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Piak aktualisiert.
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29. Januar 2013 um 14:52 Uhr #730849Quote:Original von Ventil
FrankEinfach so spontan ein Gedanke, darfst an- wie ablehnen.
Der Radsport – unendliches Doping. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind die Abenteuer des Frank Niermann, der mit seinen 28 Mann starkem Team drei Jahre lang unterwegs war, um Schandtaten führen, neues Leben und neue Zivilisationen ( Sponsor ) erklimmen. Viele Lichtjahre von den ’sauberen‘ 20er |30er | 40er | 50er| 60er | 70er | 80er Jahren entfernt, dringt Frank in Gala-Wix-Dopingiesen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Würdest du schweigen, dumm labern oder`auf ‚ich schwöre beim Tod meines Kindes‘ ehrlich auspacken ?
Warum in die Ferne schweifen?
EPO stand seit ca. 1988 Ausdauersportlern als Dopingmittel zur Verfügung. Seit 1990 steht es in der Dopingliste und ist offiziell verboten (über Sinn und Unsinn dieses Verbots brauchen wir uns ja nicht zu unterhalten).
Es gab vor EPO Dopingmittel (nur nicht so potente) und auch Dopingsünder. Spielt hier aber alles keine Rolle.
Niermann will laut eigener Aussage von 2000-2003 mit EPO gedopt haben. Zu dieser Zeit war es definitiv verboten. Niermann hat bis zuletzt vor einer Woche immer gelogen
Er hat gelogen….
gelogen…………..
gelogen……….
und gelogen, etwa so wie das Weltall tief und unerforscht ist. Jetzt aber will er plötzlich die Wahrheit sagen,weil ihm der Arsch auf Grundeis geht, nachdem seine ehemaligen Teamkollegen sehr unfassende Geständnisse angekündigt haben. Die Frage ob er gedopt hat, ist abgehakt. Bleibt also nur noch die Frage, ob man ihm glauben darf und ob man ihm ergo junge Menschen in der Nachwuchsförderung anvertraut.
Deine Frage lautete :“Würdest du schweigen, dumm labern oder`auf ‚ich schwöre beim Tod meines Kindes‘ ehrlich auspacken ?“
Das ist zu einfach. Wenn Niermann auspackt, dann ist das nur dann für seine berufliche Zukunft im Radsport akzeptabel, wenn er viel früher mit dem Lügen aufgehört hätte und nicht noch bis letzte Woche auf Nachfragen stock und steif geantwortet hätte, er habe nie in seinem Leben gedopt (so geschehen). Entschuldige, sojemand wünsche ich gerne das beste für seine weitere Zukunft, aber bitte nicht im Radsport. Denn da haben wir nun wirklich bereits genug verlogene Exdoper, die dem Sport das Überleben schwer machen.
29. Januar 2013 um 16:15 Uhr #730850Eigentlich hätte ich bloss ein ja, nein oder jein gebraucht auf meine Frage
102
29. Januar 2013 um 16:24 Uhr #730851Wie soll ich sagen
Man ist machtlos, zerstört und verwirrt .. 10 Minuten, dann voller Zorn, Wut und n’Portion Angst/Hilflosigkeit ( ok, leicht übertrieben, trotzdem )
Armstrong als ‚Machtinstrument‘ darf man verurteilen, als Doper hingegen finde ich .. NEiN !
Hat mir jemand die Nuttel-Nummer von Seppli Blatter ? Den rufe ich an, stelle mich mit Vor-Nachnamen vor und möchte dann Antworten auf meine Fragen.
102
29. Januar 2013 um 16:30 Uhr #730852Frank
Das sehe ich auch so :
Entschuldige, sojemand wünsche ich gerne das beste für seine weitere Zukunft, aber bitte nicht im Radsport.
Finde es krank, absolut krank wie man die Fahrer ‚aus sicherer Distanz‘ niedermetzelt ( Manager | Sponsoren | Medien ) .. ! .. aus Profit und Selbstschutz !
KOTZ !
102
29. Januar 2013 um 17:45 Uhr #730762Tyler Hamilton’s Buch ist eine Wixvorlage für Armstronghasser, mehr auch nicht, sicher keine Lektüre oder klassische PRintmedie Zeitschrieft ..
Der Sauhund ( Dackel )
Heulfotze !
