Frank`NFurter

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  • als Antwort auf: Vuelta 2013 ; Kommentare, Prognosen & Analysen #738608
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      • Kapitän
      • ★★★★★★★★

      Auch wenn man ohne schlechtes Gewissen davon ausgehen darf, dass Horner sich auf der Basis der neusten medizinischen Forschung auf die Vuelta vorbereitet hat, ist sein Sieg trotzdem weit mehr als einfach ein weiterer GT-Dopingerfolg.

      Ich glaube, dass es bis zu dieser Vuelta niemand für möglich gehalten hat, dass ein fast 42jähriger eine GT gewinnen kann. Eher hätte man es einem beinamputierten 20jährigen zugetraut.

      Selbst wenn man mitrechnet, dass er im Favoritenkreis derjenige war, der sich als einziger nur auf die Vuelta konzentriert hat, der durch seine frühen Attacken einen Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte, weil ihn niemand wirklich auf der Rechnung hatte; wenn man generell feststellt, dass er taktisch keinerlei Fehler beging und gleichzeitig die Qualität der Konkurrenz nicht dem idealtypischen GT-Niveau entsprach, selbst das alles eingerechnet und sicher noch ein paar Theorien mehr, ist dieser Sieg von Horner mit seinen fast 42 Jahren eine Zäsur im Radsport.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch ein paar andere Kandidaten gibt, die Horners Erfolg mit großem Interesse verfolgt haben und in deren Kopf jetzt ein paar fundamental neue Phantasien entstanden sind. Es muss ja nicht immer gleich der ganz große Coup, sprich der Gesamtsieg sein. Auch ein Platz unter den ersten 10 kann im Alter sehr schön sein, vorallem wenn er sehr unerwartet kommt.

      Ein riesen Vorteilhaben die Alten den Jungen in jedem Fall voraus: Ihre Karriere ist so gut wie vorbei, sie können nochmal alles riskieren, ohne wirklich etwas zu verlieren, falls es schief geht. Was kann Horner schon passieren? Im schlimmsten Fall findet man in 10 Jahren heraus, dass er sich japanisches Stierhodenextrakt direkt ins Gehirn spritzen ließ. So what? Interessiert dann keine Sau mehr. Im Grunde muss man ganz rational festhalten: Horner und Konsorten wären dumm, wenn sie es nicht nochmal mit aller Gewalt versuchten.

      Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass wir in den nächsten Jahren noch ein paar weitere Streichen der Ü40 erleben könnten. Im Prinzip erweitert das sogar die Konkurrenz und damit den sportlichen Reiz.

      als Antwort auf: 2.1 Rennen 2013 #730433
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        • Kapitän
        • ★★★★★★★★

        Sagan ist einfach faszinierend: Gegen durchaus sehr prominente Zeitfahrkonkurrenz – Evans, Dennis, Zabriskie, Weening und Konsorten – gewinnt er überlegen das Auftaktzeitfahren der Tour of Alberta.

        Man mag einwenden, dass es nur ein 7,3 km langer Prolog war. Trotzdem ist ja gerade das verwunderliche, dass Sagan meist jedes andere Zeitfahren komplett abschenkt. Auch die Dinger im Bereich 15-20 km, bei denen er noch sehr gut aussehen müsste. Er scheint wirklich nur eine Art des Radsports zu kennen: wann immer möglich auf Sieg zu fahren oder sich zu schonen.

        als Antwort auf: Vuelta 2013 ; Kommentare, Prognosen & Analysen #738564
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          • Kapitän
          • ★★★★★★★★

          Horner ist dieses Jahr so gut wie nichts gefahren. Zwischen der Volta a Catalunya im März und der Tour of Utah jetzt im August hatte er ein fast 5monatige Rennpause. In jedem Fall ist er der ausgeruhteste und offenbar auch best vorbereiteteste.

