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17. März 2006 um 17:22 Uhr #613246
@Stahlross, hast du stahlharter staatsanwalt der rösser dich mal mit dem Hondofall beschäftigt? so fragwürdig waren die argumente nämlich nicht – da wüsste ich andere, der tee der tante z.B.
diese dopingfälle sind schon merkwürdig, wo muss man denn sonst seine unschuld vor gericht beweisen?
17. März 2006 um 18:22 Uhr #613247auf todociclismo melden sie auch, dass hondo wieder fahren darf.
allerdings sehen sie – siehe oben – genau den ethik-codex der protour als hindernis, weil ein sanktionierter fahrer viere jahre lang nicht in einem protour-team fahren darf…http://www.todociclismo.com/noticia.asp?id=31338
mir scheint dieses genugtungsgehabe bei hondo und anwalt ziemlich fehl am platz.
17. März 2006 um 18:24 Uhr #613248@tylance
Na dann erläutere mir die Argumente überzeugend.
Mich mit einem SA zu vergleichen, schmeichelt mir ehrlich gesagt (immer noch besser als Winkeladvocat). Blos bisher war an diesem Fall nicht mal einer beteiligt. Also Ball flach halten und Ablenkungsmanöver/Fingerzeig a la Simoni bringen Diskussionen nicht weiter.
Ich hab meine Meinung zur Verteidigungsstrategie dargelegt. Ist für mich nicht überzeugend. Erst als sich Herr Franke einmischte, kippte die Stimmung in der Presse- und Medienlandschaft. Was sagt eigentlich Dr. Jakob dazu? Von ihm hat man nichts mehr gehört.17. März 2006 um 19:06 Uhr #613249Endlich kommen die Gerichte mal zur Vernunft! Dass Hondo unschuldig ist, kann ja wohl jeder mit halbwegs Verstand einsehen!
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
17. März 2006 um 19:14 Uhr #613250Deine Meinung zum Thema Doping kenne ich genug, um deine Aussage richtig einzuordnen.
17. März 2006 um 19:15 Uhr #613251Quote:Original von Jaja
Endlich kommen die Gerichte mal zur Vernunft! Dass Hondo unschuldig ist, kann ja wohl jeder mit halbwegs Verstand einsehen!ein gericht hat etwas entschieden – und es handelt sich um nicht mehr als um eine einstweilige verfügung…
mich hat die argumentation von Stahlross deutlich mehr überzeugt als deine verquickung von „verstand“ und „unschuld“.
17. März 2006 um 19:18 Uhr #613252Sonstige Doper mit dem Anfangsbuchstaben H jedoch nicht !!
pompa pneumatica
17. März 2006 um 19:48 Uhr #613253Quote:Original von tylance mayollrich
wenn Holczer richtig richtig mutig wäre, würde er Hondo kurzfristig wieder einstellen und nach Mailand einfliegen lassen. …Ich weiss nicht, ich fände das eher unvorsichtig bis dumm.
Ist doch momentan Usus, jemanden nach positiver A-Probe, also mit Beginn eines Verfahrens, zu suspendieren, bis er evtl. freigesprochen wird.Hondo ist nicht freigesprochen. Er hat eine einstweilige Verfügung gegen seine Verurteilung erwirkt, also läuft wieder ein Verfahren, wenn auch auf anderer Ebene.
Damit würde ihn jeder Manager, der ihn fahren lässt, besser stellen als z.B. Urweider, als aktuelles Beispiel.
17. März 2006 um 21:01 Uhr #613254Heras ist noch ein anderer Fall. Das den hier keiner verteidigt ist mir schon klar, aber mir ist nicht klar, wieso Hondo hier teilweise für schuldig, bzw. für nicht unschuldig gehalten wird. Wer den Fall mal wirklich etwas sich anschaut muss doch einfach einsehen, dass es überhaupt nichts gebracht hat in diesen geringen Mengen! Es muss über eine Trinkflasche oder sonst was in seinen Körper gelangt sein.
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
17. März 2006 um 21:55 Uhr #613255Es gibt so viele Erklärungen, Ausflüchte, Begründungen, Indizien, Antworten, Phrasen, Theorien, Blubberlaberecho usw. von allen möglichen Leuten, die überführt wurden und deren Umfeld.
Wem soll man was glauben?
