den meisten Bereichen der Rahmenkonstruktion technisch weitgehend als ausgereizt gelten. Und das immerhin schon seit Jahren!

 

Dann muss man eben andere Wege gehen. Gesagt, getan! So wurden beim Giant TCR Advanced 2021, dort wo möglich und sinnvoll, Bauteile aus Kunstharz eingesetzt, um das Gewicht zu reduzieren. Selbst die Lackierung wurde derart konzipiert, dass allein sie 50 Gramm einsparen konnte. Hier wurde also wirklich an allen Stellschrauben gedreht, um das Giant TCR Advanced 2021 konkurrenzfähig zu halten. Mit einem Gesamtgewicht von rund 6,6 Kilogramm in der Topausführung, ist das offensichtlich gelungen. Ein echtes Rennrad, das in der auf maximaler Performance getrimmten Ausstattung den vermeintlichen Unkenruf „Made in Taiwan“ Lügen straft!

 

Die wichtigsten Attribute des Giant TCR Advanced 2021 im Überblick:

  • Kompakte Rahmenkonstruktion – diese ist gewissermaßen ein Markenzeichen von Giant, mit welcher der Radhersteller seit seinem Einstieg in den Profisport seinerzeit einen Paradigmenwechsel einläutete. Auch das  Giant TCR Advanced 2021 wirkt wie aus einem Guss!
  • High-End und doch wartungsfreundlich – Trotz aerodynamischer Integration vieler Bauteile und Module, gelten die Rennräder von Giant als vergleichsweise Service-freundlich.
  • Extrem variabel in der Ausstattung – Drei Modellreihen mit diversen Ausstattungsoptionen gestatten eine Preispolitik, die Einsteiger und Vollblut-Rennradfahrer gleichermaßen abholt.
  • Wahlweise mit Felgenbremsen oder mit Disc-Bremsen – dabei bleiben selbst die Varianten mit Scheibenbremsen extrem leicht.

 

Was beim Giant TCR Advanced 2021 begeistert: Einsteiger werden hier nicht mit Mondpreisen, die erst ab 3.000 Euro aufwärts losgehen, vor den Kopf gestoßen. So beginnen einfache TCR Advanced Modelle ab unter 2.000 Euro, wobei eine Variante mit Scheibenbremse etwas teurer ist als jene mit Felgenbremse. Wer jedoch das Optimum wünscht, lässt die Marke von 10.000 Euro (wenn auch nur gerade so) hinter sich. Die mögliche Preisspanne ist also enorm!

 

Scott Foil – Rasanter Blickfang

Auch das Scott Foil, das aerodynamische Flaggschiff des Fahrradherstellers Scott, hat eine Modellpflege erfahren. Team Mitchelton-Scott hat den UCI World Tours der vergangenen Jahre eindrucksvoll seinen Stempel aufdrücken können. Und als fahrbarer Untersatz diente dabei kein geringeres Rennrad als eben das Scott Foil. Bei diesem wurde im jüngsten Face Lift die Integration  verbessert, wobei vor allem der patentierte Gabelschaft half, diverse mechanische sowie elektronische Bauteile subtil in der Konstruktion verschwinden zu lassen.

 

Abgesehen von solchen Optimierungen in Puncto Integration, wie man sie auch derzeit bei vielen anderen Top-Modellen beobachten kann, hat Scott sich vor allem eine kleine Spielerei gegönnt und einen Effektlack aufgetragen, bei dem die Farbgebung mit dem Einfallwinkel des Lichts respektive mit dem Blickwinkel variiert (kannte man bisher eher aus dem Automobilbereich). Jetzt kann man so schnell an den Passanten vorbeirauschen, dass die überlegen müssen, welche Farbe das Fahrrad eben gerade eigentlich hatte. 

 

Die wichtigsten Attribute des Scott Foil im Überblick:

  • Top-Rennrad aus Meisterhand – basiert auf der Rennmaschine des Teams Mitchelton-Scott.
  • Ein echter Blickfang – Effektlack sorgt für ein Farbspiel, das mit dem Blickwinkel variiert.
  • Eines der besten Schaltsysteme am Markt – Das SRAM Force eTap AXS ist im Scott Foil verbaut.

 

Solch professionelles Rad ist bekanntermaßen teuer. Selbst die Einsteiger-Varianten gehen erst um die 4.000 Euro los. Dafür geht es aber auch preislich nicht ganz so hoch hinaus wie bei der Konkurrenz von Giant, Trek und Co.

 

Trek Émonda SL – Es werde Aero!

Nun ist mit Trek der mit Abstand bekannteste Rennrad-Hersteller aus den USA ebenfalls auf den Aero-Zug aufgesprungen. Das ehemals als Klettermaschine konzipierte Émonda Rennrad ist in der 2021er Edition nun mehr zum aerodynamischen Allrounder gewandelt worden. Dabei stand niemand Geringeres als die Radsportler des Teams Trek-Segafredo Pate, um die umfassende Renntauglichkeit des Bikes zu verbessern. Dazu sollten die Renneigenschaften klassischer Sprintmaschinen und Zeitfahrer in das Bike einfließen, um die Stärken am Berg auch auf andere Streckenprofile zu übertragen.

 

Das Resultat ist ein kompromisslos steifes, aerodynamisches Bike, mit dem man durch den Fahrtwind schneidet wie ein glühendes Messer durch Butter! Das Émonda SLR 9 eTap 2021 (das Top-Modell) ist leichteste Aero Bike, welches Trek bisher gebaut hat. 6,7 Kilogramm Gesamtgewicht bringen es auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Züge und Cockpit Module sind komplett integriert, womit nun auch das Trek Émonda SL den vermeintlich puristischen Look aufweist, wie er für moderne Rennmaschinen typisch geworden ist. Nun da sich de Technik im Innern versteckt.

 

Die wichtigsten Attribute des Trek Émonda SL im Überblick:

  • Nach professionellen Maßstäben angefertigt – Die Fahrer des Teams Trek-Segafredo selbst standen beratschlagend Pate bei der Konzeption dieses Fahrrads. Gemessen am Endprodukt glaubt man das gerne.
  • Rennmaschine pur – Die Lenkung ist extrem agil und könnte für Einsteiger fast schon zu direkt ansprechen.
  • Zehn verschiedene Modelle – Mit Zehn diversen Modell-Inkarnationen ist für nahezu jeden Geldbeutel etwas dabei.
  • Top Schaltung – Dank SRAM Force AXS Gruppe (2×12 )

 

Preislich beginnt das Trek Émonda SL in Gestalt des Émonda SL 5 zum Preis von um die 2.600 Euro. Das teuerste Modell ist das SLR 9 eTap für knapp 11.000 Euro.

 

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