          Aber egal aus welcher Perspektive man es betrachtet, es ist einfach nur faszinierend, dass er mit fast 42 Jahren noch so eine Leistung bringt.

          als Antwort auf: Vuelta 2013 ; Kommentare, Prognosen & Analysen #738558
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            • Kapitän
            • ★★★★★★★★

            – Horner klar der Beste und jetzt Topfavorit.
            – Rodriguez war für mich favorisiert, ihm fehlt aber offensichtlich die letzten 5% Form.
            – Trotzdem ist das Klassement noch nicht gemacht. Zu viele Fahrer sind zu schwankend.

            als Antwort auf: GP Plouay #603574
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              • Kapitän
              • ★★★★★★★★

              Im Prinzip ein schönes Runden-Rennen. Es fehlt aber nach wie vor ein Tuck Schwierigkeit für diese Art von Klassiker. Sonst hätte heute vielleicht auch ein Klassik-Fahrer wie GvA sein Solo krönen können. Sein Angriff war perfekt gesetzt und er war wahrscheinlich auch der Stärkste.

              als Antwort auf: Vuelta 2013 ; Kommentare, Prognosen & Analysen #738550
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                • Kapitän
                • ★★★★★★★★

                Die Vuelta wird immer stärker durch den Umstand aufgewertet, dass sie am Ende des Rennkalenders steht, sehr weit entfernt von den jeweiligen hauptsächlichen Dopingvorbereitungsphasen im Winter und Frühjahr.

                Bisher sehen wir eigentlich fast nur individuelle Formeinbrüche verschiedener Kandidaten und dauas abgeleitet eine starke Abhängigkeit von reiner Tagesform. Sky oder der übliche Skyzug spielen bisher überhaupt keine Rolle. Kuriose Entwicklung letztlich….

                als Antwort auf: Vuelta 2013 ; Kommentare, Prognosen & Analysen #738528
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                  • Kapitän
                  • ★★★★★★★★

                  Merkwürdiges Finale. Es geht noch um den Sieg und Bonifikationen und trotzdem bleiben die Designierten sitzen. Wundert mich vor allem bei Rodriguez, er muss doch Zeit zurückholen und die letzten 2 km am Berg anzugreifen ist genau sein Ding…?

                  als Antwort auf: USA Pro Challenge – Tour of Colorado #737892
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                    • Kapitän
                    • ★★★★★★★★

                    Einfach Saganhaft.

                    als Antwort auf: Doping 2013 #731023
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                      • Kapitän
                      • ★★★★★★★★

                      Eine brisante Studie deckt eine hohe Dunkelziffer gedopter Sportler auf. 29 Prozent der Leichtathleten, die bei der WM 2011 starteten, geben zu, davor gedopt zu haben. Doch nur knapp zwei Prozent der Dopingtests waren positiv.

                      http://www.sueddeutsche.de/sport/studie-zur-leichtathletik-prozent-der-wm-starter-von-gestehen-doping-1.1753194

                      als Antwort auf: USA Pro Challenge – Tour of Colorado #737883
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                        • Kapitän
                        • ★★★★★★★★
                        Quote:
                        Original von Rindfleisch
                        Ganz einfache Erklärung: Anreise am 15., erste Etappe am 19., enorme Höhe, zu kurze Anpassungsphase. Wer mitmischen will muss Utah fahren wie Morton oder früher anreisen wie Frank oder Sagan.

                        Klar spielt das eine große Rolle. Erklärt aber den totalen Leistungseinbruch in der Form nicht. Es sind noch andere kurzfristig angereist und von denen hat die TdF keiner unter den Top 50 abgeschlossen, geschweige denn hochüberlegen gewonnen und die konnten trotzdem am ersten Hügelchen (ES WAR EIN HÜGELCHEN!!!) locker mithalten, während sich der überlegene Toursieger Froome kaum auf dem Sattel halten konnte.

                        In wie weit die Höhe das Froomsche Versagen jetzt noch stärker katalysiert, ist allerdings wiederum eine durchaus spannende Frage. Weil es die Hämatokritgeschichte berührt.

                        als Antwort auf: USA Pro Challenge – Tour of Colorado #737882
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                          • Kapitän
                          • ★★★★★★★★
                          Quote:
                          Original von Krollekopp
                          Für ähnliche Ergebnisse einfach mal beim Schleck Andy nachschauen.