Andersrum, versuch Du mal diese kleinsten Spuren in deinen Körper zu bekommen !!
pompa pneumatica
17. März 2006 um 23:35 Uhr #613256Quote:Original von Jaja
aber mir ist nicht klar, wieso Hondo hier teilweise für schuldig, bzw. für nicht unschuldig gehalten wird. Wer den Fall mal wirklich etwas sich anschaut muss doch einfach einsehen, dass es überhaupt nichts gebracht hatsorry, aber habe den fall sehr genau verfolgt.
allein schon die wahl des anwalts hat mich misstrauisch gemacht.
einsehen muss ich im übrigen gar nichts! – außer man gewährt mir akten-einsicht.
wer weiß wie hoch die konzentration vier, fünf tage vorher war?
(carphedon war wohl ziemlich frisch auf der doping-liste…)der fakt ist über a- und b-probe nachgewiesen; insofern liegt es jetzt beim „verurteilten täter“, seine unschuld nachzuweisen – das funktioniert nicht über indizien…
17. März 2006 um 23:42 Uhr #613257also ich finde es mal schwachsinn ihn wegen eines dopingvergehens zu verurteilen, was er nicht selbst zu verschulden hat, FALLS es denn so ist. so lange aber zweifel an seiner schuldigkeit sind, so lange ist er für mich unschuldig. alles andere emfände ich als ungerecht. deshalb darf er jetzt rennen fahren, da ja diese zweifel im raum stehen. finde ich auch in ordnung, da wenn er unschuldig ist, völlig unzurecht die sperre bekommen hat, wenn er aber schuldig ist, dann gewinnt er vl rennen, obwohl er eigentlich gesperrt gehört. aber ich glaube diese zeit wird ja dann sowieso nicht als sperre mitangerechnet, in der er jetzt wieder rennen fährt und wenn er da sauber fährt, ist diese entscheidung mehr zu vertreten als eine andere.
kurzum ich bin gespannt, was jetzt nach diesen sechs monaten dabei wirklich rauskommt.
17. März 2006 um 23:54 Uhr #613258Quote:Original von Coolman
also ich finde es mal schwachsinn ihn wegen eines dopingvergehens zu verurteilen, was er nicht selbst zu verschulden hat, FALLS es denn so ist. so lange aber zweifel an seiner schuldigkeit sind, so lange ist er für mich unschuldig. alles andere emfände ich als ungerecht. deshalb darf er jetzt rennen fahren, da ja diese zweifel im raum stehen. finde ich auch in ordnung, da wenn er unschuldig ist, völlig unzurecht die sperre bekommen hat, wenn er aber schuldig ist, dann gewinnt er vl rennen, obwohl er eigentlich gesperrt gehört. aber ich glaube diese zeit wird ja dann sowieso nicht als sperre mitangerechnet, in der er jetzt wieder rennen fährt und wenn er da sauber fährt, ist diese entscheidung mehr zu vertreten als eine andere.kurzum ich bin gespannt, was jetzt nach diesen sechs monaten dabei wirklich rauskommt.
er ist verurteilt.
ein schweizer kantonsgericht hat eine einstweilige verfügung erlassen.
@Coolman
könntest du dieses wirrwarr bitte ordnen – als „sprachwissenschaftler“ erschließt sich mir erst nach eingängiger analyse der sinn dieses posts…18. März 2006 um 11:05 Uhr #613259Quote:Original von operaQuote:Original von Jaja
aber mir ist nicht klar, wieso Hondo hier teilweise für schuldig, bzw. für nicht unschuldig gehalten wird. Wer den Fall mal wirklich etwas sich anschaut muss doch einfach einsehen, dass es überhaupt nichts gebracht hatwer weiß wie hoch die konzentration vier, fünf tage vorher war?
(carphedon war wohl ziemlich frisch auf der doping-liste…)
nachzuweisen – das funktioniert nicht über indizien…Also am Tag zuvor war die Konzentration ja jedenfalls geringer (da hatte er ja auch gewonnen und war negativ!)
Wahre Kenner gewinnen nur selten ein Tippspiel.
18. März 2006 um 11:29 Uhr #613260@opera:
trotzdem kann man beim nächsthöheren gericht in berufung gehen. dieses rechtsmittel steht ja jedem zu. ja das problem ist, ich weiß oft selbst nicht, was am ende dabei rauskommt ^^, sonst würde ichs schon machen.20. März 2006 um 8:29 Uhr #613261Zum Thema: „Unschuld“ und „verurteilt“
Ich bin zwar auch kein Jurist – oder so ein bisschen über Verfahrensrecht weiss ich schon.