102
29. Januar 2013 um 17:46 Uhr #730763Verdammte Drecksau ( Jahrelang profitiert )
102
29. Januar 2013 um 17:52 Uhr #730764Croquet, evtl. Klootschiessen ist ‚dopingfrei‘
Aber sicher nicht der Schwanz, der ganz tief unten hängt von Sepp Blatter.
102
29. Januar 2013 um 19:02 Uhr #730765Quote:Original von Frank`NFurter
Naja, was heißt übel nehmen? Ich farge mich halt, was das soll. Bis vor einer Woche lügt er noch dass sich die Balken biegen und jetzt plötzlich gesteht er nochmal was ein.Wieso können es so viele Menschen nicht fassen, dass im Radsport bzw. Sport allgemein gedopt wird? Sieht es denn in anderen menschlichen Bereichen anders aus, wo es um Geld geht? Gibt es irgendeinen Bereich in der Menschheit, wo es um viel Geld geht und wo nicht alle versuchen, das beste heraus zu holen, auch wenn es manchmal nicht ganz fair ist?
Schaut euch doch mal andere Berühmtheiten oder Berufe an. Schaut euch den Nachbarn an, die Verwandten oder am besten euch selbst. Habt ihr nie versucht, das beste heraus zu holen, auch wenns vielleicht nicht immer fair war?
Natürlich habt ihr das. Und jetzt wollt ihr einzelne Radsportler verurteilen, weil diese in einer Umgebung gedopt haben, wo alle gedopt haben? Es gibt vielleicht, großzügig geschätzt, rund 500-600 Radsportler, die von ihren Einnahmen leben können, vielleicht maximal 50, die nach ihrer Karriere ausgesorgt haben. Der Druck, den sie allein finanziell haben und dann auch noch von den Sponsoren bekommen, ist einfach imens hoch. Schaut euch mal an, wie viele Radsportler es gibt auf der Welt, die gerne Profis wären, es aber nie nach oben schaffen. Es ist verdammt schwer und die meisten werden es nicht schaffen. Versetzt euch mal in deren Lage. Hättet ihr nicht zu Doping gegriffen? Also ich schon und zwar zu 100 %. Ich hätte alles genommen, was damals so üblich war, weil es einfach dazu gehört hat.
Und die ganzen heuchlerischen Medien und Radsportfans und vor allem Sportfans von anderen Sportarten wagen es nun, über den Radsport zu urteilen. Fragt euch mal, ob das fair ist, bei all dem Druck, den diese Leute haben und bei all der Leistung, die sie vollbracht haben. Ich möchte diese heuchlerischen Leute mal sehen, was sie in ihrem Beruf und ihrem Leben machen würden, wenn es finanziell so hart ist. Die Radsportler hatten den Traum Profi zu werden und sie haben ihn erreicht, ob mit oder ohne Doping, betrogen haben sie niemanden. Und zu aller letzt die heuchlerischen Leute. Kehrt vor eurer eigenen Haustür.
I think we’ll ride fast tomorrow.
Bjarne Riis29. Januar 2013 um 19:21 Uhr #730791Ein klasse Beitrag, Majka!
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
29. Januar 2013 um 19:43 Uhr #730792Der KV findet er hat das Thema verfehlt. Also Majka, nicht der KV. Sieht man doch schon am Zitat.
Es geht ja gerade um Heuchelei, bis vor kurzem soll Niermann alles vehement abgestritten haben, jetzt gibt er es zu. Jetzt, kurz bevor Rabobank eh komplett explodiert und eventuell sowieso alles rauskommt.Hier geht es wenn der KV die Furterposts richtig verstanden hat ja gerade nicht um Doping oder nicht Doping, sondern um Lügen oder nicht. Heuchelei. Niermann ist der Heuchler. (Nach Furter)
Darum… Thema verfehlt.
Leitplanke
29. Januar 2013 um 19:44 Uhr #730793Quote:Original von Majka
Wieso können es so viele Menschen nicht fassen, dass im Radsport bzw. Sport allgemein gedopt wird? […] Und jetzt wollt ihr einzelne Radsportler verurteilen, weil diese in einer Umgebung gedopt haben, wo alle gedopt haben?Grober Unfug und moralisches Dampfhubertum, sorry. Ich habe an mehreren Stellen zum Ausdruck gebracht, dass es nicht darum geht Grischa Niermann als Mensch zu verurteilen. Es ging mir darum darauf hinzuweisen, dass man jetzt aufpassen muss dem Ragsport nicht immer weiter zu schaden. Und da passt es eben nicht Ex-Doper weiterhin im Nachwuchsbereich zu dulden. Auf solche Storys werfen sich die Medien mit Vorliebe.