                          Andy war vorne in der ersten Gruppe. Und Andy war auch in jedem anderen Rennen, in den dunkelsten Momenten seiner Karriere und den finstersten Momenten seines Lebens, nie so weit hinten wie Froome bei der ersten Etappe einen Monat nach seinem TdF-Sieg. Mir fällt in der Geschihte des Radsports auch nicht näherungsweise ein Fall ein, wo ein absoluter Überfahrer binnen ein paar Tagen zum Paraolympic wurde. Und das ist kein Unsinn, sondern erklärungsbedürftig.

                          als Antwort auf: USA Pro Challenge – Tour of Colorado #737879
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                            • Kapitän
                            • ★★★★★★★★

                            Irre ist ja auch, wie Froome hier abkackt. Vor einem Monat noch der Bergmeister bei der Tour, jetzt bricht er am ersten Hügelchen bereits komplett ein. Keine Ahnung, ob es so was krasses schonmal gab.

                            Die müssen irgendetwas nehmen (Wiggins ist ja dieselbe Lachnummer), wo man ganz schnell vom absoluten Antitalent zum Überflieger wird und sobald man das Zeug absetzt, geht es zurück in das Heer der Bedeutungslosen.

                            als Antwort auf: Eneco-Tour (ProTour) #643405
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                              • Kapitän
                              • ★★★★★★★★
                              Quote:
                              Original von Rindfleisch
                              Stybar ist der Knüller!

                              Absolemente! Ich habe den erst dieses Jahr wahrgenommen, als hier irgendjemand den Cyclocross-Thread aufgemacht hat. Dann natürlich sein Knaller-Auftritt bei PR diesen Frühling. Von dem kann man nächstes Jahr einiges bei den Nordklassikern erwarten, glaube ich.

                              als Antwort auf: Afrika #738086
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                                • Kapitän
                                • ★★★★★★★★

                                Der einzige, der mir bisher unter den genannten aufgefallen war ist Gebremariam:

                                CQ-Ranking 2013:

                                1. HADDI, Soufiane aus Marokko
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=16671

                                2. CHABANE, Hichem aus Algerien
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=6227

                                3. TESHOME HAGOS, Meron aus Eritrea
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=21044

                                4. GEBREMARIAM GRMAY, Tsgabu aus Äthiopien
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=18053

                                5. ABELOUACHE, Essaïd aus Marokko
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=18681

                                6. JIM, Songezo aus Südafrika
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=13174

                                7. AIT EL ABDIA, Anass aus Marokko
                                http://www.cqranking.com/men/asp/gen/rider.asp?riderid=19863

                                als Antwort auf: Doping 2013 #731021
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                                  • Kapitän
                                  • ★★★★★★★★

                                  http://www.sueddeutsche.de/sport/bericht-der-humboldt-universitaet-berlin-wie-die-bundesrepublik-jahrelang-doping-foerderte-1.1737918

                                  Warum das jetzt erst wieder aufs Tapet kommt verstehe wer will.

                                  Typisch ist das Tauziehen im Hintergrund. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat bei der geschichtswissenschaftlichen Fakultät der Humbodt-Universität diese Studie in Auftrag gegeben.

                                  Überraschung, jetzt kam eben heraus, was herauskommen musste. Wie reagiert das Institut für Sportwissenschaf? Erst werden die Historiker massiv behindert. Nachdem die Wissenschaftler dann reihenweise das Handtuch geschmissen haben, droht man Ihnen seitens des Bundesinnenministeriums, welches letztlich für die ganze Scheiße verantwortlich ist, mit einer Klage wegen Fördermittelbetrug´, weil die Forscher wegen der massiven Gegenwehr und den politischen Implikationen die Forschung zwischenzeitlich eingestellt haben. Daraufhin nehmen die Forscher eben wieder ihre Arbeit auf – wer will schon Hundertausende € aus privater Kasse zurück zahlen – und bringen den Bericht zum unrühlichen Abschluß. Daraufhinweigert sich das Institut für Sportwissenschaf den Bericht zu veröffentlichen, mit dem Hinweis darauf, dass sonst datenschutzrechtliche Persönlichkeitsverletzungen nicht ausgeschlossen werden. Jetzt sollen die Wissenschaftler sich überlegen ob sie selbst veröffentlichen wollen, wohl wissend, dass sie dann Gefahr laufen können persönlich verklagt zu werden.

