Fahrräder & Zubehör gebraucht kaufen – Tipps beim Einkauf


Fahrräder & Zubehör gebraucht kaufen – Tipps beim Einkauf

Das Fahrgefühl auf einem guten Rennrad ist für Radsport Enthusiasten kaum zu übertreffen. Leicht und dynamisch gleitet man dahin und die Lenkung spricht blitzschnell an. Hinzu kommt die Übersetzung, die einfach eine unmittelbare Kraftübertragung gestattet. Wer weg vom konventionellen Radausflug und hin zum Fahrerlebnis mit athletischen Ambitionen will, der wird über kurz oder lang ein Rennrad ins Auge fassen. Doch was dabei die Tränen in eben dieses Auge treibt, ist nicht selten der Preis. Entsprechend ist der Einstieg in den Radsport über ein gebrauchtes Rennrad eine naheliegende Option. Aber wer sich nicht auskennt, kauft schnell die Katze im Sack.

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Die wichtigsten 8 Tipps in aller Kürze

 

  1. Augenschein und Probefahrt sind ein Muss! Kaufen Sie niemals ein Rennrad, einfach nur weil die Anzeige gut klingt oder der Preis „stimmt“. Auf Distanz lässt sich das nämlich nicht beurteilen.
  2. Wenn Sie sich nicht so gut auskennen, dann nehmen Sie jemanden mit, der sich auskennt.
  3. Befragen Sie den Verkäufer im Gespräch zur Geschichte des Rennrads und warum er es überhaupt verkaufen will.
  4. Prüfen Sie die Rahmen-Konstruktion (insbesondere Anbauteile wie Lenker und Gabelschaft) auf Schäden und Unregelmäßigkeiten. Liegt hier ein Unfallrad vor? Wenn ja, deckt sich dies mit den Angaben des Verkäufers? Wenn nicht, sollten Sie jegliches Kaufinteresse links liegen lassen.
  5. Vorsicht bei Karbon-Elementen! Diese gelten zwar als Nonplusultra. Allerdings sind strukturelle Schäden (feinste Haarrisse) selbst für geübte Augen teilweise schwer bis unmöglich zu erkennen.
  6. Liegt Rost vor? Macht das Rad einen gepflegten Eindruck und wie war es untergebracht?
  7. Fragen Sie Ihre lokalen Händler nach Gebrauchträdern oder eventuell vergünstigten Vorführmodellen. Manchmal haben diese etwas Entsprechendes anzubieten oder können einen Kontakt herstellen.
  8. Schließen Sie einen Kaufvertrag ab, um beiderseitig Sicherheit zu gewinnen. Sollte der Verkäufer dazu nicht bereit sein, ist das eine rote Flagge.

 

Auf das Verkaufsgespräch vorbereitet sein

Ehe es zum Verkäufer geht, sollten Sie die im Inserat gemachten Angaben online abgleichen. Für welchen Preis können Sie das Rennrad online kaufen? Sei es als Gebrauchtrad oder auch als Restposten. Diverse Kataloge sowie die Nachvollziehbarkeit von Verkaufspreisen auf Ebay und Co. können hier wertvolle Orientierung bieten. Wie alt ist das gebotene Modell überhaupt und welche Baugruppen wurden dort in der Schaltung verbaut? Denn nicht immer sind Schaltsysteme von Shimano und Co. vollumfänglich implementiert. Manche Teile innerhalb der Baugruppe können auch von günstigeren Herstellern sein, was zumindest bei älteren Rädern höheren Verschleiß bedingen kann.

Gerade wenn Sie selber noch unsicher bezüglich technischer Aspekte sein sollten, kann es sich bezahlt machen, einen kundigen Bekannten hinzuzuziehen. Der kann nicht nur das nötige Auge für Details mitbringen. Es ist auch meist nicht verkehrt, zu zweit zu einer Besichtigung und Probefahrt zu erscheinen. Denn zwei Personen sehen mehr als nur eine. Und sollte sich die Begleitung wirklich auskennen, wird sie auch die entsprechenden Fragen zu stellen wissen.

 

 

Machen Sie sich ein Bild vor Ort

Eine Besichtigung des gebrauchten Rennrads vor Ort ist ein Muss. Dabei sollte das Augenmerk nicht nur auf dem Rennrad sondern auch auf den Verkäufer liegen. 

  • Macht dieser einen seriösen Eindruck? 
  • Und kann dieser auf Nachfragen auch detaillierte Angaben zum Rennrad machen? 
  • Liegen Kaufbelege und dergleichen vor? 

Bei diesen und weiteren Fragen geht es keineswegs um Pedanterie. Es geht darum, welchen Eindruck der Händler macht. Scheint er sehr kurz angebunden und kann kaum mehr als irgendwelche Allgemeinplätze zum Rennrad hervorbringen? Dann ist das kein gutes Zeichen. Gerade weil Hehlerware in diesem Bereich leider keine Seltenheit ist.