Mitleid mit Niermann als Sportler muss gewiss auch niemand haben. Er hat bis zuletzt gelogen und sein „Geständnis“ war genauso wie das von Armstrong, ohne jeglichen Mehrwert für die Aufklärung der Hintergründe und Dopingstrukturen. Niermann darf alles Geld behalten, dass er bekommen hat, weil er geschickt nur Dopingvergehen gestanden hat, die verjährt waren. Letztendlich war das ünerhaupt kein Geständnis, sondern ein juristischer Taschenspielertrick um dem vorzubauen, was jetzt evtl. noch kommt.
Quote:Original von Majka
Der Druck, den sie allein finanziell haben und dann auch noch von den Sponsoren bekommen, ist einfach imens hoch. Schaut euch mal an, wie viele Radsportler es gibt auf der Welt, die gerne Profis wären, es aber nie nach oben schaffen. Es ist verdammt schwer und die meisten werden es nicht schaffen. Versetzt euch mal in deren Lage. Hättet ihr nicht zu Doping gegriffen? Also ich schon und zwar zu 100 %. Ich hätte alles genommen, was damals so üblich war, weil es einfach dazu gehört hat.Grotesk, immer wieder solche Tiraden von Radsportfans zu lesen. Die Doper haben doch den Radsport so in die Scheisse geritten, dass die kommenden Generationen insbesondere finanziell darunter leiden müssen. Sorum wird ein Schuh draus. Oberdoper Armstrong ist Multimillionär und die neue Generation muss die Scheisse wegräumen die dieser krankhafte, verhaltensgestörte Soziopath hinterlassen hat.
Quote:Original von Majka
Und die ganzen heuchlerischen Medien und Radsportfans und vor allem Sportfans von anderen Sportarten wagen es nun, über den Radsport zu urteilen. Fragt euch mal, ob das fair ist, bei all dem Druck, den diese Leute haben und bei all der Leistung, die sie vollbracht haben. Ich möchte diese heuchlerischen Leute mal sehen, was sie in ihrem Beruf und ihrem Leben machen würden, wenn es finanziell so hart ist. Die Radsportler hatten den Traum Profi zu werden und sie haben ihn erreicht, ob mit oder ohne Doping, betrogen haben sie niemanden. Und zu aller letzt die heuchlerischen Leute. Kehrt vor eurer eigenen Haustür.Könnte so 1:1 ein UCI-Statement sein. :rolleyes:
Ich hoffe es gibt doch mehr Radsportfans die mittlerweile kapiert haben, dass in dieser Welt Doping-Sport leider Gottes nicht wirtschaftlich vermarktbar ist. Jeder der Radsport wirklich liebt, sollte das irgendwann begreifen lernen, Majka.29. Januar 2013 um 19:44 Uhr #730794Quote:Versetzt euch mal in deren Lage. Hättet ihr nicht zu Doping gegriffen? Also ich schon und zwar zu 100 %. Ich hätte alles genommen, was damals so üblich war, weil es einfach dazu gehört hat.Ich nicht. Aber das ist auch eine sehr individuelle Sache. Und vor allem maße ich mir deshalb noch lange nicht an, andere dafür zu verurteilen. Denn was hier geschehen ist und noch geschieht, ist doch völlig natürliches, menschliches Verhalten. Moralisch mögen das manche sicher für verwerflich halten, und vielleicht haben sie auch recht damit. Doper mit Betrügern gleichzusetzen schießt aber doch weit übers Ziel hinaus, denn der Schaden hält sich doch in Grenzen. Am ehesten wird noch der Sponsor geschädigt, der Schaden fällt aber doch auch äußerst gering aus, da idR niemals ein Sponsor-Unternehmen direkt für Doping verantwortlich gemacht wird. Im Gegenteil, wenn man sich nach solchen Skandalen aus dem Radsport zurückzieht, kann man als Sponsor da wohl noch einen Image-Gewinn davontragen.