                                  Das ist eine Posse aus dem Lehrbuch. Gleichzeitig ist die Hochschulleitung krampfhaft bemüht die Wogen zu glätten und muss vor einem Untersuchungsausschuß im Bundestag Rede und Antwort stehen, wo es nur ums politische Ränkespiel geht.

                                  Mal sehen, wann darüber jemand ein Buch schreibt…..

                                  als Antwort auf: Doping 2013 #731015
                                  Avatar-FotoFrank`NFurter
                                    • Beiträge: 1501
                                    • Kapitän
                                    • ★★★★★★★★
                                    Quote:
                                    Original von Krollekopp
                                    Das schwerwiegensde Problem beim Doping ist ja, dass (viele) Dopingmittel gesundheitsschädlich sind, teilweise sogar äußerst gesundheitsschädlich.

                                    Das sehe ich eben anders. Die Dopingmittel sind hauptsächlich von der EMA zugelassene Medikamente, welche in einem 15 Jahre dauernden Zulassungsverfahren über Präklinik, Toxikologie, Pharmakologie, drei große klinische Studien und die Pharmakovigilanz auf Gesundheitsschädlichkeit getestet wurden. Es passiert gemau deshalb so wenig bei Doping – trotz kompletter Durchdringung des Profisports und der vielfachen Abwesenheit von beaufsichtigenden Ärzten – weil diese Medikamente so sicher sind.

                                    Natürlich macht am Ende des Tages auch die Dosis das Gift. Wenn dann so ein Klappspaten wie Riccio sich das Zeug durch alle Körperöffnungen in gepressten Blöcken einschiebt, dann landet er halt doch mal für ein paar Tage auf der Intensivstation. Aber gegen diese Art von Dummheit ist einfach kein Kraut gewachsen.

                                    Vergleiche bitte mal die reale Gesundheitsschädlichkeit von Doping mit Alkohol (kein Medikament). Das wird im TV beworben, Kinder schauen den Erwachsenen beim Saufen zu, bis sie selbst so weit sind Komasuafen zu üben und jährlich sterben Tausende weltweit im Straßenverkehr, Besoffene und Nüchterne. Wenn das nicht so einen granatenmäßig verlogene Pseudodiskussion wäre und es wirklich um die Gesundheit bei Drogenmissbrauch ginge, dann müsste es erst mal dem rauchen und Saufen an den Kragen gehen, bevor man überhaupt nur über Doping spricht.

                                    Doping ist nicht gesundheitsschädlicher als das Leben selbst. Die meisten Substanzen sind bis zur Perversion getestet, von so gut wie keiner Substanz gibt es wissenschaftliche Beweise, dass sie gesundheitsschädlich sind. Im Gegenteil, bei den meisten Substanzen – also mehr als 95% – ist erwiesen, dass sie nicht gesundheitsschädlich sind.

                                    Quote:
                                    Original von Krollekopp
                                    Mit anderen Worten, deine „exakt gleichen Voraussetzungen“ sind reine Fiktion.

                                    Ja, eine sehr wichtige Fiktion. So wie die, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Mit anderen Worten: Bei Freigabe von Doping, hat jeder die gleichen Chancen. Letzteres ist das Entscheidende.

                                    als Antwort auf: Doping 2013 #731006
                                    Avatar-FotoFrank`NFurter
                                      • Beiträge: 1501
                                      • Kapitän
                                      • ★★★★★★★★
                                      Quote:
                                      Original von Möve!
                                      Du argumentierst einfach mit falschen Aussagen.

                                      Good to know. :D

                                      Okay, also Todesstrafe, Folter, Diktatur und Doping, die schwerwiegenden Geiseln der Menschheit.