Man muss in dem Fall eine Trennung machen zwischen Sportgerichtsbarkeit und Ordentlicher Gerichtsbarkeit (die nach nationalem Recht und Gesetz urteilt). Sportgerichtlich ist Hondo von höchster Instanz „schuldig“ gesprochen worden. D.h. nach der Beweisaufnahme steht für das Sportgericht nach den Wettbewerbsregeln zweifelsfrei fest, dass Hondo die Regeln missachtet hat und wird entsprechend bestraft. Dieses Urteil ging durch die Instanzen und ist nicht mehr rechtsmittelfähig (Einspruch/Revision).
Hondo hat allerdings vor einem ordentlichen Gericht geklagt, dass im Sportgerichtsverfahren kein rechtsgemäßes Verfahren angewendet worden ist. Konkret hat er die ungenügende Würdigung seiner Argumente ins Feld geführt. Die Unterstellung lautet, dass das zuständige Sportgericht die Argumente des Beklagten nicht ausreichend für die Verurteilung und das Strafmaß berücksichtigt hat. Genau diese Möglichkeit hat das ordentliche (schweizer) Gericht auch gesehen und auf dem Wege der Einstweiligen Verfügung (siehe mein Post davor) das komplette Verfahren der Sportgerichtsbarkeit für nichtig erklärt. D.h. es gibt im Moment gar kein Urteil über Hondos Dopingfall.
Insofern ist er weder „verurteilt“ noch „schuldig“ im juristischen Sinne. Es gibt auch keine Sperre, die anzurechnen wäre, noch ein ProTour-Ausschluss. Die UCI und die WADA prüfen jetzt (hier wirds mir juristisch dann auch zu kompliziert) inwiefern ihre Sportinstanzen wieder urteilsfähig sind oder nicht. Wenn sie sich nicht mehr urteilsfähig sind (strenggenommen sind die Instanzen schon durchlaufen, und das Verfahren neu aufrollen darf man nur, wenn NEUE Erkenntnisse vorliegen), ist Hondo freigesprochen. Sagen wir mal so: Ein bisserl ist die Prozesstatik von Hondos Anwalt so ausgewichst wie die Quickstep-Taktik bei Mailand-San Remo.
20. März 2006 um 11:10 Uhr #613262Quote:Original von Jaja
Heras ist noch ein anderer Fall. Das den hier keiner verteidigt ist mir schon klar, aber mir ist nicht klar, wieso Hondo hier teilweise für schuldig, bzw. für nicht unschuldig gehalten wird. Wer den Fall mal wirklich etwas sich anschaut muss doch einfach einsehen, dass es überhaupt nichts gebracht hat in diesen geringen Mengen! Es muss über eine Trinkflasche oder sonst was in seinen Körper gelangt sein.Ich bin mit mir selbst uneins in der Hondo-Frage. Seine Argumente wirken doch recht überzeugend, und das ausgerechnet Franke sich für ihn einsetzt, halte ich durchaus für bedenkenswert.
ABER: an die verseuchte Trinkflasche werde ich niemals glauben. Welcher Profi, Betreuer oder sonstwas ist denn so wahnsinnig, seine Mittelchen schön im Sprudel gelöst während des Rennens mit sich zu führen? Oder meinetwegen auch beim Training. Nee, das erscheint mir einfach absurd.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
20. März 2006 um 13:04 Uhr #613263ein hohes maß an dreistigkeit hat sich der gesperrte dackel erlaubt:
er ist anscheinend einfach bei einem vom us-amerikanischen radsportverband organisierten rennen gestartet. erst als man ihn direkt darauf hinwies, dass dies strafen für die organisatoren – eventuell aber auch für andere teilnehmende fahrer – nach sich ziehen könnte, hat er das rennen verlassen…20. März 2006 um 14:57 Uhr #613264Quote:Original von Raumcollagen
ABER: an die verseuchte Trinkflasche werde ich niemals glauben. Welcher Profi, Betreuer oder sonstwas ist denn so wahnsinnig, seine Mittelchen schön im Sprudel gelöst während des Rennens mit sich zu führen? Oder meinetwegen auch beim Training. Nee, das erscheint mir einfach absurd.Vor allem: wo soll so eine Trinkflasche denn herkommen? Doch zu 95% aus dem Gerolsteiner-Teamfahrzeug (Murcia ist ja nicht die Tour mit 150 Getränkesponsoren auf Motorrädern). Wer soll da denn das Mittel für wen in die Flasche getan haben?