Zum Thema Vorbildwirkung: wenn ein Junge einen Sportler als Vorbild braucht, läuft doch ohnehin schon mal was grundverkehrt. Für das Vermitteln von Werten und die richtige Wahrnehmung von Richtig und Falsch sind immer noch die Eltern verantwortlich. Wenn die Ihrer Aufgabe nachkommen, können Sportler so viel dopen wie sie wollen ohne dass das irgendeinen negativen Einfluss auf einen jungen Menschen ausübt. Wenn Sie dieser Aufgabe nicht nachkommen, kann man die Verantwortung wohl kaum willkürlichen Vorbildfiguren in die Schuhe schieben, die sich der Heranwachsende selbst aussucht.
29. Januar 2013 um 19:56 Uhr #730795Quote:Original von Kanarienvogel
Der KV findet er hat das Thema verfehlt. Also Majka, nicht der KV. Sieht man doch schon am Zitat.
Es geht ja gerade um Heuchelei, bis vor kurzem soll Niermann alles vehement abgestritten haben, jetzt gibt er es zu. Jetzt, kurz bevor Rabobank eh komplett explodiert und eventuell sowieso alles rauskommt.Hier geht es wenn der KV die Furterposts richtig verstanden hat ja gerade nicht um Doping oder nicht Doping, sondern um Lügen oder nicht. Heuchelei. Niermann ist der Heuchler. (Nach Furter)
Darum… Thema verfehlt.
Ja erwartest du denn, dass jemand Doping nimmt und es dann zugibt? Glaubst du, die Fahrer wissen nicht, dass wenn sie dopen, dass sie dann ein Leben lang mit dieser Lüge leben müssen? Glaubst du, die Fahrer dopen sich und geben es dann aber gleichzeitig zu, nur um nicht zu lügen? Dann kannst du es doch gleich sein lassen. Das Dopen und das Lügen geht hier Hand in Hand.
Oder hast du früher einen Spickzettel in der Schule geschrieben und ihn dann vor der Schulaufgabe abgegeben, als der Lehrer sagte, man dürfe nicht spicken? Natürlich nicht, denn du weißt beim Schreiben des Spickzettels schon, dass es eine Lüge ist.
I think we’ll ride fast tomorrow.
Bjarne Riis29. Januar 2013 um 19:59 Uhr #730796Quote:Original von cedros
Zum Thema Vorbildwirkung: wenn ein Junge einen Sportler als Vorbild braucht, läuft doch ohnehin schon mal was grundverkehrt. Für das Vermitteln von Werten und die richtige Wahrnehmung von Richtig und Falsch sind immer noch die Eltern verantwortlich. Wenn die Ihrer Aufgabe nachkommen, können Sportler so viel dopen wie sie wollen ohne dass das irgendeinen negativen Einfluss auf einen jungen Menschen ausübt. Wenn Sie dieser Aufgabe nicht nachkommen, kann man die Verantwortung wohl kaum willkürlichen Vorbildfiguren in die Schuhe schieben, die sich der Heranwachsende selbst aussucht.Das mag ja sein, cedros. Aber lassen wir mal die Vorbildfunktion weg. Wir hatten bis hinauf zu den Rennleitern der Teams in den letzten Jahren Leute, die des Dopings überführt waren. Soweit so schlecht. Aber ab dem Moment wo unter der Verantwortung dieser Leute die nächste Generation Doper überführt wird – wie leider geschehen, selbst wenn der Teamchef daran völlig unbeteiligt gewesen sein sollte – dann ist das öffentliche Bild des Radsports ruiniert.
Das öffentliche Bild des Radsports ist aber für sein Überleben essentiell. Man sieht doch wie viele, selbst renommierte Rennen, heute schon zu kämpfen haben.
Der Radsport muss in dieser Krise abwägen, ob er sich wirklich noch die menschlich vielleicht im Einzelfall sehr verständliche Solidarität zu Exdopern leisten kann, oder ob es jetzt nicht schon wirtschaftlich so um die Wurst geht, dass man sich diese Sentimentalitäten nicht mehr leisten kann. Mal sehen wie viele Rennen dieses Jahr abgesagt werden müssen…..
….die Ex-Doper könnten ja Geld zusammenlegen, um ein paar Rennen zu retten, das wäre wenigstens mal eine konkrete Aktion für den Radsport. Ihre halbgaren Pseudogeständnisse hingegen nützen uns gar nichts, Nullkommanull.
29. Januar 2013 um 20:02 Uhr #730742Zum Thema Heuchelei: ist doch völlig klar, dass alle Heuchler sind. Gezwungenermaßen. Wer verliert schon gerne sein Gesicht?