                                      Bigger, Better, Burgerking?

                                      als Antwort auf: Doping 2013 #731004
                                      Avatar-FotoFrank`NFurter
                                        • Beiträge: 1501
                                        • Kapitän
                                        • ★★★★★★★★

                                        Sorry Möve, aber da hast Du Dich komplett vergallopiert…öhm verflogen.

                                        Quote:
                                        Original von Möve!
                                        ….aber Todesstrafe, Folter und Diktatur waren auch mal normal. Nur weil es normal ist, muss man sich nicht damit abfinden. Das ist der einfache Weg, aber nicht der richtige. Falsch und richtig und nicht normal und unnormal müssen die Denkkategorien sein.

                                        Bei Doping gelingt doch gar keine so einfache Täter-Opfer-Zuordnung wie bei Todesstrafe, Folter und Diktatur. Hier geht es auch nicht um Normalität. Sonst könnte ich genauso konstatieren: „Leute, hört auf zu atmen (war früher normal, aber heute wissen wirs besser :D „).

                                        Also falsche Denkkategorie Deinerseits, sozusagen…

                                        Quote:
                                        Original von Möve!
                                        Davon abgesehen: Sportrechtlich ist Doping ein Verbrechen.

                                        „Sportrechtlich“? Was soll das sein? Dass man im Biathlon pro Fehlschuß eine Strafminute laufen muss und beim Fussball ein Foul im Strafraum mit Elfmeter santioniert wird? „Sportrecht“ ist ein allegorischer Begriff, hat aber nichts mit dem rechtsstaatlichen Pendant zu tun. „Verbandsregeln“ trifft es im Einzelfall besser.

                                        Quote:
                                        Original von Möve!
                                        Eigentlich auch strafrechtlich, als Betrug.

                                        Das ist das mit was einige Staatsanwälte mal prophylaktisch gedroht haben. Die Rechtssprechung ist bisher eine andere.

                                        Quote:
                                        Original von Möve!
                                        „Unter einem Verbrechen wird gemeinhin ein schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens verstanden.“ (wikipedia).

                                        Jo, Betonung auf „schwerwiegend“. Wir leben aber in Zeiten, wo selbst Steuerhinterziehungen in erheblicher Höhe gerade mal Ordnungswidrigkeiten sind. Wo Deine Sicht dann gänzlich bricht, ist z.B. der Umstand, dass der Staat ebenfalls eine Verpflichtung hat zur Strafverfolgung. Kommt er dieser Pflicht nicht, oder nur ungenügend nach – wie beim Verfolgen von Dopingvergehen, wo es de facto keine oder so gut wie keine Anstrengungen gibt, dann gelten Gleichheitsgrundsätze die es verbieten, den einen zufällig beim Giro erwischten Doper anders zu behandeln als andere, die nur aus Gründen mangelhafter staatlicher Anstrengung nicht gefunden wurden. Also: tiefer hängen – viel tiefer.

                                        Bevor wir hier jetzt ganz abgehobene Diskussionen führen: mach doch bitte mal einen Vorschlag, wie man ganz pragmatisch mit Doping umgehen soll. Also einen Vorschlag, der auch umsetzbar ist.

                                        als Antwort auf: Doping 2013 #731003
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                                          Quote:
                                          Original von speiche
                                          Aus aktuellem Anlass auch eine meiner Platten nochmal von vorn: In den 70ern wurde die Erforschung leistungssteigernder Mittel (zumindest auch) in der BRD vom Staat gefördert. Denn der olympische Medaillenspiegel war im Kalten Krieg eine der Messlatten für die Überlegenheit der jeweiligen Systeme:

                                          Dazu gibt es ja sogar eine bezeugte Aussage vom damaligen Innenminister Schäuble, der aus seinem Ministerium Geld gegeben hat.

                                          Im Moment sind es eben unter anderem die Briten, die bei ihrer letzten Heimolympiade plötzlich dreimal so viel Gold geholt haben wie zuvor.