 

Nicht minder kritisch sollte der Blick für das gebrauchte Rennrad an sich sein. Denn auch gebraucht wird man für qualitative Rennräder immer noch einiges hinblättern müssen. Hierbei sollten vor allem der Gabelschaft, Lenker und diverse frontal und seitlich exponierte Stellen ins Auge gefasst werden, die bei einem Sturzgeschehen naheliegenderweise involviert wären. Hier können Kratzer auf einen möglichen Sturz hinweisen. Auch Kette, möglicherweise abgebremste Felgen, Bremsklötze, Anzahl und Zustand der Speichen, Zustand der Reifen und der Radlauf sollten evaluiert werden. Deckt sich der Gesamtzustand mit den Schilderungen des Verkäufers?

 

Wer es genau nimmt, kann auch mit einer Kettenlehre Laufleistung und Zustand der Kette beurteilen und wie sich dies mit Verkäuferangaben deckt. Sollte die Kette schon recht „abgefahren“ sein, sollten auch die Kettenblätter genau angeschaut werden. 

 

Tipp: Sind deren Zähne schon sehr zugespitzt, dann deutet dies darauf hin, dass ein Wechsel der Kette bereits überfällig ist und die Kettenblätter schon in Mitleidenschaft gezogen wurden.

 

 

Stahl, Aluminium oder Karbon?

Gerade Neulinge sind sich bisweilen unsicher, aus welchem Material die Rahmenkonstruktion im Wesentlichen beschaffen sein sollte. Mit Blick auf den Gebrauchtrad-Kauf bietet jedoch ganz klar Aluminium die größten Vorteile. Stahl wird heutzutage kaum noch eingesetzt und spielt zumeist nur dann eine Rolle, wenn man sich ein Retro Rennrad holt. Diese können zwar durchaus robust sein. Allerdings kann die Ersatzteil-Situation kompliziert sein, wodurch entsprechender Zubehör und Ersatzteile teuer werden. Insofern also eher eine Liebhaberei.

 

Karbon (Kohlefasern) ist der modernste der drei Konstruktionsstoffe und auch der leichteste. Doch auf das Gewicht sollte man nicht zu sehr schielen, da gerade für Neulinge quasi jedes Rennrad ein gefühltes Fliegengewicht ist. Vor allem aber sieht man etwaige Schäden an einem Aluminium Rahmen bzw. an den entsprechenden Vorbauten viel eher, da Aluminium verbeult. Karbon bricht stattdessen und bildet dabei feinste Haarrisse, die mit dem bloßen Auge oftmals gar nicht zu erkennen sind. Die strukturelle Integrität der betroffen Teile ist dann nicht mehr gegeben.

 

Doch Vorsicht: Bei den meisten Aluminium Rädern ist mittlerweile der Gabelschaft aus Karbon. Doch gerade dieser stellt ein tragendes teil dar. Sollten am Fahrrad Kratzer oder dergleichen vorliegen, die auf ein Sturzgeschehen hindeuten und der Verkäufer gibt dies auch offen zu, dann sollte man den Austausch des Gabelschafts erwägen. Denn wenn der in voller Fahrt unvermittelt bricht, kann es gefährlich werden!

 

Worauf ist bei der Probefahrt zu achten?

Wenn es am Fahrrad optisch nichts zu beanstanden gibt, was gegen eine Probefahrt sprechen würde, dann sollte diese unbedingt erfolgen. Vor allem weil man hier auch schauen kann,  ob die Rahmengröße auch in Natura und nicht nur auf dem Papier passt. Doch ehe Sie sich auf den Sattel schwingen, sollten Sie das Rennrad ein paar mal leicht anheben und wieder fallen lassen, um zu hören ob irgendetwas scheppert. Auch die Gänge sollten bei angehobenem Hinterrad alle mal durchgeschaltet werden um zu sehen, ob bei der Schaltung alles glatt läuft.

 

Bei der Probefahrt an sich kommt es vor allem aufs Fahrgefühl und wiederum auf die Geräusche an. Fährt sich das Rennrad gut? Treten komisch Laufgeräusche auf? Hierbei sollten diverse Szenarien durchgespielt werden. Bewusst etwas schnelleres Fahren, Bremsen, abermals die Gänge durchschalten, Lenkverhalten beachten etc. Sollte auch hier alles passen, dann kann dem Kauf eingewilligt werden. Allerdings lohnt sich das Aufsetzen eines Kaufvertrags, in dem Fahrradzustand und etwaige Defekte/Missstände zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses klar dokumentiert sind. Das gibt beiden Parteien Sicherheit.

 

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