Ich meine, ich persönlich könnte damit nicht leben. Vor allem könnte ich meinem Sohn nicht in die Augen sehen und das wäre wirklich das Schlimmste. Aber ich bin auch schon etwas älter. Wenn man zum Profisport kommt ist man doch noch etwas jünger, wer denkt da schon so weit?
Quote:Die Doper haben doch den Radsport so in die Scheisse geritten, dass die kommenden Generationen insbesondere finanziell darunter leiden müssen.Naja, was heißt hier finanziell drunter leiden… Ist ja nicht so, dass hier irgendjemand Zwangsarbeit verrichtet. Es steht ja jedem frei, einen anderen Beruf zu ergreifen. Es gibt Sportarten, die sind ebenso hart und noch immer viel schlechter bezahlt. Golfer haben es etwas leichter und verdienen ein vielfaches. Das ist halt das Gesetz von Angebot und Nachfrage, da gibt es keine Konstanz oder Garantie. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob es fairer gewesen wäre, wenn Armstrong weniger und die späteren Radler dafür mehr verdient hätten. Denn mit Sicherheit wäre es auch fair gewesen, wenn Gino Bartali mehr verdient hätte als so mancher der heutigen Profis. Aber die Zeiten ändern sich eben.
29. Januar 2013 um 20:03 Uhr #730743Quote:Original von Frank`NFurterQuote:Original von Majka
Wieso können es so viele Menschen nicht fassen, dass im Radsport bzw. Sport allgemein gedopt wird? […] Und jetzt wollt ihr einzelne Radsportler verurteilen, weil diese in einer Umgebung gedopt haben, wo alle gedopt haben?Grober Unfug und moralisches Dampfhubertum, sorry. Ich habe an mehreren Stellen zum Ausdruck gebracht, dass es nicht darum geht Grischa Niermann als Mensch zu verurteilen. Es ging mir darum darauf hinzuweisen, dass man jetzt aufpassen muss dem Ragsport nicht immer weiter zu schaden. Und da passt es eben nicht Ex-Doper weiterhin im Nachwuchsbereich zu dulden. Auf solche Storys werfen sich die Medien mit Vorliebe.
Mitleid mit Niermann als Sportler muss gewiss auch niemand haben. Er hat bis zuletzt gelogen und sein „Geständnis“ war genauso wie das von Armstrong, ohne jeglichen Mehrwert für die Aufklärung der Hintergründe und Dopingstrukturen. Niermann darf alles Geld behalten, dass er bekommen hat, weil er geschickt nur Dopingvergehen gestanden hat, die verjährt waren. Letztendlich war das ünerhaupt kein Geständnis, sondern ein juristischer Taschenspielertrick um dem vorzubauen, was jetzt evtl. noch kommt.
Also soll man jetzt deiner Meinung nach den kompletten Radsport säubern, indem man alle Leute von selbigem entfernt, die jemals mit Doping in Verbindung standen? Dann kannst du gleich den Sport begraben, und zwar jeden Sport, nicht nur den Radsport. Doping war (und ich weiß, dass es auch heute noch so ist) fester Bestandteil des Spitzensports. Das einzige, was sich geändert gehört, ist die idiotische Berichterstattung und der Selbstmord, den der Radsport begeht. Andere Sportarten kriegen es auch gebacken, dass sie sich nicht selbst kaputt machen, obwohl nicht weniger gedopt wird.
Quote:Original von Frank`NFurterQuote:Original von Majka
Der Druck, den sie allein finanziell haben und dann auch noch von den Sponsoren bekommen, ist einfach imens hoch. Schaut euch mal an, wie viele Radsportler es gibt auf der Welt, die gerne Profis wären, es aber nie nach oben schaffen. Es ist verdammt schwer und die meisten werden es nicht schaffen. Versetzt euch mal in deren Lage. Hättet ihr nicht zu Doping gegriffen? Also ich schon und zwar zu 100 %. Ich hätte alles genommen, was damals so üblich war, weil es einfach dazu gehört hat.Grotesk, immer wieder solche Tiraden von Radsportfans zu lesen. Die Doper haben doch den Radsport so in die Scheisse geritten, dass die kommenden Generationen insbesondere finanziell darunter leiden müssen. Sorum wird ein Schuh draus. Oberdoper Armstrong ist Multimillionär und die neue Generation muss die Scheisse wegräumen die dieser krankhafte, verhaltensgestörte Soziopath hinterlassen hat.