                                          als Antwort auf: Doping 2013 #731002
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                                            Original von Lapébie
                                            Ich bin da der Meinung, was auf der Dopingliste steht, darf nicht genommen werden. Wer es doch nimmt, soll es anzeigen und darf für eine bestimmte Schutzfrist nicht an Rennen teilnehmen.
                                            Wer dann seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, hat einfach Pech gehabt. Geht vielen anderen Arbeitnehmern nicht anders.

                                            Das geht rechtlich leider nicht, zumindest nicht in Europa. Du kannst niemanden daran hindern seinen Beruf auszuüben, nur weil er medizinisch indiziert (oder nur vorgetäuscht) Medikamente nehmen muss, die zufällig auch leistungssteigernd wirken. Man kommt aus der Sache einfach nicht raus, die Rechtssprechung ist hier eindeutig.

                                            als Antwort auf: Doping 2013 #730995
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                                              Original von Möve!
                                              Würde man Gesetze abschaffen, gäbe es keine Verbrechen mehr.

                                              Nur das es sich bei Doping um kein Verbrechen handelt, nicht mal annähernd. Unter dem Kunstbegriff Doping werden völlig unsystematisch leistungssteigernde und auch nur vermeintlich leistungssteigernde Mittel gefasst. Die einen dürfen diese Mittelchen bei entsprechender medizinischer Indikation weiterhin einnehmen, die anderen nicht. Insgesamt ist hier überhaupt keine Systematik erkennbar.

                                              als Antwort auf: Doping 2013 #730993
                                              Avatar-FotoFrank`NFurter
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                                                Original von Majka
                                                DAS ist das eigentliche Problem dieses Sports.

                                                Wenn Doping erlaubt wäre, wofür ich ohne wenn und aber bin, dann hättest Du recht. Leider ist Doping nicht erlaubt und man weiß nie, ob und wie lange ein Sieger ein Sieger in den Siegerlisten bleibt. DAS ist ein Problem. Leider weiß der Radsportfan auch nie, ob einer besser gedopt oder besser trainiert bei ähnlichem Doping war etc. Ich will aber am Ende des Tages Sport sehen und nicht einen Wettbewerb im „Unbemerkt Pharmaka schlucken“. Das hat für mich keinerlei Reiz. Ich will – von mir aus bei exakt gleichen Dopingvoraussetzungen – sehen, welcher Sportler mehr Wille, mehr Ehrgeiz, mehr Leidensvermögen hat, und nicht wessen Team mehr Geld für Medikamente und Verschleierungsmethoden ausgeben kann.

                                                Ich hoffe inständig, dass Doping in absehbarer Zeit freigegeben wird. Denn das ist die einzig sportliche Lösung des Doping-Problems.

                                                als Antwort auf: Tour-Sieger 2014 #737948
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                                                  Nibali wäre bei dieser Tour nicht unter die Top 5 gekommen.

                                                  als Antwort auf: Tour 2013 Rückblick #737933
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                                                    Original von Möve!
                                                    Greipel war schon besser als Cavendish.

                                                    In der Tat, einer der spannendsten Aspekte dieser Tour. Hat Cavendish seinen Zenit überschritten oder hatte er nach dem Giro nur einfach nicht mehr die Form.

                                                    Der Sprint Royal auf der Champs-Élysées war schon beeindruckend. Da hatten Greipel und Cavendish die ideale Position um zu siegen. Grepel könnte da vom Regen (Cavendish-Ära) in die Traufe (Kittel-Ära) gesprintet sein.

                                                    als Antwort auf: Tour Etappen LIVE Talk | 2013 #737541
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                                                      Original von erina78
                                                      Nach den Erfolgen der deutschen Fahrer bei der diesjährigen Tour hoffe ich, dass sie nächstes Jahr dann auch wieder im deutschen TV übertragen wird!

                                                      In der Tat, eine spannende Frage. Denn laut Eurosport hatte Eurosport dieses Jahr die höchsten Quoaten seit langem. Da werden auch bei ARD/ZDF Phantasie blühen. Wie sagte Adenauer so treffend: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.

                                                    Ansicht von 25 Beiträgen – 526 bis 550 (von insgesamt 1,491)