Hatte Gerolsteiner damals nicht auch einen russischen Teamarzt?
20. März 2006 um 16:17 Uhr #613265Quote:Original von StefuQuote:Original von Raumcollagen
ABER: an die verseuchte Trinkflasche werde ich niemals glauben. Welcher Profi, Betreuer oder sonstwas ist denn so wahnsinnig, seine Mittelchen schön im Sprudel gelöst während des Rennens mit sich zu führen? Oder meinetwegen auch beim Training. Nee, das erscheint mir einfach absurd.Vor allem: wo soll so eine Trinkflasche denn herkommen? Doch zu 95% aus dem Gerolsteiner-Teamfahrzeug (Murcia ist ja nicht die Tour mit 150 Getränkesponsoren auf Motorrädern). Wer soll da denn das Mittel für wen in die Flasche getan haben?
Hatte Gerolsteiner damals nicht auch einen russischen Teamarzt?
jap, das ist ja nicht neu, es geht um eine grolsteiner-trinkfalsche. Aber wie gesagt, ich glaube nicht an eine Doping-Einnahme während des Rennens, egal durch wen.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
20. März 2006 um 16:18 Uhr #613266Quote:Original von opera
ein hohes maß an dreistigkeit hat sich der gesperrte dackel erlaubt:
er ist anscheinend einfach bei einem vom us-amerikanischen radsportverband organisierten rennen gestartet. erst als man ihn direkt darauf hinwies, dass dies strafen für die organisatoren – eventuell aber auch für andere teilnehmende fahrer – nach sich ziehen könnte, hat er das rennen verlassen…buh! Ich bin mal Karusell gefahren, ohne zu zahlen. Heul doch.
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
20. März 2006 um 19:20 Uhr #613267Raumcollagen
was ist denn für dich der unterschied zwischen einer carphedon -einnahme während oder nach/vor dem rennen bei einer rundfahrt ?
102
20. März 2006 um 19:24 Uhr #613268Quote:Carphedon soll schon wenige Stunden nach der Einnahme im Urin nicht mehr nachzuweisen sein und steht seit 1998 auf der IOC-Verbotsliste.Das wäre doch ein Grund für die geringe Dosis. Die Urinabgabe kam etwas zu früh, oder er hat das Zeug zu spät genommen. Ist jedensfalls plausibler als eine kontaminierte Trinkflasche. 8o
20. März 2006 um 20:01 Uhr #613269hondo : glaub ich, hat einfach einen dummen fehler gemacht bei einem dopingmittel, bei welchem er sich sicher fühlte, in der dosierung. dank dem gremien-wurstsalat auf unterschiedlichen ebenen findet er vielleicht eine lücke frei gesprochen zu werden.
wieso dieser weg ? weil hondo sich bewusst ist dass dieser kleiner kavaliersdelikt von ihm bei weitem nicht so schlimm ist wie das, was er und die hunderten von anderen profis bisher schon verbrochen haben !!zitat jaja :
Heras ist noch ein anderer Fall. Das den hier keiner verteidigt ist mir schon klar.
was gibt es da noch zu verteidigen ?
und wenn du dieses schon tust, dann bitte auch für armstrong !!
102
20. März 2006 um 20:03 Uhr #613270Quote:Original von Ventil
Raumcollagenwas ist denn für dich der unterschied zwischen einer carphedon -einnahme während oder nach/vor dem rennen bei einer rundfahrt ?
das Risiko und der Nutzen. Ich weiss nicht, wie schnell Carphedon wirkt, aber ich bezweifle, dass es sinnvoll ist, sich das Zeug mitten im Renneinsatz runterzuschütten. Dann das Abbauen hinsichtlich der Nichtnachweisbarkeit, die Gefahr einer positiv-Probe. Und dann auch die schlichte Gefahr, dass irgendwas blödes mit der Flasche geschieht.
btw: wird Carphedon überhaupt oral eingenommen?
1564 verurteilte die Inquisition den Arzt Andreas Vesalius, den Begründer der neueren Anatomie, zum Tod, weil er eine Leiche zerlegt und festgestellt hatte, daß dem Mann die Rippe, aus der Eva stamme, gar nicht fehle. (Karlheinz Deschner)
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