Ein Siebenfacher Tour de France Sieger wird in fünf Jahren mindestens genauso starker Millionär sein, wie es Armstrong geworden ist. Ein Radsportler verdient doch nicht jetzt weniger als früher, weil gedopt wird. Wenn er überhaupt weniger verdienen sollte (was ich stark bezweifle) dann nur, weil der Radsport sich selbst ermordet und einfach viel zu naiv und dumm mit dem Thema Geld/Wirtschaft/Doping umgeht (siehe oben).
Quote:Original von Frank`NFurterQuote:Original von Majka
Und die ganzen heuchlerischen Medien und Radsportfans und vor allem Sportfans von anderen Sportarten wagen es nun, über den Radsport zu urteilen. Fragt euch mal, ob das fair ist, bei all dem Druck, den diese Leute haben und bei all der Leistung, die sie vollbracht haben. Ich möchte diese heuchlerischen Leute mal sehen, was sie in ihrem Beruf und ihrem Leben machen würden, wenn es finanziell so hart ist. Die Radsportler hatten den Traum Profi zu werden und sie haben ihn erreicht, ob mit oder ohne Doping, betrogen haben sie niemanden. Und zu aller letzt die heuchlerischen Leute. Kehrt vor eurer eigenen Haustür.Könnte so 1:1 ein UCI-Statement sein. :rolleyes:
Ich hoffe es gibt doch mehr Radsportfans die mittlerweile kapiert haben, dass in dieser Welt Doping-Sport leider Gottes nicht wirtschaftlich vermarktbar ist. Jeder der Radsport wirklich liebt, sollte das irgendwann begreifen lernen, Majka.Doping-Sport? Was ist denn bitte ein Doping-Sport? Radsport gilt nur deshalb als Doping-Sport, weil er sich so verkauft. Es wird im Radsport nicht mehr gedopt als in anderen Sportarten. Es gibt auch genügend Beweise in anderen Sportarten, nur verfolgt das keiner und es interessiert auch keine Sau. Du hast Recht, dass sich Doping-Sport nicht vermarkten lässt, warum machen wir dann den Radsport zum Doping-Sport? Das machen genau Leute wie du, die den Radsport von Doping säubern wollen und dabei nicht kapieren, dass Doping ein fester Bestandteil von Spitzensport ist, war, und immer sein wird.
I think we’ll ride fast tomorrow.
Bjarne Riis29. Januar 2013 um 20:07 Uhr #730744@Frank
Du setzt voraus, dass der Radsport die heute aufgewendeten Mittel braucht, um zu existieren. Das sehe ich völlig anders. Im Gegenteil, ich halte ein „Gesundschrumpfen“ hier für höchst überfällig. Und das wird dem Radsport, sowie dem gesamten Profisport an sich ohnehin nicht erspart bleiben. Aber das auszuführen, würde den Rahmen hier etwas sprengen.
29. Januar 2013 um 20:07 Uhr #730745Quote:Original von Majka
Ja erwartest du denn, dass jemand Doping nimmt und es dann zugibt?Nein. Aber es darf unter vernünftigen Leuten erwartet werden, dass Rabobank dafür sorgt, dass Niermann aus dem Radsport entfernt wird, völlig unabhängig davon, ob und wie er was gesteht; und auch völlig unabhängig davon, ob Doping nichts weiter ist als das kalkulierbare Ergebnis menschlicher Schwächen . Erkennst Du den Unterschied?
29. Januar 2013 um 20:09 Uhr #730746Quote:Original von cedros
Zum Thema Heuchelei: ist doch völlig klar, dass alle Heuchler sind. Gezwungenermaßen. Wer verliert schon gerne sein Gesicht?Ich meine, ich persönlich könnte damit nicht leben. Vor allem könnte ich meinem Sohn nicht in die Augen sehen und das wäre wirklich das Schlimmste. Aber ich bin auch schon etwas älter. Wenn man zum Profisport kommt ist man doch noch etwas jünger, wer denkt da schon so weit?
Das ist genau der Punkt. Wenn du in der Jugend anfängst mit Radsport und Talent hast und es dein Traum ist, Radprofi zu werden, dann hast du bereits unheimlich viel Aufwand, Energie, Kraft, Mühen investiert, um überhaupt so weit zu kommen. Du bist vielleicht 16 Jahre alt, manchmal sogar deutlich jünger. Du hast diesen Traum vor Augen und siehst, dass das dazu gehört. Wahrscheinlich arbeitest du nebenbei irgendwo vorübergehend, um dir deinen Lebensunterhalt zu verdienen, weil du natürlich als Radprofi noch nicht davon leben kannst. Wer ist denn schon so weit, um dann zu sagen „Achso, ich muss dopen, um ganz nach vorne zu kommen? Achso .. ja dann, lass ich es lieber sein.“ Gibt sicher Menschen, die so reagieren würden, aber wem kann man hier vorwerfen, wenn er dann doch die Mittelchen schluckt?
I think we’ll ride fast tomorrow.
Bjarne Riis29. Januar 2013 um 20:12 Uhr #730747Quote:Original von cedros
@FrankDu setzt voraus, dass der Radsport die heute aufgewendeten Mittel braucht, um zu existieren. Das sehe ich völlig anders. Im Gegenteil, ich halte ein „Gesundschrumpfen“ hier für höchst überfällig. Und das wird dem Radsport, sowie dem gesamten Profisport an sich ohnehin nicht erspart bleiben. Aber das auszuführen, würde den Rahmen hier etwas sprengen.
Gesundschrumpfen, was manche exorbitanten Gehälter angeht, damit hätte ich auch kein Problem. Aber wenn es z.B. dieses Jahr schon kein San Sebastian mehr gibt, dann hätten wohl Fans und Sportler ein Problem.
Klar, die Tour, die Monumente, die ganz großen Klassiker werden hoffentlich noch lange überleben. Aber Radsport sind auch die kleinen Rennen, die noch nicht so medial glatt gebürsteten, wo man die Fahrer noch anfassen kann, wo auch der Nachwuchs ein paar Punkte, ein paar Euro und ein paar Erfahrungen sammeln kann. Es sind diese Rennen, die es jetzt immer schwerer haben.Ich will ja auch nicht unken und hoffe ebenfalls auf eine andere große menschliche Gabe, die des schnellen Vergessens.
29. Januar 2013 um 20:12 Uhr #730758Quote:Original von Frank`NFurterQuote:Original von Majka
Ja erwartest du denn, dass jemand Doping nimmt und es dann zugibt?Nein. Aber es darf unter vernünftigen Leuten erwartet werden, dass Rabobank dafür sorgt, dass Niermann aus dem Radsport entfernt wird, völlig unabhängig davon, ob und wie er was gesteht; und auch völlig unabhängig davon, ob Doping nichts weiter ist als das kalkulierbare Ergebnis menschlicher Schwächen . Erkennst Du den Unterschied?
Natürlich erkenne ich den Unterschied, aber du willst doch nicht ernsthaft jemanden komplett aus dem Sport entfernen, nur weil er etwas getan hat, was in diesem Sport nun mal dazu gehört? Natürlich hat er so keine Vorbildfunktion, gerade für die jüngere Generation, aber wieso willst du jemanden lebenslänglich sperren, obwohl er sich einfach den Gegebenheiten angepasst hat? Ich verstehe auch nicht, was das bringen soll. Das ist ein objektiv betrachteter, völlig emotionsloser und sehr ethnischer Gedanke, den du da hast, aber ich fände es falsch, den umzusetzen.
Vergleiche das doch mal mit anderen Gesetzesbrüchen und illegalen Handlungen auf unserer Welt. Das steht einfach in keinem Verhältnis. Ganz zu schweigen von den Medienberichten. Da meint man teilweise, dass das Schwerstverbrecher und Massenmörder sind.
I think we’ll ride fast tomorrow.
Bjarne Riis29. Januar 2013 um 20:18 Uhr #730759@Frank
Das solche Klassiker wie etwa San Sebastian aus finanziellen Gründen nicht ausgetragen werden können, wird sicher noch öfter und in zunehmendem Ausmaß vorkommen. Das wird aber imo ein vorübergehendes Phänomen sein. Nämlich so lange, bis der finanzielle Druck auch die Strukturen so weit schrumpfen lässt, bis solche Rennen auch mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln wieder ausgetragen werden können. Und die Rennen, welche die Fans wirklich begeistern, werden dann wiederkommen.
29. Januar 2013 um 20:36 Uhr #730760Quote:Original von MajkaQuote:Original von Frank`NFurterQuote:Original von Majka
Ja erwartest du denn, dass jemand Doping nimmt und es dann zugibt?Nein. Aber es darf unter vernünftigen Leuten erwartet werden, dass Rabobank dafür sorgt, dass Niermann aus dem Radsport entfernt wird, völlig unabhängig davon, ob und wie er was gesteht; und auch völlig unabhängig davon, ob Doping nichts weiter ist als das kalkulierbare Ergebnis menschlicher Schwächen . Erkennst Du den Unterschied?
Natürlich erkenne ich den Unterschied, aber du willst doch nicht ernsthaft jemanden komplett aus dem Sport entfernen, nur weil er etwas getan hat, was in diesem Sport nun mal dazu gehört? Natürlich hat er so keine Vorbildfunktion, gerade für die jüngere Generation, aber wieso willst du jemanden lebenslänglich sperren, obwohl er sich einfach den Gegebenheiten angepasst hat? Ich verstehe auch nicht, was das bringen soll. Das ist ein objektiv betrachteter, völlig emotionsloser und sehr ethnischer Gedanke, den du da hast, aber ich fände es falsch, den umzusetzen.
Vergleiche das doch mal mit anderen Gesetzesbrüchen und illegalen Handlungen auf unserer Welt. Das steht einfach in keinem Verhältnis. Ganz zu schweigen von den Medienberichten. Da meint man teilweise, dass das Schwerstverbrecher und Massenmörder sind.
Ich schaffe das offenbar nicht rüberzubringen. Mir geht es nicht um Ethik, wirklich nicht. Grischa Niermann, den ich Null kenne, kann, ja, wird vermutlich ein Pfundskerl sein. Ebenfalls kann ich mir sehr leicht vorstellen, wie schwierig die Situation für einen jungen Fahrer ist, wenn er entscheiden muss, ob er mit Doping vielleicht den Sprung ins Profilager schafft oder ohne Doping höchstwahrscheinlich raus ist.
Alles geschenkt! Trotzdem wird sich jeder Konzern überlegen, ob er das Produkt, dass er verkaufen will, ständig im Zusammenhang mit Doping gennant haben möchte. Die Sponsoren des Radsports wollen nichts anderes als ihre Produkte verkaufen, Punkt. Und wenn sie sich zurückziehen, wie zuletzt bereits ansatzweise geschehen, dann ist das keine Frage der Ethik, sondern der wirtschaftlichen Zukunft des Radsports. Und so wollte ich das betrachten.
Grischa Niermann kommt nicht in den Todestrakt nach Sibirien, er muss nicht in Sack und Asche gehen oder sein Hab und Gut abgeben. Nein, er muss nicht mal seine Preisgelder zurückgeben, seine Gehälter und auch seine sportlichen Meritten werden nicht aus der Radsportgeschichte gestrichen.
Das einzige was man vielleicht als Radsportfan etwas naiv erhofft, ist, dass die Exdoper vielleicht selbst so viel Feingefühl haben um selbst darauf zu kommen, sich einen anderen Job zu suchen.
Ist das moralisch-ethisch bereits eine unzumutbare Strapaze für die Exdoper? Ich denke nicht. Die Welt ist groß und es gibt noch tausend andere Berufe in denen sie dem Radsport nicht mehr schaden. Und dass sie an diesen sehr langen Ende dann doch etwas für ihre Sünden büßen müssen, so menschlich diese auch gewesen sein mögen, ist nun wirklich keine Härte eines heuchlerischen Systems, sondern schon viel eher die normative Kraft der Zivilisation. Von diesem System, von mir aus sogar heuchlerischen System, hat Grischa sich in den guten Tagen gerne die Taschen stopfen und auf die Schulter klopfen lassen. Ne ganz vertrackte geheuchelte Heuchlerheuchelei-Kiste letztlich….
So, und wenigsten für heute, habe ich zu dem Thema schon weit mehr gesagt, als ich eigentlich vor hatte…ich hoffe es fühlt sich niemand beleidigt oder niedergemacht, ist ja im Internet immer verdammt schwer mit dem Diskutieren über hitzige Themen.
:winken:
29. Januar 2013 um 20:41 Uhr #730761Denke nicht dass das Sterben von Rennen so stark mit den Doping-Entwicklungen korreliert. In Deutschland ja, aber z.B. in Spanien dürfte die seit Jahren schwierige Wirtschaftslage eher der Grund für die Probleme sein.
Jetzt lass ich euch hier aber wieder in Ruhe.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
30. Januar 2013 um 18:04 Uhr #730732Oder auch nicht, endlich Klarheit im Fall Schleck; 1 Jahr Sperre, damit keine Tour 2013 für ihn.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
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